Dunkle Tage für P2P-Börse Microsoft - Programmierer verklagt Kazaa
Ein Rumäne hat den australischen Software-Hersteller Sharman vor einem amerikanischen Gericht auf 25 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt. Der inzwischen in den USA lebende Fabian Toader behauptet, im Jahr 2000 als freier Mitarbeiter der Firma Kazaa in Rumänien den Programmcode geschrieben zu haben.
Die Sharman GmbH, die 2002 die Rechte an der Kazaa-Software erworben hatte, habe Millionen mit dem Programm verdient, sagte Toader am Dienstag. "Das einzige, was ich will, ist eine faire Entschädigung." Er habe nie einen Arbeitsvertrag mit Kazaa unterschrieben, sagte Toader weiter. Nach rumänischem und amerikanischem Recht lägen die Urheberrechte für das Programm bei ihm.
Sharman-Sprecher Rich Chernela erklärte indes: "Toader hatte einen Zeitarbeitsvertrag, dem zufolge alle Urheberrechte beim Unternehmen Kazaa lagen."
Toaders Klage waren bereits verschiedene gerichtliche Auseinandersetzungen mit Sharman vorausgegangen. Im August 2003 hatte das Software-Unternehmen eine einstweilige Verfügung gegen Toader erwirkt, wonach der Rumäne nicht länger behaupten durfte, Autor des Programms zu sein. Toader wiederum hatte erst im vergangenen Monat bei einem Gericht in Seattle gegen Sharman Klage eingereicht, diese aber bald darauf wieder zurückgezogen.
Der neuerliche Prozess kommt für Sharman zu einem besonders unangenehmen Zeitpunkt. In den USA ist eine Klage der Unterhaltungsindustrie anhängig, die Sharman für illegales Kopieren von Musik- und Video-Dateien haftbar machen will. In Australien durchsuchten Ermittler die Büroräume von Sharman, nachdem sie von der australischen Musikindustrie Hinweise auf Urheberrechtsverletzungen erhalten hatte. Ein niederländisches Gericht hatte im vergangen Dezember allerdings entschieden, dass die Vertreiber von Kazaa nicht für die Verletzung von Urheberrechten durch die Programmnutzer verantwortlich seien.