Microsoft kündigt Transparenzzentrum in Brüssel an - DER SPIEGEL
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Transparenzzentrum Microsoft will Staaten mehr Einblick in seine Software geben

Die NSA-Enthüllungen haben das Vertrauen in die Software-Konzerne erschüttert. Microsoft will gegensteuern - und setzt zur Transparenz-Offensive an. Staatliche Kunden sollen Einblicke in den Quellcode von Microsoft-Produkten bekommen.
Sicherheitskonferenz in München: Microsoft verspricht gleichzeitig mehr Offenheit und mehr Verschlüsselung
Sicherheitskonferenz in München: Microsoft verspricht gleichzeitig mehr Offenheit und mehr Verschlüsselung

Sicherheitskonferenz in München: Microsoft verspricht gleichzeitig mehr Offenheit und mehr Verschlüsselung

Foto: Tobias Hase/ dpa
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Auf der Sicherheitskonferenz in München hat Microsoft die Errichtung eines Transparenzzentrums in Brüssel angekündigt: Dort sollen Vertreter von staatlichen Kunden erweiterten Einblick in den Quellcode von Microsoft-Produkten erhalten. Die Maßnahme diene - in einer Reihe mit anderen - zur Wiederherstellung des Vertrauens der Kunden in amerikanische Software-Unternehmen.

"Wir werden ein internationales Transparenzzentrum in Brüssel einrichten [...]", schreibt Microsoft-Manager Matt Thomlinson in einem Firmenblog : "Das Brüsseler Zentrum setzt unser langjähriges Programm fort, über das staatliche Kunden unseren Quellcode überprüfen, sich über dessen Integrität und die Abwesenheit von Hintertüren vergewissern können. Ich hoffe, dass wir das Brüsseler Transparenzzentrum bis Ende des Jahres eröffnen können."

Die Einrichtung dieser Stelle ist einer von mehreren Schritten, mit denen Microsoft das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Kunden in die Integrität des Unternehmens nach den Snowden-Enthüllungen wiederherstellen will.

Denn Microsoft hat - wie andere US-Firmen auch - ein Vertrauensproblem, seit Edward Snowden aufdeckte, wie sich der US-Geheimdienst NSA und der britische GCHQ Zugang zu Kunden- und Unternehmensdaten verschafft haben.

Microsoft versucht sich juristisch gegen solche Eingriffe zu wehren. Inwieweit das Unternehmen durch Anordnungen des Fisa-Geheimgerichts zur Kooperation mit den Behörden gezwungen wurde, ist unbekannt. Sicher ist: Genau wie bei Yahoo und Google zapfte die NSA auch den Datenverkehr zwischen Microsoft-Rechenzentren an. E-Mails, die über die Dienste der drei Firmen geschrieben, verschickt und empfangen wurden, schnitt der Geheimdienst mit.

Als Reaktion darauf beschlossen Google und Microsoft, den Datenverkehr zwischen ihren Rechenzentren künftig zu verschlüsseln. Auch zu diesem Projekt meldet sich Thomlinson zu Wort und erklärt, sein Team würde umfangreiche Anstrengungen unternehmen, entsprechende Verschlüsselungstechniken zu entwickeln. Einen Einführungstermin nennt er nicht.

fkn