Windows XP Microsoft verteidigt "Smart Tag"-Technologie
New York/Unterschleißheim - Der weltgrößte Software- Hersteller Microsoft hat am Freitag seine umstrittene Technologie der so genannten Smart Tags verteidigt. "Smart Tags sind eine neue Funktion in Windows XP, mit der wir unseren Kunden einen einfachen Weg eröffnen, zusätzliche Informationen beim Surfen im Internet Anzubieten", teilte das Unternehmen mit. Microsoft werde Kunden und Inhalte-Anbietern die Wahl lassen, ob sie die Technologie einsetzen wollen oder nicht. Ein Verzicht auf den Einsatz der Smart Tags außerhalb der USA sei nicht geplant. Die Funktion sei jedoch generell per Voreinstellung ausgeschaltet und lasse sich nach Wunsch aktivieren.
Mit der "Smart Tag"-Technologie könnte Microsoft den Zugriff der Kunden auf bestimmte Web-Angebote und Dienstleistungen im Internet steuern und eigene Angebote wie den Onlinedienst MSN bevorzugen. Kritiker bemängeln, dass der Softwarekonzern auf diesem Weg versuche, seine Vormachtstellung bei den Betriebssystemen erneut mit unlauteren Mitteln auf das Internet auszuweiten. "Web-Anbieter, die nicht wünschen, dass ihre Seiten von Windows XP mit einem Smart Tag ergänzt werden, können das durch einen so genannten Meta Tag auf ihrer Web- Site verhindern", sagte Microsoft-Manager John Frederiksen, General Manager PC Experience, auf einer Fachveranstaltung in New York. Unklar sei jedoch, ob der Microsoft-Dienst MSN außerhalb der USA die Smart Tags redaktionell betreuen werde.
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Mit einem "Smart Tag" kann Microsoft zu Webseiten zusätzliche Informationen oder Dienstleistungen anbieten, wenn der "Internet Explorer 6" bestimmte Schlüsselbegriffe erkennt. So könnte beim Auftauchen des Begriffes DaimlerChrysler ein Verweis auf den aktuellen Börsenkurs des Automobilkonzerns und andere Hintergrundinformationen im MSN-Angebot erfolgen. Denkbar wäre auch, dass der Name eines attraktiven Reiseziels im Text einer Web-Site automatisch zu einem Buchungsangebot des Microsoft-Dienstes Expedia verlinkt wird.
In Europa hatte die Ankündigung, "Smart Tags" in Windows XP einbauen zu wollen, zu teils heftigen Protesten geführt. Auch in den USA wird die "Innovation" alles andere als unkritisch gesehen: Schon interessieren sich die Kartellwächter dafür - und die Gruppe der Anklagevertreter der amerikanischen Bundesstaaten, die nach wie vor mit Microsoft vor Gericht stehen. Ein neuer Kartellprozess, unter anderem mit der "Smart Tag"-Technologie begründet, wird von den Vertretern der Bundesstaaten nicht ausgeschlossen.