Netzwelt-Ticker: Apple plant etwas Großes - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Apple plant etwas Großes

In der Apple-Gerüchteküche brodelt es wieder kräftig, seit der Konzern weltweit Einladungen zu Pressekonferenzen verschickt. Dermaßen dick trug Apple zuletzt auf, als es den iTunes-Shop eröffnete. Außerdem im Überblick: YouTube zensiert, Handys möglicherweise doch krebserregend.
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Es dampft und brodelt mal wieder in Apples Gerüchteküche, neue Produkte werfen ihre Schatten voraus: Am 5. September will Apple etwas Großes aus der Tüte zaubern, und das betrifft diesmal offenbar nicht nur die USA (wie beim iPhone). Für diesen Tag hat die Firma zu aufwändigen Presseveranstaltungen in mehrere Städte - unter anderem San Francisco und London - geladen.

Apple-Chef Steve Jobs: Unternehmenslenker mit Guru-Status, dessen Produkt-Verkündigungen die Gemeinde mit religiöser Erregung entgegenfiebert. Was müssen seine Kollegen und Konkurrenten neidisch sein!

Apple-Chef Steve Jobs: Unternehmenslenker mit Guru-Status, dessen Produkt-Verkündigungen die Gemeinde mit religiöser Erregung entgegenfiebert. Was müssen seine Kollegen und Konkurrenten neidisch sein!

Foto: AP

Was auch immer da kommt, hält Apple offenbar für so interessant, dass sich Journalisten dann auch noch am Folgetag damit beschäftigen wollen: Am 6. September folgen weitere Pressekonferenzen, zum Beispiel in Hamburg. Einen solchen Parallel-Aufwand in mehreren Ländern betrieb Apple zuletzt anlässlich der Eröffnung des iTunes-Stores.

Nun rumort die Fangemeinde, die neue iPods kommen sieht. Die müssten dann aber deutlich mehr bieten als nur ein neues Design oder ein paar GB mehr, um dem Bohei gerecht zu werden. W-Lan-Funktionalitäten vielleicht, so wie bei Sonys PSP? Internet-Access in Kombination mit dem iTunes Shop? Ein iPhone, mit dem man auch Würstchen wärmen und Cappuccino aufschäumen kann? Vielleicht gibt es aber auch nur endlich die tausendmal erwarteten Beatles-Alben im iTunes-Store. Steve Jobs, das ist bekannt, würde das aus irgendwelchen Gründen für eine relevante Nachricht halten.

Gleichzeitig gibt es erste Verhandlungen zwischen Steve Jobs und VW-Konzernboss Martin Winterkorn  über technische Kooperationen, an deren Ende so etwas wie ein "iCar" stehen könnte. Für die Wolfsburger wäre ein mit Apple-Produkten bestücktes Auto ein ideales Geschäft, weil sie auf diese Weise auch bei jüngeren Käuferschichten punkten und etwas für ihr zuletzt ziemlich schlaffes Image tun könnten.

Doch nicht alle Nachrichten sind für Jobs-Jünger positiv. Zwar gab es Ankündigungen, man wolle demnächst amerikanische US-Serien wie "Lost" oder "Desperate Housewives" auch im britischen iTunes Store verkaufen. Ein Verkaufsregal muss jedoch zunächst leer geräumt werden, nämlich das von NBC.

Nachdem das TV-Network gestern gemeinsam mit News Corp den Start des eigenen Videoportals "Hulu" verkündet hatte, kommt nun der logische nächste Schritt: NBC zieht sich aus dem iTunes Store zurück , wie die New York Times heute berichtet. Davon sind unter anderem Serien wie "Heroes" oder "Battlestar Galactica" betroffen. Das ist für Apple durchaus schmerzhaft, da derzeit satte 40 Prozent der bei iTunes angebotenen Videoinhalte von NBC zugeliefert werden.

Immerhin gibt es noch einigen Vorlauf, die jetzt gekündigten Verträge laufen erst im Dezember aus. Trotz allem: das öffentlichkeitsträchtige Tamtam hat auch die Aufmerksamkeit der Märkte wieder auf Apple gelenkt, was dem Börsenkurs der Unterhaltungselektroniker zu neuen Höhenflügen verhilft. Allein die Gerüchte reichten, Apples Börsenkurs zeitweilig fünf Prozent nach oben zu treiben.

YouTube-Sperre in Thailand gegen Beteiligung an Zensur aufgehoben

Seit gestern können Internetsurfer in Thailand wieder Videoclips auf YouTube ansehen. Der Zugang zum Videoportal war im April von den Behörden gesperrt worden, weil auf einigen Clips der in Thailand sakrosankte König Bhumibol Aduyadej veräppelt worden war.

Allerdings erfolgte die Freilassung nicht zum Nulltarif, YouTube musste versprechen, künftig alle Majestätsbeleidigenden und sonstig gesetzwidrigen Inhalte zu filtern. Wie "The Nation" aus Bangkok berichtet, gab der thailändische Informationsminister Sitthichai bekannt, man habe gemeinsam mit YouTube ein Programm entwickelt, dass sensible Inhalte automatisch blockieren würde , sobald ein User mit thailändischer IP-Adresse darauf zuzugreifen versuchen würde. So etwas würde sich in Deutschland auch der Zentralrat der Juden wünschen, und hier mit gutem Grund: YouTube steht wegen der Verbreitung von Nazi-Propaganda in der Kritik.

Earthlink: doch kein freies W-Lan in San Francisco

Dem amerikanischen Provider Earthlink geht es schon seit längerem nicht gut. Erst erschreckte der Telko mit der Nachricht, fast die Hälfte seiner 1.900 Mitarbeiter entlassen zu wollen, nun zieht sich das Unternehmen aus diversen Geschäftsfeldern und laufenden Verträgen zurück.

Einer davon betraf die Einrichtung eines frei zugänglichen W-Lan-Netzes im kalifornischen San Francisco . Eigentlich sollten in Zusammenarbeit mit Google insgesamt 17 Millionen Dollar in den Ausbau des städtischen W-Lan fließen, die anfallenden Betriebskosten des Gratisnetzes sollten durch Werbung und den Verkauf von superschnellen Premiumzugängen wieder hereingeholt werden. Auch ein ähnliches Projekt im texanischen Houston steht nun vor dem Aus, allerdings mit dem für Earthlink teuren Unterschied, dass dort eine Konventionalstrafe von fünf Millionen Dollar fällig wird.

Das Unternehmen wird jedoch alle Vereinbarungen einhalten, deren technische Umsetzung bereits begonnen hat. Die schon laufenden Arbeiten zur Errichtung von Netzen in Städten wie Philadelphia oder Corpus Christi sind also bis auf weiteres nicht betroffen.

Handys doch krebserregend?

"Handystrahlen", ein Begriff aus dem Wortschatz des paranoiden Technikfeindes mit Alufolienhut auf dem Kopf? Oder ist an der Sorge vor gesundheitsschädigenden Auswirkungen der Mobiltelefone doch mehr dran?

Letztere Vermutung legen Forschungsergebnisse nahe, die jetzt vorgelegt wurden. Im Allgemeinen wird bekanntlich angenommen, dass die elektromagnetische Strahlung von Handys nicht einmal ein Taschentuch durchdringen kann. Wie israelische Forscher herausgefunden haben, besteht jedoch die Möglichkeit, dass die von den Geräten emittierte Strahlung bereits nach kurzer Einwirkungszeit zu einer beschleunigten Zellteilung führen kann.

Auf gut Deutsch, sie könnte krebserregend sein , wie der New Scientist berichtet. Die Wissenschaftler am israelischen Weizmann-Institut bestrahlten Ratten und menschliches Gewebe mit einem Zehntel der üblicherweise bei Handygesprächen auftretenden Strahlung. Zwar ist diese Strahlung viel zu schwach, um Schäden am menschlichen Erbmaterial zu verursachen, aber bereits nach fünf Minuten konnten die Wissenschaftler in den bestrahlten Geweben bestimmte Botenstoffe nachweisen, die sonst nur im Zusammenhang mit verstärkter Zellteilung und Wachstum auftreten.

Die Forscher selbst möchten nicht direkt von Krebs sprechen, aber immerhin sei man erste Schritte auf einem Weg gegangen, der zur Aktivierung der Zellteilung führen könne. Bis zur Entstehung von Krebs müsse dieser Effekt wesentlich stärker und lang anhaltender wirken und sei außerdem auch nur einer der Faktoren, die schließlich zur Entartung von gesunden Zellen führten. "Die eigentliche Bedeutung liegt in der Erkenntnis, dass Zellen auch auf non-thermale Handy-Strahlung reagieren ", so Instituts-Professor Rony Seger.

Online-Übersetzung in Hieroglyphen oder Keilschrift

Angesichts all dieser Risiken durch moderne Technik mag sich mancher in alte Zeiten zurückträumen, als der Mensch nicht durch Handystrahlung oder Stau auf der Autobahn belästigt wurde.

Wer sich in die Welt der alten Ägypter, Sumerer oder Babylonier begeben will, kann das jetzt zumindest sprachlich tun. Wer korrekt fragen will, was der Pharao zum Abendessen trinkt oder wie hoch der Turm von Babel war, muss nur auf eine Seite namens VirtualSecrets gehen, dort findet er eine Art antiken Babelfisch, der englische Sätze in Assyrisch, Babylonisch oder Altägyptisch übersetzt , und zwar direkt in Hieroglyphen bzw. Keilschrift.

Das Programm wurde von Joe McCormack von der University of Advancing Technology in Tempe entwickelt. Der erste Anstoß war die Faszination des Wissenschaftlers für die Sci-Fi-Serie "Stargate", die die ägyptische Mythologie als wesentlichen Handlungsinhalt besitzt. Eigentlich ist der Übersetzungsgenerator ein Angebot für Wissenschaftler. Er soll die Arbeit von Altphilologen erleichtern und vor allem von Museen und Instituten in aller Welt genutzt wird.

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