LulzSec: Gericht verurteilt Hacker zu Gefängnisstrafen - DER SPIEGEL
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Prozess in London LulzSec-Hacker müssen ins Gefängnis

Ein britisches Gericht hat vier Mitglieder der Hackergruppe LulzSec verurteilt. Sie sollen die Daten von Unternehmen gestohlen und veröffentlicht haben. Ein Angeklagter gab zu, an einer Attacke auf Sony Pictures vor zwei Jahren beteiligt gewesen zu sein.
LulzSec-Logo: Mitglieder der Hackergruppe sind nun verurteilt worden
LulzSec-Logo: Mitglieder der Hackergruppe sind nun verurteilt worden

LulzSec-Logo: Mitglieder der Hackergruppe sind nun verurteilt worden

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Ein Londoner Gericht hat am Donnerstag vier Mitglieder der Hackergruppe LulzSec zu teilweise mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Den Männern wird vorgeworfen, sich unerlaubt in die Netzwerke von Unternehmen gehackt und gestohlene Daten veröffentlicht zu haben. Einem Bericht des Nachrichtensenders BBC  zufolge müssen drei der Männer für mehrere Monate ins Gefängnis.

"Kayla" gilt als einer Anführer der der siebenköpfigen Gruppe, der die Ziele auswählte und die Aufgaben an die Mitglieder verteilte. Er war vor einem Jahr festgenommen worden, nun wurde zu einer Haftstrafe in Höhe von 32 Monaten verurteilt. "Topiary" soll als Pressesprecher für ihn gearbeitet haben. Davis war im Sommer 2011 festgenommen worden, nun bekam zwei Jahre Gefängnis. "Tflow" erhielt eine 20-monatige Bewährungsstrafe. Er stellte demnach die gestohlenen Daten ins Netz.

Zu den Zielen der verurteilten Hacker zählten offenbar große Konzerne wie der Spielehersteller Electronic Arts, der Zeitungsverlag News International und die britische Polizeibehörde Serious Organised Crime Agency, die sich auf das organisierte Verbrechen spezialisiert hat. Der Gründer der Hackergruppe, "Sabu", war den Behörden in den USA in Netz gegangen. Nach seiner Enttarnung durch die Behörden arbeitete er etwa ein Jahr für das FBI und verriet dabei offenbar einstige Weggefährten.

"Weltmarktführer in Sachen Spitzenunterhaltung"

Der 26-jährige "Kayla" gestand während des Prozesses, auch an den Angriffen auf die Filmproduktionsfirma Sony Pictures beteiligt gewesen zu sein und Daten des Konzerns gestohlen zu haben. LulzSec hatte im Juni 2011 eigenen Angaben zufolge den japanischen Konzern attackiert, kurz nachdem das Sony Playstation Network gehackt worden war. Die Hacker sollen damals Zugriff auf eine Million Nutzerdaten von SonyPictures.com  erlangt und Teile davon kopiert haben.

Der Name LulzSec setzt sich zusammen aus "lulz", was so viel wie "Lacher" bedeutet, und "Security", "Sicherheit". Bei Twitter  beschreiben sie sich als "Weltmarktführer in Sachen Spitzenunterhaltung auf eure Kosten." Für unterhaltsam hält der Anwalt der Crown Prosecution Service die Angriffe nicht. Die Aktionen seien "feige und rachsüchtig gewesen", sagte er gegenüber der BBC. Der Schaden, den die Hacker verursacht hätten, sei "vorhersehbar, umfassend und beabsichtigt" gewesen.

Die Verurteilung soll den Aussagen des Anwalts zufolge wohl auch eine abschreckende Wirkung auf kriminelle Hacker ausüben. Der Fall "könnte als Warnung für andere Cyberkriminelle dienen, dass sie nicht unsichtbar sind", sagte der Anwalt.

jbr