Netzwelt-Ticker: Apple ohne Computer, Dell mit Bäumchen - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Apple ohne Computer, Dell mit Bäumchen

Im baumlosen Las Vegas entdeckt Michael Dell seine Liebe zur Botanik, während Steve Jobs in San Francisco erklärt, dass "Computer" kein Wort mehr ist, mit dem Apple bezeichnen sollte. Außerdem: Asien bleibt länger offline, brasilianischer YouTube-Bann aufgehoben, News von Motorola und mehr.
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Nicht nur in Steve Jobs gestriger Keynote fehlte jeglicher Bezug zu Computer. Im Anschluss an die Vorstellung von iPhone und Apple TV verkündete Jobs als letzten Tagesordnungspunkt, dass Apple künftig das Wort "Computer" aus seinem Namen streichen wird. Aus "Apple Computer Inc." wird also "Apple Inc.". Damit, so "Infoworld" reflektiert die Firma ihre (nicht so) neue Ausrichtung auf Unterhaltungsmedien.

Dell forstet auf

In seiner CES-Keynote kündigte Michel Dell an, seine Firma werde ab April ein sogenanntes "Plant a Tree for Me"-Programm einführen. Für nur zwei beziehungsweise sechs US-Dollar sollen sich Käufer von Dell-PCs im Rahmen dieses Programms ein grünes Gewissen kaufen können. Das gesammelte Geld, so Dell, werde genutzt, um Bäume zu pflanzen. Die sollen den Kohlendioxid-Ausstoß ausgleichen, der beim Erzeugen des zum Betrieb der PCs notwendigen Stroms entsteht.

Mit Sicherheit eine nicht unbedingt neue, aber hübsche Idee, die allen Computerfirmen zur Nachahmung empfohlen sei (selbst Biertrinker konnten sich ja zwischenzeitlich einbilden, saufend den Regenwald zu retten). Und doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schließlich hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie schon vor Jahren vorgerechnet , dass in erster Linie die Herstellung von PCs die Umwelt belastet. Rund 16 bis 19 Tonnen Rohmaterial, so heißt es da, werden bei der Produktion verbraucht. Da dürfte ein zwei-Dollar-Bäumchen kaum als Ausgleich reichen.

Asien liegt länger lahm

Die Reparatur innnerasiatischer Kommunikationsstränge, die ein Erdbeben am 27. Dezember durchtrennte, verzögert sich weiter. Schuld daran ist laut "Syndney Morning Herald" ein Fehler auf einem der beiden zur Ausbesserung der unterseeischen Kabel ausgesendeten Spezial-Schiffe. Welcher Art dieser Fehler ist, wird nicht erwähnt. Wohl aber, dass das betroffene Schiff Taiwan angelaufen habe und seine Arbeit erst in sieben Tagen wieder aufnehmen kann.

Entsprechend werden sich die Arbeiten um eine Woche verzögern. Dennoch sollen zumindest die meisten der beschädigten Kabel bis Ende Januar geflickt sein, hofft die Telekommunikationsbehörde in Hongkong. Um das zu schaffen, seien drei weitere Schiffe entsendet worden. Dennoch müssen sich Internet-Anwender in Asien vorläufig noch mit gestörten und langsamen Verbindungen abfinden.

YouTube wieder in Brasilien

Der Brasilien-Bann, mit dem ein Richter das Video-Portal YouTube belegte, ist aufgehoben. Es sei technisch nicht möglich, nur jenes Video aus den Datenströmen herauszufiltern, auf denen das Model Daniela Cicarelli beim lustvollen Herumplanschen mit ihrem neuen Freund zu besichtigen ist, sagten die brasilianischen Internet-Provider und blockierten YouTube komplett.

Die entsprechende Verfügung wurde nun wieder aufgehoben. Wirkungsvoll war sie ohnehin nicht. Erst nach bekannt werden des YouTube-Banns wurde das monierte Filmchen richtig populär und tauchte auf immer mehr Websites auf. Eine Kontrolle über diesen Wildwuchs sei schlicht nicht möglich, heißt es von Seiten der Provider. YouTube selbst zeigt sich hilfsbereit, hat alle Kopien des Videos von seinen Servern gelöscht und will künftige versuche, das Video wieder einzustellen, unterbinden.

Mit solchen Aussagen will sich Richter Enio Santarelli Zuliani allerdings nicht zufrieden geben. Er forderte YouTube und die Internet-Provider auf, zu erklären, weshalb sie nicht in der Lage sind, das Ciarelli-Video auszusperren. Für den Fall einer nicht-zufriedenstellenden Erklärung drohte er, wäre es für ihn kein Problem, den brasilianische YouTube-Bann zu erneuern.

Yahoo verbessert mobile Suche

Im Rahmen einer Partnerschaft mit Motorola hat Yahoo eine Vorabversion von Yahoo Go for Mobile 2.0 vorgestellt. Laut "Newsfactor"  besteht die Handy-Software aus diversen Applikationen. Neben der Internet-Suche gehört dazu ein Applet namens Local & Maps, mit dem man auf lokale Verzeichnisse zugreifen oder sich Routen berechnen lassen kann. Zudem sollen diverse News-Dienste sowie ein Applet zum einfachen Austausch von Fotos und eines zur Abwicklung von E-Mail enthalten sein. Die Dauer der Beta-Phase hat Yahoo auf fünf Monate angesetzt. Wer so lange nicht warten mag, kann sich die Beta-Version aber schon jetzt bei Yahoo besorgen .

Apple-Anwender bekommen neues Office

Erst in der zweiten Jahreshälfte will Microsoft auch Apple-Anwender mit einer neuen Version der Büro-Software Office beglücken. Dann soll das Office 2008 getaufte Programmpaket im sogenannten Universal Binary-Format erscheinen und mit voller Geschwindigkeit sowohl auf alten PowerPC- als auch auf neuen Intel-Macs laufen. Statt das Design komplett umzukrempeln, konzentrieren sich die Entwickler darauf, häufig genutzte Funktionen leichter zugänglich zu machen, sagte Microsoft-Manager Geoff Price gegenüber "Infoworld" . Allerdings werde es auch einige neue Funktionen, wie etwa das "My Day"-Applet geben, über das man sich schnell über anstehende Termine und Aufgaben informieren können soll. Bereits in wenigen Wochen will der Konzern Beta-Versionen von Datei-Konvertern veröffentlichen, mit denen das aktuelle Office 2004 Dateien im neuen XML-Format lesen und schreiben können soll. Die finale Version dieser Konverter soll etwa sechs Wochen nach Office 2008 erscheinen.

Motorola versucht’s noch mal

Eine neue Variante zum Thema Musikhandy hat Motorola auf der CES vorgestellt, das MotoRizr 76. Das Linux-basierte Mobiltelefon verfügt zum Anschluss an PCs über einen USB 2.0-Port und speichert Musik auf einer 2 GB microSD Flash-Speicherkarte. Kaufmusik soll es sich auf Online Stores besorgen, die Microsofts Windows Media-Plattform und den damit verbundenen Kopierschutz unterstützen.

Laut "TechWeb"  versucht das Unternehmen, mit seinen Musikhandys wieder Schwung in den Markt zu bringen. Nachdem das Erfolgmodell Razr langsam veraltet und dessen Nachfolger Krzr kaum vergleichbare Verkaufszahlen erreicht, sollen die musikalischen Modelle für Aufschwung sorgen. Ein ähnlicher Versuch mit Musikhandy Rokr scheiterte kläglich.

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