Satellitenfotos: Google-Gesichter in Russland, Alaska und China
Google Maps mit Gesicht Hier zeigt die Erde ihr wahres Antlitz
Ein grüner Wicht guckt grimmig aus dem Grasland an der russisch-chinesischen Grenze bei Tongjiang. Wasser hat das Gesicht in die Landschaft gezeichnet, gut 200 Meter breite, langgezogene Seen formen die Augen, ein gut einen Kilometer langes Gewässer bildet den Mund.
Solche Gesichter in den Satellitenaufnahmen von Google Maps sind eine besondere Form der Pareidolie. Bei diesem Phänomen entdecken Menschen Muster im Chaos, die eigentlich erst in unserer Wahrnehmung entstehen. Zum Beispiel: Gesichter in Landschaften, Hitler in einem Teekessel oder Dinge mit Gesicht , etwa lächelnde Gullideckel. Die Neigung dazu ist tief im Menschen verwurzelt.
Das Projekt Google Faces funktioniert etwas anders: Google-Gesichter sucht ein Software-Bot. Die Entwickler der Berliner Designfirma Onformative haben ein Programm geschrieben, das Google Maps Ausschnitt für Ausschnitt nach möglichen Gesichtern absucht. Die Gestalter haben das Projekt vor einigen Monaten ohne Auftraggeber aus reiner Neugier gestartet. Bis jetzt hat ihr Bot etwa fünf Prozent der über Google Maps zugänglichen Satellitenaufnahmen der Erdoberfläche gescannt. Die besten Treffer bisher (siehe Fotostrecke):
- der grimmige Grüne an der chinesisch-russischen Grenze,
- küssende Hügel in Russland,
- ein Acker mit Schönheitsfleck in Großbritannien.
Die Software basiert auf der Gesichtserkennungs-Bibliothek des australischen Programmierers Jason Saragih . Der Berliner Gesichtssucher besteht aus zwei Komponenten: Auf einem Server läuft eine Google-Maps-Ansicht im Vollbildmodus, ein Bot ruft die Karte auf, simuliert Mausklicks und scannt Bild für Bild die Erde. Hat er sie einmal umrundet, springt der Bot einen Ausschnitt weiter nach unten. Erkennt die Software ein Gesicht, wird das Bild samt der aktuellen Position gespeichert. Dieser Zeitraffer-Film zeigt den Gesichtssucher bei der Arbeit.
Der Suchbot produziert viel Überschuss. Entwickler Cedric Kiefer erklärt: "Bei unserer Methode fällt eine hohe Anzahl von Bildern an, die zwar für den Computer ein gutes Gesicht ergeben, für Menschen aber nur schwer oder gar nicht zu erkennen sind."
Die besten Gesichter müssen immer noch Menschen auswählen. Gleich zwei verstecken sich in den Gärten von Versailles - da hat der Suchbot offenbar noch nicht vorbeigeschaut.
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