Expo Virtuell: Großbritannien - erfrischend interaktiv - DER SPIEGEL
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Expo Virtuell Großbritannien - erfrischend interaktiv

Wissbegierige und verspielte Freunde des Vereinigten Königreiches sollten sich die Internetseite für die Expo 2000 Großbritanniens nicht entgehen lassen. Sie ist ein wahrer Leckerbissen, bietet vielfältige Informationen - und ist auch optisch ein Genuss.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Den Briten ist es gelungen, mit ihrer Exposeite  zu beeindrucken. Im Gegensatz zu vielen anderen Internet-Präsentationen zur Weltausstellung wirkt das Angebot erfrischend und ist informativ. Das Inselreich stellt sich nicht nur vor, es bietet auch reichlich Raum für Interaktion und die Möglichkeit zur Kommunikation. An vielen Stellen sind die Darstellungen pfiffig durchdacht, und wer seinen Computer mit Lautsprechern ausgestattet hat, kann auch die netten Soundeffekte genießen.

Navigation

Klar strukturiert, ist der gezielte Zugriff auf offene Fragen rund um das Inselreich kein Problem. Die Antworten sind kurz und bündig - aber bieten alle nötigen Informationen. Zu fast jedem Themengebiet - sobald es die Inseln betrifft - sind Beiträge kinderleicht zu finden. Und wer sich in der Fülle des Angebots tatsächlich einmal vergaloppiert hat, kommt rasch wieder zum Anfang zurück. Meist führen gleich mehrere Wege zum Ziel, damit garantiert keiner in der Sackgasse landet.

Die meisten Beiträge stehen sowohl in Englisch und Deutsch zur Verfügung. In ihrem "Übersetzungswahn" haben die Briten sogar den für uns Deutsche so vertrauten Begriff der "Homepage" eingedeutscht. Die findet sich unter der Rubrik "Haus". Längere Texte, die es dann meist leider doch nur auf Englisch gibt, stehen als Druckversion zur Verfügung.

Kommunikation statt bloße Präsentation

Keineswegs zurückstehen muss auf den Seiten die Kommunikation: Erfreulich, dass es zu vielen Sachgebieten und Beiträgen Kontaktadressen oder gleich direkte E-Mail-Verbindungen gibt. Wer sich also über die in den siebziger Jahren bekannt gewordene Punk-Designerin Vivienne Westwood informieren möchte, kann ihr auch gleich einen Kommentar mailen.

Design

Bewegung findet immer irgendwo auf den Seiten statt. Hier und da haben die Briten des Guten zu viel gestaltet: Manchmal sind die visuellen Eindrücke schon fast verwirrend. Sie lassen sich aber meist durch ein wenig Konzentration ignorieren, weil sie stets nur "am Rande" stattfinden, etwa ein Albatros, der über die Fotoleiste gleitet, oder die "Fallschirme" der Pusteblume, die über den Bildschirm tanzen.

Surfspaß statt Einheitsbrei

Wer nur einfach durch die Seiten surfen möchte, um beim "Klickspiel" Interessantes über Großbritannien zu erfahren, ist beim Expo-Angebot des Königreiches ebenfalls an der richtigen Adresse. Stundenlanges Surfen wird leicht gemacht, da sich meist Unterpunkte finden lassen, die einen zum nächsten Aspekt oder ins folgende Thema geleiten. Da sich die eindrucksvollen - leider oft zu kleinen - Bilder meist allein durch eine Bewegung der Computermaus austauschen lassen, sind dem Spieltrieb obendrein kaum Grenzen gesetzt.

Bleibt zu hoffen, dass dieser umfangreiche, gut gestaltete Wissenspool die Expo überdauert und als Nachschlagewerk über Großbritannien für die Internetgemeinde auch in der Zeit nach der Weltausstellung zur Verfügung steht.

Von Thorsten Pifan

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