Windows XP Erste komplette Testversion ist fertig
Microsoft - Ein nicht mehr ganz taufrischer Witz besagt, dass man bei Microsoft keine Betatester zur Fehlersuche brauchen würde, weil doch auch jeder Kunde nach dem Kauf der Software diese Aufgabe ausfüllen könnte. Dass das nicht so ganz stimmen kann, belegt allein schon die Zahl von weltweit 500.000 freiwilligen Produkttestern, die in einer ersten Version von Windows XP auf die Suche nach Bugs gingen. Die seien ganz "erstaunt gewesen, welche Erfahrungen sie mit Windows XP machen können", sagte Microsoft- Vizepräsident Jim Allchin am Montag. Welcher Art diese Erfahrungen gewesen sein könnten, bleibt allerdings nur zu erahnen.
115 Tage vor der offiziellen Markteinführung des Betriebssystems in den USA wurde nun der "Release Candidat 1" vorgestellt. Das ist die erste vollständige Probeversion der neuen Software. Rund 100.000 Teilnehmer an einem Testprogramm in den USA und Kanada haben nun für knapp zehn US-Dollar die Chance, sich die 500-Megabyte-Programmdateien auf ihren Rechner zu laden, für weitere zehn Dollar gibt es das Softwarepaket auch auf CD-Rom. Diese Variante können auch testwillige PC-Nutzer in Australien wählen.
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Der "Release Candidat 1" enthält unter anderem das Kommunikationsprogramm "Windows Messenger" und den neuen Windows Media Player. Ursprünglich sollte die neue Version des Internet Explorers die so genannte Smart-Tag-Technologie enthalten. Dadurch hätte Microsoft die Chance bekommen, in das Design bestehender Webseiten einzugreifen und den Surferstrom durch das Setzen von Links hin zu Microsoft-Angeboten zu leiten. Nach heftigen Protesten hatte sich Microsoft aber entschieden, bei Windows XP auf die Smart-Tags zu verzichten. Der Konzern gab an, das "externen Feedback" habe den Ausschlag gegeben. Möglicherweise hatte der Rückzug aber auch mit dem Kartellverfahren zu tun, bei dem Microsoft kurz nach dem Einlenken einen gerichtlichen Teilerfolg erzielen konnte.