Netzwelt-Ticker Google wirft ein Auge auf Mobilfunker
Am Freitag überraschte Suchmaschinenriese Google mit seiner Beteiligung an der Bieterschlacht um amerikanische Funkfrequenzen. Die waren frei geworden, nachdem das Fernsehen den terrestrischen Betrieb eingestellt hatte und vollständig digitalisiert wurde. Die Federal Communications Commission (FCC) will die entsprechenden Sendefrequenzen im 700 MHz-Bereich in naher Zukunft meistbietend versteigern. Darüber freuten sich vor allem die Telekommunikationsunternehmen, hoffen sie doch auf allerlei Zusatzgeschäfte.
Da passte es nicht besonders in ihre Pläne, dass FCC-Chef Kevin Martin öffentlich von offenen Breitbandnetzen träumte. Bisher ist nämlich die Nutzung bestimmter Geräte an bestimmte Provider gebunden. Noch weniger erfreut dürften die Mobilfunker darüber sein, dass jetzt auch Google über den Zaun grasen und sich an der Auktion beteiligen will. Dazu hat der Konzern mit umgerechnet 3,3 Milliarden Euro auch ordentlich viel Geld in die Hand genommen - und mit seiner Forderung nach vollständiger Öffnung der neuen Frequenzen noch einen obendrauf gesetzt.
Die Front der Gegner zeigt nun erste Reaktionen. Mit AT&T drehte einer der größten Platzhirsche auf dem Telekommunikationsmarkt vorsichtig bei. Die "Washington Post" berichtet von einem "Zugeständnis" an die FCC: Man könne zumindest ein Drittel der Frequenzen offen halten.
In diesen Bereichen könnte der Konsument frei über die von ihm benutzten Geräte - wie deren Softwareausstattung - entscheiden. Eine feste Bindung - wie die des iPhone an AT&T - gäbe es dann nicht mehr.
P2P-Ermittlungsakten: Japanischer Polizist gefeuert
Dummheit schützt vor Strafe nicht, diese schmerzliche Erfahrung musste ein Polizist aus der japanischen Hauptstadt Tokio machen. Weil er teilweise hochbrisante Ermittlungsakten über eine Tauschbörse weltweit verteilt hat, verlor der Gesetzeshüter seinen Job.
Zuvor hatte der Mann ein Filesharingprogramm namens Winny auf seinem Dienstrechner installiert, ohne dabei Limits für freigegebene Verzeichnisse festzulegen. Was nichts anders heißt, als dass die komplette Festplatte jedermann offenstand.
Auf dieser befanden sich unter anderem rund 6000 Polizeidokumente: Verhörprotokolle, Daten über die Standorte von Verkehrsüberwachungskameras und vieles mehr. Auch fanden die persönlichen Daten von 12.000 polizeilich erfassten Personen ihren Weg ins Netz, darunter 400 Angehörige der Yakuza - gegen die derzeit Untersuchungen wegen der Ermordung des Bürgermeisters von Nagasaki laufen.
Bundeswehr rechnet mit Windows
Die Bundeswehr: eine Armee mit Traditionsbewusstsein. Dass das auch im schnell drehenden IT-Zeitalter so bleibt, zeigt der militärische Technik-Habitus. Veraltete Modelle werden jahrelang liebevoll gepflegt, und wenn sie nicht mehr fahren oder fliegen, sind sie immer noch als Ersatzteillager nützlich. Hier kommt nix so schnell weg!
Auch im Bereich der verwendeten Software hält man gerne am überkommenen Brauchtum fest. Während Ämter und Behörden landauf, landab aus Kostengründen zu lizenzfreien Programmen wie Linux wechseln, steht die Bundeswehr treu zu Microsoft - wie man gerade mal wieder unschwer erkennen kann: Im Rahmen des sogenannten Herkules-Projekts, der Modernisierung der technischen Infrastruktur, sind 140.000 PCs in 1750 verschiedenen Liegenschaften mit neuen Betriebssystemen auszustatten.
"Bei den Tischrechnern wird es Windows sein", stellte Johannes Nagel, der Chef des Bundeswehr-Netzwerklieferanten BWI Systeme, in der "Berliner Zeitung" klar . Allerdings wäre dem Manager eine "offenere Formulierung im Vertrag sicherlich lieber gewesen. Allein schon deshalb, weil das die Verhandlungsposition unserer Einkäufer gegenüber Microsoft gestärkt hätte".
Nun habe die Bundeswehr durch ihr Beharren auf dem bisherigen Vertragspartner diese Vorteile aus der Hand gegeben. Als Grund hätten die Militärs die jahrelange Erfahrung und die daraus resultierende Vertrautheit ihrer Mitarbeiter mit Microsoft-Programmen angeführt. Die allzu loyale Entscheidung für Microsoft sei aber keineswegs die Ursache für die zuletzt um 450 Millionen Euro gestiegenen Herkules-Kosten. Das Programm schlägt insgesamt mit 7,1 Milliarden Euro zu Buche.