Angespielt "Device 6": Thriller voll surrealer Bilder - DER SPIEGEL
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Spiel-Film-Geschichte: iOS-Game "Device 6"

Foto: Simogo

"Device 6" angespielt Die Geschichte ist das Spiel

Das iOS-Spiel "Device 6" löst sich von Konventionen. Mal ist es Kurzgeschichte, mal Spiel, mal Film. Es fordert volle Aufmerksamkeit und überrascht immer wieder.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sätze schieben sich nach rechts, links, stehen auf dem Kopf. Sie bilden Treppen, drehen sich im Kreis und sind doch lesbar. Sie stolpern über Bilder, lösen Gespräche aus und bilden ein faszinierendes Spielexperiment. Oder ist es ein Literaturexperiment?

Das schwedische Simogo-Studio  hat bereits mit "Year Walk" ein ebenso stilsicheres wie auf den ersten Blick unzugängliches Spiel gemacht. "Device 6" steht in dieser Tradition und setzt sich über Konventionen hinweg. Sechs Kapitel umfasst es, jedes von ihnen ein Rätsel. Verpackt in einen Text, eine Kurzgeschichte. Eine Entführung, eine Flucht aus einem Turm im Meer, ein kurzer Thriller voll surrealer Bilder. Mehr nicht.

Und doch folge ich dem Text aufmerksam. Gehe in seine Richtung, verschiebe das Bild, drehe das Tablet. Lausche den Gesprächen, schaue durch Fenster, benutze Masken, höre Liedern zu und suche überall nach Hinweisen. Ich mache Notizen, versuche, Zahlencodes zu entschlüsseln, teste Kombinationen. Und bin schließlich durch, um die letzte und entscheidende Szene ganz einfach so zu erleben.

"Device 6" macht aus einer Kurzgeschichte ein Spiel, aus dem Text einen Pfad. Und lehrt, dass es nicht nur in der Schnittmenge zwischen Spiel und Film noch einiges zu entdecken gibt.

"Device 6" von Simogo, für iOS, 3,59 Euro; Spiel ist komplett auf Englisch