Angespielt Saint's Row
Erfolg bringt Nachahmer mit sich. Deshalb gibt es bei Videsospielen monatlich gefühlte zehn "Grand Theft Auto"-Klone. "Saint's Row" ist einer davon. Einer, der kein Hehl daraus macht, einer, dem man anmerkt, wie genau die Entwickler das Vorbild studiert haben.
Aber auch einer, dem man anmerkt, dass die Entwickler nicht in allen Punkten verstanden habe, was das Vorbild so gut gemacht hat. Denn es ist nicht nur die offene Welt, die Welt, in der man alles machen kann, auf das man gerade Lust hat. Es ist nicht nur das coole Gangstertum, um das es bei "GTA" geht. "GTA" ist so gut, weil es verstanden hat, was an den jeweiligen Perioden, in denen die einzelnen Teile spielen, wichtig war. Es filtert die Essenz der 80er Jahre in "Vice City" heraus, und beschreibt in "San Andreas" präzise die Popkultur der beginnenden 90er-Jahre. Kurz: "GTA" ist auch deshalb so gut, weil es intelligent ist. "Saint's Row" ist das nicht. "Saint's Row" macht Witze für Pubertierende, findet Schwanzvergleiche lustig und setzt in allem auf Masse statt Klasse. Protzt mit Grafik und Größe der Spielwelt und ist damit ungefähr so interessant wie ein durchschnittliches HipHop-Video in dem Ärsche gewackelt und Goldketten gezeigt werden. Wenn man allerdings nicht mehr als das erwartet, kann "Saint's Row" durchaus Spaß machen, denn von allen "GTA"-Klonen ist es das bisher beste.
"Saint's Row" von THQ, für Xbox 360, ca. 60 Euro; USK: Keine Jugendfreigabe.
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