Blogger zweifeln am Vogelmann - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
SPIEGEL ONLINE

Netzwelt-Ticker Blogger zweifeln am Vogelmann

Kann Jarno Smeets mit seiner Flügelkonstruktion wirklich fliegen? Blogger haben den YouTube-Hype Physikern, Technikern und Tricktechnik-Profis vorgelegt. Außerdem: GSM-Netz mal wieder gehackt, Duqu-Trojaner lebt weiter und vom Aussterben bedrohte Tech-Sounds.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wie ein Vogel fliegen, diesen Traum hat sich Jarno Smeets, ein Maschinenbauer, begeisterter Drachen- und Hanggleiterflieger aus den Niederlanden, wahr gemacht - oder zumindest behauptet er es.

Auf YouTube  und auf seiner Website "Human Birdwings"  will er beweisen, dass er mit selbstgebastelten Flügen und mit Handbetrieb von einer Wiese in einem Park in Den Haag abhob. Mit Muskelkraft und nur ein wenig motorisierter Unterstützung! Eine Pressemitteilung erklärt, wie das gehen soll .

Alles nur eine Fälschung, davon sind viele Blogger praktisch überzeugt. Um ihren Verdacht zu erhärten, fragten sie bei denen nach, die sich auskennen müssen:

Zusammengefasst: Auch wenn man nicht grundsätzlich ausschließen könne, dass das Video echt ist, deutet doch vieles auf einen Fake hin. Vor allem die Trickexperten sehen seltsam wandernde Schatten, nachträglich eingefügte Personen und schlecht modellierte Textil-Oberflächen. Smeets will seine Flügel interessierten Journalisten vorführen - sagt er zumindest.

Denn bei einem Transport seien seine Flügel leider beschädigt worden. Ganz so schnell wird es deshalb nichts mit dem Vorführflug vor größerer Öffentlichkeit - und bis dahin werden seine Kritiker sicher nicht von ihren Fälschungsvorwürfen abrücken.

Indien: Experten hacken Mobilfunk

Um ihre Netzwerkkapazitäten zu entlasten, sind indische Mobilfunkanbieter offenbar einen gefährlichen Kompromiss eingegangen: Mehrere Provider hätten die ohnehin schon einfache Verschlüsselung des GSM-Funks noch weiter vereinfacht, genauer gesagt von A5/1-Verschlüsselung auf A5/0 umgestellt.

Für Angreifer kommt das einem Selbstbedienungsladen gleich, demonstrierte nun indische Sicherheitsexperten. Sie konnten unter Angabe fremder SIM-Kartendaten Anrufe auf fremde Rechnung absetzen und Gespräche und Daten mitschneiden .

Doch die Geschichte hat noch eine größere Tragweite, meint Sicherheitsexperte Eli Hizkiyev von der IT-Sicherheitsfirma Cryptzone laut Net-Security.org . Auch andere GSM-Mobilfunkanbieter würden an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und könnten über eine Aufweichung der Verschlüsselung nachdenken. Der Telefonkunde dürfte davon nichts mitbekommen. Sein Rat: Geschäftstelefonate sollte man nur über das besser geschützte 3G-Netz führen.

Außerdem

Mehr lesen über