BBC Rolle rückwärts, Rubel ade
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Die BBC, Mutter aller öffentlich-rechtlichen Sender, braucht Geld. Nicht, dass der Rubel nicht rollte im Funkhaus an der Themse. Doch bisher rollt er halt vornehmlich öffentlich-rechtlich, finanziert aus der "TV License", dem britischen Äquivalent zur GEZ-Gebühr.
Und so was ist in der Welt der öffentlich-rechtlichen Medienhäuser nun einmal mit einem spezifischen Auftrag verbunden. Ob es zu den Aufgaben der BBC gehört, 53 Millionen Pfund in Online-Dienste zu stecken, die dann im Ausland abgerufen werden, sorgte in Großbritannien über Monate für hitzige Diskussionen.
Die Antwort fiel ähnlich klar aus wie so manche Entscheidung öffentlich-rechtliche Sender und das Internet hier zu Lande betreffend: Ein deutliches Jein.
Was so viel heißt wie: Ja, gern erreichen wir auch das Ausland und nein, unsere Gebührenzahler sollten dafür dann vielleicht doch nicht blechen.
Doch Geld fällt nicht vom Himmel
Die BBC-Mächtigen verfielen folgerichtig auf eine Strategie, mit der sie eine Internet-typische Bauchlandung erlitten: Wer keine TV-Gebühren zahlt, sollte zumindest eine Abo-Gebühr entrichten.
Das klang gut. Natürlich gab es auch um diese Abo-Gebühr Diskussionen. Hat die BBC nicht unter anderem einen "Auslands-Auftrag"? Und war es nicht so, dass die altehrwürdige Dame unter Protesten vieler Lobbygruppen gerade erst zahlreiche Auslandsdienste eingespart hatte, mit Verweis auf das Web-Angebot der BBC?
Wie auch immer: BBC-Chef Greg Dyke setzte sich durch. Die Abo-Gebühr wurde abgenickt, und selbst die Schaltung von Werbebannern sollte - zumindest auf den Auslands-Seiten - erlaubt werden. Ein Durchbruch?
Kaum. In dieser Woche folgt die Rolle rückwärts.
Dass eine interne Prüfungskommission Greg Dyke empfahl, "aus Imagegründen" doch lieber auf Banner zu verzichten, ist die eine Nachricht. Die andere mutet an wie ein Stück Realsatire.
Denn die Abo-Pläne der BBC scheiterten an einem Problem, das für die BBC-Mächtigen nicht zu lösen schien: Wie findet man heraus, wo sich welcher Surfer gerade befindet?
Es klingt aberwitzig, doch genau hier liegt der Knackpunkt: Großbritanniens Surfer entrichten in Form der TV-License ja bereits ihren Obolus und sollten nicht noch einmal zur Kasse gebeten werden. Doch wie unterscheidet man britische Surfer von solchen, die sich irgendwo im Ausland befinden? Oft ist das einfach - und genauso oft "verteufelt schwierig", wie Ashley Highfield, bei der BBC Kopf der Online-Unternehmungen, es ausdrückt. So schwierig, dass man nach einem Kassensturz befand, dass es den ganzen Aufwand nicht wert wäre: Wahrscheinlich würde die Abo-Gebühr zum Minusgeschäft.
Den Surfern bleibt die BBC nun kostenfrei erhalten - und der BBC ein Problem.