"Internet-Babys": Ring frei zur nächsten Runde - DER SPIEGEL
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"Internet-Babys" Ring frei zur nächsten Runde

Belinda und Kimberley, die über das Web doppelt verhökerten Babys, bleiben nicht in England, so viel ist sicher. Adoptionselternpaar Nummer eins ist aus dem Rennen - wegen des Verstoßes gegen eine Meldegesetz-Vorschrift.
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Washington/Little Rock - Die umstrittene Adoption von zwei amerikanischen Babys über das Internet durch ein britisches Ehepaar ist von einem US-Richter am Dienstag aufgehoben worden. Weder das britische Ehepaar Alan und Judith Kilshaw noch die leibliche Mutter der Kinder hätten die rechtlichen Voraussetzungen für die im Bundesstaat Arkansas genehmigte Adoption erfüllt, urteilte Richter Mackie Pierce in der Staatshauptstadt Little Rock. Sie hätten sich nicht, wie erforderlich, 30 Tage lang in Arkansas aufgehalten.

Gewissermaßen ein "Formfehler": Das Gericht bemängelt nicht etwa die Tatsache, dass die Babys über das Internet regelrecht doppelt verhökert wurden, sondern einen Verstoß gegen eine Meldegesetz-Auflage. "Im Rennen" bleiben nunmehr nur noch drei Parteien, die das Sorgerecht für das Zwillingspärchen beanspruchen: Der leibliche Vater, die Mutter und das amerikanische Adoptivelternpaar, an das die Zwillinge zuerst vergeben wurden.

Die endgültige Entscheidung soll nun Fernsehberichten zufolge ein Gericht im Bundesstaat Missouri treffen, in dem die Zwillinge geboren wurden. Richter Pierce forderte die britischen Behörden auf, die Babys in die USA zurückzubringen. Sie haben inzwischen die sechs Monate alten Zwillinge, Belinda und Kimberley, in ihre Obhut genommen.

Die Kinder stehen im Zentrum eines internationalen Adoptionsstreits. Die Kilshaws hatten sich die Kinder für 8.200 Pfund (24.600 Mark) über eine Adoptionsagentur im Internet vermitteln lassen. Als sie die Zwillinge nach Großbritannien holten, waren diese aber bereits von einem Ehepaar in Kalifornien adoptiert worden. Da dieses Paar aber nur 6.000 Dollar (12.000 Mark) bezahlt hatte, überredete die Leiterin der Adoptionsagentur die leibliche Mutter, die Zwillinge den Allens wieder wegzunehmen und sie zu den mehr zahlenden Kilshaws zu geben. Die Leiterin der Agentur ist seither spurlos verschwunden.

Ein Bezirksgericht in St. Louis (Missouri) hatte im Januar die doppelt verkauften Zwillingsbabys vorläufig ihrem biologischen Vater Aaron Wecker zugesprochen.