Xbox: Weltweiter Ladenhüter? - DER SPIEGEL
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Xbox Weltweiter Ladenhüter?

Microsofts Xbox scheint sich zum Ladenhüter zu entwickeln - nicht nur in Europa, auch aus Japan werden schwache Absatzzahlen gemeldet. Das könnte weit reichende Folgen haben, denn für einen Ladenhüter lohnt es sich kaum, Spiele zu entwickeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als die Box am 22. Februar in dem Inselstaat auf den Markt kam, wurden 250.000 "Xboxen" nach Japan geliefert. Die sollten bis heute verkauft sein, berichtet der Wirtschaftsdienst Bloomberg. Eine Umfrage unter japanischen Händlern und Video-Verleihern, die die Box im Sortiment führen, hat ergeben, dass sie anscheinend nicht weggeht wie warme Semmeln. Erst 165.000 der Microsoft-Konsolen sollen demnach im Fernen Osten verkauft worden sein. Nach Reuters-Berichten sollen immerhin 190.000 Geräte verkauft worden sein - immer noch weniger als geplant.

Heimsieg für Sony: 100.000 zu 4300

Nun sollen in Japan die Preise für die Xbox wahrscheinlich gesenkt werden. Heute kostet das Hightech-Spielzeug in Japan umgerechnet 300 Euro - und ist damit teurer als Nintendos GameCube oder die Playstation 2. Von der Sony-Konsole gingen in der vergangenen Woche immerhin 100.000 Stück unter die Japaner, Nintendo konnte seinen Apparat immerhin 25.000-mal verkaufen. Bescheiden dagegen die 4300 Xboxes, die seit vergangenem Montag in japanische Wohnungen gewandert sind.

Microsoft war mit der Xbox angetreten, um Sony seine Top-Position bei den Spielekonsolen streitig zu machen. Vielleicht haben Meldungen darüber, dass die Xbox DVDs beschädigt, zu den niedrigen Verkaufszahlen geführt, oder die Kunden halten das Sony-Gerät schlichtweg für besser. Vielleicht aber auch stehen die Japaner einfach mehr auf die japanischen Kisten, zumal die dort günstiger zu haben sind. Die Playstation 2 ist nach einer Preissenkung in Japan etwa 45 Euro preiswerter, GameCube gar 90 Euro billiger als die Xbox. Es könnte also einen Preiskampf geben zwischen Sony und Microsoft, denn für einen Ladenhüter werden sich wohl kaum genügend Spielentwickler finden. Ein Teufelskreis für Microsoft?