Tauschplattform Kim Dotcom will Megaupload wiederbeleben
Kim Dotcom (Archiv)
Foto: MICHAEL BRADLEY/ AFPDer umstrittene Internetunternehmer Kim Dotcom plant offenbar ein Comeback seiner Tauschplattform Megaupload. Dotcom kündigt in einer Reihe von Tweets an, die Plattform im kommenden Januar neu zu starten.
Das 2005 gegründete Megaupload soll mit illegal kopierten Filmen und anderen Daten einen Schaden von mindestens 500 Millionen Dollar verursacht haben. Die Plattform hatte eigenen Angaben zufolge mehr als 150 Millionen registrierte Nutzer und 50 Millionen tägliche Nutzer. Megaupload wurde im Januar 2012 auf Anordnung der US-Behörden geschlossen.
Megaupload comes back on January 20th 2017, the 5th anniversary of the raid. It will be better than the original and it will feel like home.
— Kim Dotcom (@KimDotcom) July 10, 2016
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Die US-Bundespolizei FBI wirft Dotcom als Betreiber den größten Fall von Urheberrechtsverletzung in der US-Geschichte vor. Das Land verlangt seine Auslieferung aus Neuseeland, seinem derzeitigen Wohnsitz. Dotcom wehrt sich in einem seit Jahren andauernden Rechtsstreit dagegen. In Amerika drohen ihm wegen Urheberrechtsverletzungen, Betrugs und Geldwäsche bis zu 20 Jahre Haft.
Der Internetunternehmer argumentiert, dass Megaupload als Downloadplattform ein reiner Speicherplatz für Nutzerdaten sei und die Betreiber nicht für die gespeicherten Inhalte verantwortlich seien.
Alte Konten sollen wieder hergestellt werden
Dotcom besitzt die deutsche und die finnische Staatsbürgerschaft. In den Neunzigerjahren ließ er sich als Hacker feiern, später gründete er Internetfirmen, die zunächst massiv an Wert gewannen, von denen einige später aber pleitegingen. Das FBI bezifferte 2012 Dotcoms tägliche persönliche Einnahmen mit 115.000 Dollar seit 2010. Mit seinem prahlerischen Auftreten wurde er zu einer Reizfigur.
Auch jetzt twitterte Dotcom: "Ich werde der erste Tech-Milliardär sein, der angeklagt wurde, alles verlor und während der Zeit auf Kaution eine weitere Milliarden-Dollar-Firma gründete". 2013 bekam Dotcom von einem neuseeländischen Gericht Zugriff auf alle bei einer Razzia in seinem Haus sichergestellten Gegenstände eingeräumt.
I'll be the first tech billionaire who got indicted, lost everything and created another billion $ tech company while on bail. #goals
— Kim Dotcom (@KimDotcom) July 10, 2016
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Auf dem neu gestarteten Megaupload solle jeder Nutzer 100 Gigabyte Datenvolumen bekommen, Übertragungslimits werde es nicht geben, schreibt Dotcom. Wie viel der Dienst kosten soll, ließ er offen. Der Internetunternehmer deutete aber an, die virtuelle Währung Bitcoin nutzen zu wollen.
Zudem will Dotcom früheren Nutzern den Zugang zu ihren alten Accounts ermöglichen. Auch hier blieb unklar, auf welche Weise die alten Accounts wiederhergestellt werden sollen. Gleichzeitig rief Dotcom frühere Mitarbeiter von Megaupload auf, mit ihm Kontakt aufzunehmen, um die Seite wiederzubeleben.