Kindersoftwarepreis Tierklinik holt den "Tommi"
Niedliche Tiere gehen immer - sagen zynische Medienmacher. Dass sie damit nicht ganz unrecht haben, zeigte sich beim Kindersoftwarepreis Tommi, der heute auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wurde - zum fünften Mal bereits.
"Meine Tierklinik" - ein anspruchsvolles Simulationsspiel für Möchtegern-Tierärzte, wurde nämlich von der zehnköpfigen Kinderjury auf Platz Eins gewählt. Das virtuelle Untersuchen, Verarzten und Pflegen von Hasen oder Hunden machte den Kindern großen Spaß.
"Mich hat erstaunt, dass so viele Jungen für dieses Spiel gestimmt haben", sagte Thomas Feibel, Mitinitiator des Preises, hinter dem außerdem die Zeitschrift "Spielen und Lernen" steht. Die Jury setzte sich aus fünf Jungen und fünf Mädchen zusammen.
Wir hätten das Spiel "am liebsten nicht mehr ausgeschaltet", schrieb die Jury in ihrer Würdigung. "Je besser wir uns um die Tiere kümmern, desto schneller werden sie gesund, und unser Ruf als Tierärztin verbessert sich."
Es mache Spaß, von dem verdienten Geld neue Dinge wie Instrumente oder Bücher zu kaufen. Diese Anschaffungen lohnten sich, weil dann zum Beispiel die Untersuchungen viel genauer würden. Anfangs habe man nur Kaninchen in der Praxis. Später kämen aber auch Katzen, Hunde und Schweine - und damit die anspruchsvolleren Untersuchungen.
Verzwickter Kriminallfall
Auf Platz zwei kam "Geheimakte Tunguska" - ein klassisches Adventure, in dem Indizien und jede Menge Gegenstände eingesammelt werden müssen, um einen Kriminalfall zu lösen. "Wer den Fall lösen will, muss nicht nur klicken, sondern auch viel überlegen", erklärten die Juroren. "Besonders gut fanden wir, dass dieses Adventure nicht zu schwer und nicht zu leicht, aber immer knifflig war."
Den dritten Platz bekam eine Lernsoftware: "Englisch mit Hexe Huckla". Die Spiele darin seien sehr lustig und man lerne Englisch ganz nebenbei, so die Jury. "Wenn der Englischunterricht in der Schule auch so lustig wäre, würden wir Englisch viel leichter lernen."
Hexe Huckla sei einer seiner Favoriten gewesen, erklärte Feibel, "vor allem jetzt, wo viele Verlage aus der Herstellung von Lernsoftware aussteigen." Deshalb freue er sich besonders über den dritten Platz für das Programm.
Erstmals wurde in diesem Jahr zudem ein Sonderpreis Kindergarten & Vorschule verliehen. Die Jury besetzten Kindergartenkinder und Vorschüler der städtischen Kindertagesstätte auf dem Universitätsgelände Mainz im Alter zwischen vier und fünf Jahren. Die drei Vorschläge für den Sonderpreis kamen von Stefan Aufenanger, Medienpädagoge und wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Lesen, und seinen Studenten.
Die Jury entschied sich schließlich für "Max fährt Bus, Bahn und Schiff" - ein Abenteuerspiel, das erste Rechenkünste voraussetzt. Kinder lernen darin, wie sie mit Bus, Bahn und Schiff fahren und wie sie selbständige Entscheidungen treffen.
hda