Überzogen US-Bank aus dem Cyberspace verbannt
New York - War es Fahrlässigkeit oder steckte die Bank J.P. Morgan, die ein Vermögen von rund 21 Milliarden Dollar verwaltet, etwa in Unpässlichkeiten? Mehrfach hatte die Firma Network Solutions, die die Adressen im Cyberspace verwaltet, den eigentlich liquiden Kunden angemahnt, denn die Online-Registrierungsgebühr stand noch aus. Das berichtete jetzt die Tageszeitung "New York Times".
Network Solutions griff am Dienstag, so das Blatt, zur äußersten Maßnahme und klemmte das Geldhaus kurzerhand vom Netz ab. Weder über Internet noch über E-Mail konnten die Kunden ihre Bank erreichen. Erst als J.P. Morgan den säumigen Betrag entrichtet hatte, schaltete der Onlinedienst die Internetadresse der Bank am Mittwoch wieder frei.
Es hätte für das Bankhaus durchaus schlimmer kommen können: Als Strafe nach der vorübergehenden Abschaltung droht, so ein Network-Solutions-Sprecher, sogar die Streichung des Domain-Namens aus internationalen Registern.
Einem ähnlichen Schicksal war im vergangenen Jahr der Computerriese Microsoft nur knapp entgangen. Damals war die Domain-Registrierung für seinen Internet-E-Mailservice Hotmail ausgelaufen. Ein hilfreicher Privatmann half daraufhin dem Großunternehmen mit einer 35-Dollar-Überweisung aus der Klemme.