Netzwelt-Ticker: Brandgefahr im iPhone-Netzteil - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Brandgefahr im iPhone-Netzteil

Die Supermarktkette Real ruft das iPhone 4 wegen Brandgefahr zurück, Schuld ist ein falsches Netzteil. Außerdem im Überblick: Filesharerin Thomas-Rasset zum dritten Mal zu Millionensumme verurteilt, Computerspende-Verein hat Lagerprobleme, Anonymous greift die US-Urheberrechtsbehörde an.
iPhone: Beim Discounter eine brandheiße Ware?
iPhone: Beim Discounter eine brandheiße Ware?

iPhone: Beim Discounter eine brandheiße Ware?

Foto: Kin Cheung/ AP
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Weil ein Lieferant falsche Netzteile lieferte, muss die Supermarktkette Real das iPhone 4 zurückrufen. Die iPhone-Netzteile könnten sich so sehr erhitzen, dass sie in Brand geraten  , gab das Unternehmen in einer Pressemeldung bekannt. Auf Nachfragen von Golem.de erklärte ein Real-Verkäufer in Berlin: "Wir haben die Information gekriegt, dass es Probleme mit einigen Netzteilen gab. Wir bekommen von Apple neue Netzteile." Ein Apple-Sprecher erklärte weiterhin, dass Real kein autorisierter Apple-Händler sei und es keine Rückrufaktion von Seiten Apples geben werde.

Wer sich bei Real ein iPhone 4 gekauft hat, soll in eine Real-Filiale kommen, wo der Supermarkt ab dem 10. November die fehlerhaften Geräte gegen Originalnetzteile tauscht. Wer sich unter der kostenlosen Rufnummer 0800/5035418 meldet, bekomme ein neues zugeschickt.

Real will es mit Apples Einzelhandelsambitionen aufnehmen: Vom 1. bis 6. November 2010 bietet das Unternehmen simlockfreie iPhone 4 mit 32 Gigabyte Speicher zehn Euro billiger als bei Apple an - ob die Differenz den Netzteilschaden erklärt, bleibt Spekulation. Laut Real habe sich herausgestellt, dass "von einem der Vorlieferanten des eigentlichen Real-Lieferanten versehentlich falsche Netzteile beigepackt"  wurden.

Drittes Urteil im Thomas-Rasset-Filesharing-Prozess

1,5 Millionen Dollar, so viel muss Jammie Thomas-Rasset für 24 Lieder bezahlen, die sie über den Filesharing-Dienst Kazaa im Februar 2005 getauscht haben soll . Mit diesem Urteil endet nach fünf Jahren der dritte Prozess, der wieder einmal als wegweisend für die zukünftige Behandlung von Filesharern vor US-Gerichten gesehen wird.

Thomas-Rasset hatte im August 2005 eine Abmahnung einer Plattenfirma geschickt bekommen, der sie nicht folgen wollte. Darauf hagelte es Prozesse mit phantasievollen Schadensersatzforderungen: 2007 verdonnerte eine Jury die weitgehend mittellose Frau erst zu 222.000 Dollar Strafe, 2009 dann in einem Wiederaufnahmeverfahren überraschend zu 1,92 Millionen Dollar. Richter Michael Davis, überrascht von den "monströsen wie schockierend" hohen Summen "im Bereich krasser Ungerechtigkeit" stutzte den Schadensersatz auf insgesamt 54.000 Dollar zurecht - eine Zahl, die ihm laut Tech-Blog Ars Technica noch immer als zu hoch erschien .

Die Blogger schauten genau hin, als Davis auch diesmal das Urteil verlas; unzufrieden, wie es schien: "Nachdem er das Urteil verlesen hat, zeigte er ein schiefes Lächeln und verließ den Gerichtssaal, den Kopf schüttelnd." Das letzte Wort im Fall Thomas-Rasset dürfte auch nach fünf Jahren und drei Urteilen noch nicht gesprochen sein.

Computerspende-Verein vor dem Aus

500 Computer hat das Hamburger Ehepaar Matzen bisher an Hartz-IV-Empfänger verschenkt - sie basteln die Rechner aus Bauteilen zusammen, die Unternehmen und Privatleute eigentlich als Elektroschrott entsorgen wollten, dann aber gespendet haben. Der Hamburger Computerspende-Verein der Matzens gibt seit knapp eineinhalb Jahren Geräte an Menschen ab, die laut Sozialrechtsprechung kein Recht auf einen Computer haben.

Nun droht dem Verein vorläufig das Ende der Computerabgabe - bis Ende November muss der Verein das Kellerlager räumen, in dem Bauteile liegen und zusammengeschraubt werden. Eine versprochene Alternative ist nun plötzlich doch nicht verfügbar - die Computerspender hoffen nun auf einen Helfer.

Anonymous gegen Urheberrecht

Über das Filesharing-Urteil schüttelt nicht nur der urteilende Richter den Kopf: Mit im Takt schwingen die von Plastikmasken bedeckten Köpfe der durch Protest- und Störaktionen bekannt gewordenen Mitglieder von Anonymous, dem aktiven Arm des Internetforums 4chan. Schon seit einem Monat verabredet sich der Internet-Mob in der "Operation Payback" zur Sabotage von Einrichtungen der amerikanischen Urheberrechtsindustrie wie RIAA und MPAA und klagefreudigen Musikern wie Kiss-Bassist Gene Simmons - und jetzt haben sie es auch noch auf das United States Copyright Office , die staatliche Urheberrechtsregistratur der Vereinigten Staaten, abgesehen.

Der Filesharing-Blog Torrentfreak hat einen Screenshot der Hack-Ankündigung gemacht: "Grüß euch, liebe Anons, wir haben ein neues Ziel für unsere Bewegung gegen Anti-Piraterie-Gruppen rund um die Welt: U.S. Copyright Office." Waffe der Wahl: Low Orbit Ion Cannon, ein Ddos-Werkzeug im Stil eines Computerspiels.

iOS 4 ein schmutziger Marketing-Trick?

Mit dem iOS-4-Update, so klagt eine Frau aus San Diego vor einem US-Gericht, habe Apple die zweite Generation iPhones unbrauchbar gemacht  - mit Absicht. "Die Wahrheit ist, dass iOS 4 ein massives Downgrade für ältere iPhone-Geräte ist und sie in praktisch unbrauchbare Ziegelsteine verwandelt" (PDF-Datei, 2,2 MB) . Und das sei Apple dienlich - schließlich fördere das den Verkauf neuerer iPhones.

Tatsächlich hat Apple zum Upgrade durch iOS 4 geraten, aber gewarnt, dass ältere Geräte nicht alle neuen Funktionen, etwa Multitasking, das gleichzeitige Ausführen mehrerer Programme, beherrschen werden. Das Lifehacker-Blog sah in iOS 4 für ältere iPhones nur einen geringen Leistungsgewinn  - aber Kundensabotage?

Verschwörungstheorie oder ernstzunehmende Klage, das muss jetzt das Gericht in San Diego entscheiden: Sollte ein Richter oder eine Richterin entscheiden, dass das Anliegen gut genug für eine Sammelklage ist, könnte Apple möglicherweise mit Schadensersatzforderungen von iPhone-3G-Käufern überhäuft werden.

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