Urteil Microsoft bekommt mehr Zeit für Java-Integration
Praktisch in letzter Minute entschied ein US-Berufungsgericht für einen Aufschub im Streit zwischen Sun und Microsoft über die Integration der letzten Version der Programmiersprache Java in das neueste Windows-Betriebssystem XP, zu der der Konzern von einem anderen Gericht verpflichtet worden war. Die Entscheidung kam einen Tag, bevor Microsoft die Anordnung des Gerichts hätte umsetzen müssen.
Ein Richter hatte Microsoft im Dezember dazu verurteilt, innerhalb der nächsten 120 Tage eine Windows-XP-Version mit Java herauszubringen. Das Urteil wurde zuletzt Mitte Januar bestätigt. Java wurde vom Microsoft-Konkurrenten Sun Microsystems entwickelt und erlaubt es Programmierern, Software zu schreiben, die auf allen Computern läuft - ob sie nun Windows, Apples Mac OS oder andere Betriebssysteme haben.
-
2 Min
Sun hatte sich über Wettbewerbsverzerrung beklagt, weil Microsoft Windows XP mit einer veralteten Java-Version ausliefert. Microsoft kam den Beschwerden am Montag schon teilweise entgegen, in dem es ein Update für Windows XP bereitstellte, das die alte Version entfernte.
Sun will erreichen, dass Microsoft Java in seinen Update-Service für Windows und den Internet Explorer übernimmt. Um Java zu integrieren, sollte Microsoft nach Entscheidung des Richters ein Windows Service Pack 2 herausbringen. Microsoft hatte Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Analysten zufolge ist die Entscheidung des Berufungsgerichts ein kleiner Erfolg für Microsoft. An der Börse fiel der Kurs der Sun-Aktie im nachbörslichen Handel, der von Microsoft stieg leicht.