Netzwelt-Ticker Google könnte eigene Android-Tablets verkaufen
Android-Maskottchen: Google könnte eigene Tablets verkaufen
Foto: SPIEGEL ONLINEGoogle erwägt Maßnahmen, um seinen Android-Tablets auf dem Markt mehr Schwung zu geben. Das "Wall Street Journal" berichtet von den Plänen des Konzerns , bestimmte Geräte künftig selbst zu verkaufen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen behaupten demnach, der Datenkonzern wolle einen eigenen Shop hierfür eröffnen - nach dem Vorbild von Konkurrenten wie Apple und Amazon, die ihre Geräte auch selbst vertreiben.
Selbst produzieren wird Google die Tablet-PCs dem Bericht zufolge allerdings nicht, auch wenn bestimmte Geräte den Quellen zufolge künftig ein Android-Branding bekommen sollen, die bisher ausschließlich den Herstellernamen trugen. Weitere Details zum Projekt wurden zunächst nicht bekannt.
Apple verkaufte im vergangenen Quartal 15,4 Millionen iPads und ist damit klarer Marktführer. Amazon gibt keine Absatzzahlen für seine Geräte bekannt. Die Schwäche im Tablet-Geschäft ist ein Problem für Google. Denn Android wird als offenes Betriebssystem an die Hersteller verschenkt, die Einnahmen will Google dann mit seinen Diensten wie Werbung machen - und der schnell wachsende Tablet-Markt ist ein wichtiges Feld.
Google versuchte 2010 bereits einmal, ein Android-Smartphone direkt an Verbraucher zu verkaufen - das damalige Flaggschiff-Modell Nexus One. Nach wenigen Monaten wurde der Online-Verkauf jedoch wieder eingestellt, weil der Direktvertrieb dem Vernehmen nach hinter den Erwartungen zurückblieb und Google Schwierigkeiten mit der Betreuung der Käufer hatte. (dpa)
EU-Parlament will härtere Strafen für Hacker
Die Europäische Uniontreibt eine neue Cyber-Gesetzgebung voran und hat nun einen Richtlinienentwurf verabschiedet, der unter anderem Haftstrafen für Hacker vorsieht. Mit großer Mehrheit haben die Abgeordneten im Innenausschuss einen Entwurf der EU-Kommission angenommen , meldet das EU-Parlament. Dieser würde bisherige Pläne ersetzen.
Von zwei Jahren bis zu, in schweren Fällen wie groß angelegten Botnetz-Attacken, fünf Jahren Haft ist in dem Entwurf die Rede. Nicht nur direkte Hacker-Angriffe sollen gemäß der Vorgaben EU-weit strafbar werden. Auch die Produktion von Tools, etwa zum Knacken von Passwörtern, ist erwähnt. Härter bestraft werden beispielsweise kriminelle Vereinigungen, die gezielt kritische Infrastrukturpunkte angreifen; in weniger schwerwiegenden Fällen, wenn die Schäden zu vernachlässigen sind, sieht die Richtlinie keine Haftstrafen vor.
Um Attacken EU-weit besser verfolgen zu können, fordern die Politiker die Mitgliedstaaten außerdem auf, bei der Umsetzung der Richtlinie eine Reaktionszeit von maximal acht Stunden zu haben, wenn es zu einem grenzübergreifenden Angriff kommt. Die EU-Kommission plant zur besseren Koordination ein gemeinsames Cyber-Abwehrzentrumseiner Mitglieder, hier sollen Ermittler von EU-Kommission, Mitgliedstaaten und der Polizeibehörde Europol ab Januar 2013 ihren Dienst aufnehmen.
"Time" nominiert Anonymous
Das US-Magazin "Time" kürt jedes Jahr die einflussreichsten Personen. Auf der Website können Nutzer ihre Favoriten aus 100 Vorschlägen auswählen. Zur Wahl steht diesmal auch das Web-Kollektiv Anonymous.
Vor drei Jahren hatten Anonymous-Anhänger die Abstimmung gestürmt und "moot", den Gründer des Webforums 4chan, vor Barack Obama, Wladimir Putin und Oprah Winfrey gesetzt. Wie sehr die 4chan-Nutzer die Abstimmung im Griff hatte, ließ sich zumindest zeitweise an den Anfangsbuchstaben der Plätze 1 bis 21 ablesen, von moot über Lil' Wayne bis hin zu Elizabeth Warren. Sie ergaben den Satz: "Marble cake also the game" - "Marble Cake" hieß damals ein Chatraum, in dem Anonymous Aktionen gegen Scientology plante. (ore)
Auch das noch:
- Da hat Teenie-Schwarm Justin Bieber vielleicht was angerichtet: Seinen mehr als 19 Millionen Twitter-Followern schrieb er kürzlich eine Telefonnummer und forderte auf "Ruft mich an". Doch: Die letzte Stelle fehlte… Ungeahntes Opfer des missglückten Streichs wurde unter anderem eine 81-jährige Amerikanerin, deren Telefon nicht mehr stillstehen will , auch nachdem der Popstar den Tweet löschte. Ihm droht nun womöglich eine Klage.
- Einmal wird Apple bereits wegen irreführender Werbung für seine Siri-Sprachsteuerung verklagt; nun folgt eine Sammelklage mit ähnlichen Vorwürfen.
- Google testet in den USA so eine Art Mini-Paywall in Form von kurzen Umfragen. Wenn Nutzer eine Frage beantworten, bekommen sie Inhalte zu sehen, die sonst vielleicht hinter einer Bezahlschranke versteckt wären - und Google bezahlt die Seitenbetreiber pro Antwort.
- Zeigen Amazons Empfehlungen wirklich das an, was den Vorlieben des Nutzers am ehesten entspricht? Ein Blogger erklärt, wie er die Empfehlungen manipulierte
- Die Stiftung Warentest hat 18 Sicherheitsprogramme für Windows durchleuchtet . Das entmutigende Ergebnis: Lediglich vier schnitten gut ab, kein einziger Virenscanner erkannte alle Schädlinge. Am besten schnitten die Angebote von Avira ab.
- Megaupload geht nicht mehr gegen Universal Music vor . Laut Anwalt hat der Filesharer im Zuge der Zerschlagung und Verhaftung von Gründer Kim Dotcom andere Sorgen als den von YouTube gelöschten Videoclip zum "Megaupload Song".
- Transparenz à la Google: Neuerdings kann man sich monatlich eine E-Mail mit seinen Konto-Aktivitäten zuschicken lassen, um einen Eindruck zu bekommen, was der Konzern über einen weiß. Die Ergebnisse eines ersten Tests von SPIEGEL ONLINE waren allerdings nicht so gruselig wie befürchtet.