Netzwelt-Ticker BBC lässt in 3D tanzen
3-D-Brillen (Symbolbild): Die BBC setzt auf neue Technik
Foto: MIKE SEGAR/ REUTERSDie britische Tanzshow "Strictly Come Dancing" (die deutsche Version ist als "Let's dance" bekannt) wird von der BBC seit sieben Jahren immer im Herbst ausgestrahlt, die Finalbegegnungen finden kurz vor Weihnachten statt. Das wird auch in diesem Jahr so sein, allerdings kommen die Fernsehzuschauer 2011 in den Genuss, die Tanzeinlagen räumlich in 3D zu betrachten. Jeder Besitzer eines entsprechend ausgestatteten TV-Gerätes mit Zugang zum BBC-HD-Kanal soll dieses Angebot nutzen können.
Damit ist der britische Sender endgültig im 3-D-Zeitalter angekommen, schon die Einzefinalspiele des Tennisturniers von Wimbledon waren ebenfalls in 3D ausgestrahlt worden. Im vergangenen Jahr hatten BBC-Techniker bereits einige Tanzsequenzen aus der Sendung dreidimensional aufgezeichnet und in einigen Kinos gezeigt, um die Wohltätigkeitsaktion "Children in need" zu unterstützen.
E-Book-Designer von Facebook übernommen
Die Digitalisierung von analogen Inhalten wie Büchern ist das Geschäftsfeld von Push Pop Press. Das amerikanische Unternehmen wurde bekannt durch die multimedial aufgemotzte E-Book-Version von Al Gores neuestem Ökobuch "Our Choice". Das schien den Verantwortlichen von Facebook so interessant zu sein, dass sie das Portemonnaie öffneten und die Software-Spezialisten komplett einkauften.
Auf der Webseite des Unternehmens heißt es denn auch: "Jetzt nehmen wir unsere Publishing-Technologie und alles, was wir gelernt haben, und machen uns auf, beim Design des größten Buches der Welt zu helfen, Facebook." Gegenüber dem "Wall Street Journal" teilte Facebook mit, man wolle die Push-Pop-Technologie tatsächlich im Geschäftsalltag nutzen. Die Akquisition sei weit mehr als die Art der Talentförderung, die das Social Network sonst ganz gern mit dem Ankauf kreativer Start-ups betreibe.
Britische Tauschbörsen-Abmahnanwälte kassieren Dämpfer
Abmahnanwälte finden auch in Großbritannien ihr Auskommen, indem sie massenhaft Tauschbörsennutzer mit Zahlungsaufforderungen anschreiben. Damit könnte nun Schluss sein, denn zwei britische Pioniere der Branche kassierten jetzt von der Anwaltskammer eine saftige Ohrfeige. 20.000 Pfund Geldbuße und ein Berufsverbot für die Dauer von drei Monaten sind die Strafe für deutliches Fehlverhalten.
Zwischen 2006 und 2009 hatten David Gore und Brian Miller an die 6000 Filesharer angeschrieben und sie wegen vorgeblicher Verletzung von Urheberrechten zur Zahlung von 500 Pfund aufgefordert. Dabei hätten die Anwälte wissentlich auch unschuldige Personen aufs Korn genommen, so die Anwaltskammer. Es sei ihnen nur um den reinen Profit gegangen, ohne Rücksicht auf die Folgen für ihre zum Teil finanzschwachen Opfer.
Der Reibach dürfte nun perdu sein, denn den stillgelegten Abmahnanwälten wurden zusätzlich noch die Verfahrenskosten von 150.000 Pfund aufgebrummt, berichtet TorrentFreak .
Wie viele Twitter-Follower sind echt?
Stolz brüstet sich so mancher Voll- und Halb-Promi mit der großen Schar der Follower, die ihnen auf Twitter folgt. Das gilt auch für Newt Gingrich, den ehemaligen republikanischen Sprecher des US-Repräsentantenhauses. Für 2012 hat er seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen angekündigt. Nun muss kräftig die Werbetrommel gerührt werden, und da macht sich eine große Zahl von Twitter-Fans gut für ein ein junges, netzaffines Image.
1,3 Millionen Gingrich-Verehrer sollen sich bei Twitter tummeln, doch wie es aussieht, sind die meisten nicht echt. Der Suchspezialist Peek You hat sich die Zahlen näher angesehen und kommt zu dem Schluss, dass hinter fünf, bestenfalls acht Prozent der Accounts auch wirkliche Menschen stehen. Der Rest seien Troll- und Spamprofile . Damit stützt Peek You die Aussage eines früheren Gingrich-Mitarbeiters, der von den künstlich aufgeblasenen Follower-Zahlen und von Betrug gesprochen hatte.
Üblicherweise liege die "Verbraucherrate", also der Anteil echter Twitter-Profile, zwischen 30 und 60 Prozent, so Peek-You-Chef Michael Hussey. "Wir hatten in unseren Tests ein paar ziemlich niedrige Verbraucherraten, aber Newt Gingrichs war die niedrigste, die wir je gesehen haben."
Auch das noch:
- Google+ wächst und wächst und zählt jetzt schon 25 Millionen Mitglieder. So schnell hat bisher kein Social Network zugelegt.
- US-Richter stuft Facebook-Trolling als Identitätsdiebstahl ein. Wer sich also das Passwort für ein Profil besorgt und aus Jux ein paar witzig gemeinte Einträge absetzt, macht sich strafbar.
- Skype fürs iPad ist draußen, damit können auch die Besitzer von Apples Plattrechner nach Herzenslust telefonieren. Die Nutzbarkeit des kompletten Displays macht besonders Videotelefonate interessant.
- Debatte: Warum Pseudonyme Teil der Meinungsfreiheit sind. Johannes Kuhn erklärt in der "Süddeutschen Zeitung" , dass Pseudonyme ihren Nutzern Schutz bieten. Foren für Missbrauchsopfer könnten zumachen, wenn überall Klarnamenspflicht herrschen würde.