Cyberattacke von »Black Basta«: Hack für Deutsche Presse-Agentur gravierender als angenommen - DER SPIEGEL
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Cyberattacke von »Black Basta« Hack für Deutsche Presse-Agentur offenbar gravierender als angenommen

Es geht um Gehaltsabrechnungen von rund 1.500 Mitarbeitern: Nach SPIEGEL-Informationen ist der Hack eines IT-Dienstleisters für die Nachrichtenagentur dpa wohl heikler als gedacht.
Die Zentrale der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hamburg
Die Zentrale der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hamburg

Die Zentrale der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hamburg

Foto: A3576 Maurizio Gambarini/ dpa

Der Hackerangriff auf einen IT-Dienstleister der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat offenbar ein größeres Ausmaß als gedacht. Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt in dem Fall inzwischen das Fachkommissariat Cybercrime des Hamburger Landeskriminalamts (LKA).

Bei internen Besprechungen informierten die dpa-Geschäftsführung und ein LKA-Experte am Montag die Belegschaft über das Ausmaß des Vorfalls: Offenbar fielen den Tätern Gehaltsabrechnungen und sensible Daten wie Kontonummern von rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in die Hände.

Nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich um einen Angriff mit sogenannter Ransomware. Solche Schadsoftware verschlüsselt die Systeme ihrer Opfer, wenn es den Kriminellen gelungen ist, in deren Systeme einzudringen. Die Hacker versuchen dann, ein Lösegeld zu erpressen, und versprechen, im Fall einer Zahlung die Daten ihrer Opfer wieder freizugeben. Weigert sich der oder die Betroffene zu zahlen, kann zudem die Veröffentlichung erbeuteter Daten drohen. Ermittler warnen immer wieder davor, das in solchen Fällen geforderte Lösegeld zu zahlen, weil dies keine Garantie sei, dass die Täter die verschlüsselten Rechner tatsächlich freigeben.

Den Ermittlungen zufolge soll die Hackergruppe »Black Basta« für die Attacke verantwortlich sein, von der auch dpa betroffen ist. Demnach ereignete sich der Angriff auf den IT-Dienstleister aus Nordrhein-Westfalen bereits am 6. Oktober. Zunächst war unklar, ob und welche Daten von Kunden abgegriffen worden waren. Inzwischen gehen Insider davon aus, dass es sich im Fall dpa vor allem um Gehaltsabrechnungen aus dem September handelt. Mit daraus gewonnenen persönlichen Informationen könnten laut den Fahndern Identitäten gestohlen und für betrügerische Geschäfte verwendet werden. Ermittlerkreisen zufolge verkündete die tatverdächtige Hackergruppe »Black Basta« im Darknet bereits, im Besitz der Daten zu sein.

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»Black Basta« ist erstmals in der zweiten Aprilwoche dieses Jahres mit Attacken öffentlich aufgefallen. In einem Fall sollen die Hacker mehr als zwei Millionen Dollar Lösegeld verlangt haben, berichtete das Fachportal »Bleeping Computer« . Ende April nahmen die Täter den Autoverleiher Sixt ins Visier . Sixt wollte sich nicht dazu äußern, ob das Unternehmen erpresst wurde und falls ja, wie man mit möglichen Lösegeldforderungen umgegangen ist. Man habe aber »natürlich Strafanzeige gestellt«.

Nach SPIEGEL-Informationen haben deutsche Ermittler »Black Basta« bereits im Visier. Die Hacker hätten innerhalb kurzer Zeit relativ viele Ziele, wie etwa den Landmaschinenhersteller Fendt, angegriffen, heißt es in Behördenkreisen. Man gehe grundsätzlich davon aus, dass »Black Basta« jeweils Lösegelder im Millionenbereich erpressen wolle. Fahnder gehen auch dem Verdacht nach, ob die Gruppe eine Nachfolgeorganisation der berüchtigten Ransomware-Gruppe »Conti« sein könnte. Laut den IT-Sicherheitsexperten von »Malware Hunter Team« gebe es auffällige Überschneidungen in der Vorgehensweise. So würden Mitglieder der Gruppen sehr ähnlich kommunizieren und auch ihre sogenannten Leaking-Seiten, auf denen Daten einiger ihrer Opfer veröffentlicht würden, um diese zusätzlich unter Druck zu setzen, ähnelten sich, so die IT-Experten.

»Conti« zählt zu den gefürchtetsten Online-Erpressergruppen weltweit. Indizien wiesen darauf hin, dass »Conti« von Russland aus operieren könnte. Ein Leak Zehntausender Chatnachrichten offenbarte vor Monaten, dass auch der russische Geheimdienst FSB in den internen Abläufen der Gruppe eine Rolle spielen könnte.

mak/rol