Heureka: tkcankeg tsi trowssaP saD - DER SPIEGEL
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Heureka tkcankeg tsi trowssaP saD

Knapp fünf Stunden nach einem öffentlichen Appell an Hacker, doch bitte beim Knacken des institutseigenen Archivzugangs behilflich zu sein, konnte das Ivar Aasen Institut Vollzug melden. Der Direktor ist begeistert von seinen hackenden Helfern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eigentlich war die Sache am Ende ganz einfach, obwohl Institutsdirektor Ottar Grepstad etwas säuerlich anmerkte, das könne man nachher immer sagen. Nur knapp fünf Stunden, nachdem Grepstad sich zu einem öffentlichen Appell an die Hacker in aller Welt durchgerungen hatte, doch bitte die Passwörter für das digitale Archiv seines Ivar Aasen Instituts zu knacken, konnte er schon tief und erleichtert durchatmen. Die Passwörter hatte sich ein ehemaliger Angestellter ausgedacht, der vor einigen Jahren verstarb: Seitdem war das digitale Archiv verschlossen.

Vorbei: Die Wissenschaftler am Museum und Institut für norwegische Sprache können wieder arbeiten. Gegenüber dem "Aftenposten" gab EDV-Chef Torgeir Dimmen seiner Freude Ausdruck: "Das passiert, wenn man all die Leute da draußen mobilisiert - einfach phantastisch!"

Tatsächlich erlebte das Institut einen Ansturm von Hackern, die gern für einen guten Zweck tätig werden wollten. Viel Chancen dazu hatten sie nicht: Nachdem Direktor Grepstad vorab gesagt hatte, dass die "Üblichen" Passwörter durchprobiert worden seien - Kinder, Familie, Freunde, Haustiere - hatte man schon damit gerechnet, dass sich der verstorbene Archivexperte etwas ganz Kompliziertes, vielleicht gar Willkürliches ausgedacht habe.

Hatte er aber nicht, und Joakim Eriksson aus Växsjo kam ziemlich schnell drauf. Der 25-jährige, jetzt als Hacker geoutete Schwede drehte schlicht und ergreifend den Namen des verstorbenen Archivars um - und drin war er: "ladepjud" hieß des Rätsels Lösung.

Direktor Grepstad findet viel Positives in dem Vorgang: Die großzügige Hilfe aus der hackenden Gemeinde, aber auch die Tatsache, dass die Geschichte vom Ivar Aasen Institut etwas richtig Wichtiges in Gang gesetzt habe. "Es ist doch interessant, dass dieser Fall eine ernsthafte Debatte unter Computerexperten ausgelöst hat, wie man mit einem wichtigen Passwort umgehen sollte. Was sich am Ende als PR-Gag für uns erwies, hatte so noch positive Auswirkungen."

Da hat er Recht. Und wenn es eine Moral gibt, die sich aus dem Fall ziehen lässt, dann ist es ja wohl diese: Wähle als Passwort nie Deinen Namen rückwärts geschrieben. Das ist zu leicht zu knacken.