Hacker-Hexenjagd: "Max Vision" wehrt sich - DER SPIEGEL
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Hacker-Hexenjagd "Max Vision" wehrt sich

Der Hacker, der als "The Equalizer" mit dem FBI zusammengearbeitet hat, fühlt sich von der Welt nicht verstanden. Niemals, so betont er in einem öffentlichen Statement, habe er Freunde oder andere Mitglieder der Szene verraten.
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Der Fall "Max Vision" hat weltweit Wellen geschlagen: Zwischen dem ehemaligen FBI-Informanten und der Behörde krachte es angeblich, als der Hacker sich eines Tages geweigert hat, einen guten Freund abzuhören. Das FBI verhaftete ihn daraufhin, und vor Gericht wurde er schließlich wegen eines von ihm programmierten Internet-Wurms zu 18 Monaten Haft verurteilt. Nun hat sich Max Vision selbst zu Wort gemeldet, um, wie er sagt, kursierende Fehlmeldungen zu korrigieren.

Er gibt zu, mit dem FBI zusammengearbeitet zu haben - allerdings lediglich auf einer technischen Ebene. So wie er auf der von ihm betriebenen Seite Whitehats.com und auch per E-Mail Leute berate, die ihm Fragen stellten, habe er auch dem FBI technisch unter die Arme gegriffen . Zu keinem Zeitpunkt habe er jedoch Informationen über einzelne Personen und deren Aktivitäten an die Behörde weitergegeben.

Vision zitiert in einem Dokument seine Anwältin Jennifer Granick, da er selber sich zu dem Fall nicht äußern dürfe. Seine strikte Weigerung, Freunde oder andere zu bespitzeln sei letztendlich auch ausschlaggebend dafür gewesen, dass das FBI die Zusammenarbeit mit ihm beenden wollte, heißt es da. Hätte er Leute verpfiffen, wäre einiges für ihn einfacher gewesen. Aus diesem Grund sei es für ihn besonders bitter, dass er nun von der Presse als Spitzel abgestempelt werde. Vision selbst konkretisiert an anderer Stelle: Er habe dem FBI keine Informationen über Dritte gegeben, die es nicht schon hatte oder bereits von anderer Seite bekam.

Zutreffend sei auch, so teilt der Hacker dann doch wieder selbst mit, dass er im Rahmen einer Telefonkonferenz mit einigen Teilnehmern gechattet habe, die alle unter 18 Jahre alt gewesen und sicherlich nicht dafür belangt worden seien. Zwar habe er später einige Daten darüber weitergegeben, aber die habe das FBI bereits gehabt, denn die Konferenz sei ohnehin sowohl von Sicherheitsbeauftragten der Firma 3Com als auch vom FBI abgehört worden. IRC sei für das FBI quasi das Paradies, da dort im öffentlichen Raum schriftlich protokolliert mit Verbrechen angegeben werde .

Zum Hacker-Kongress "DefCon 6" sagt er, tatsächlich den Auftrag erhalten zu haben, PGP-Schlüssel auszukundschaften und weiterzugeben. Dies habe er allerdings nicht getan, sondern hauptsächlich eine ziemlich gute Zeit in Las Vegas gehabt.

Visions verbale Schnellschüsse in Richtung FBI lassen Verbitterung über die ganz offensichtlich entgleiste Zusammenarbeit ahnen. Nicht etwa Verbrechensbekämpfung, so meint Vision, sei das Bestreben der Behörde, sondern die erfolgreiche Durchführung zahlreicher Festnahmen. Denn dafür werde man dort immerhin mit Beförderung oder Gehaltserhöhung belohnt.