Netzwelt-Ticker Microsoft würgt Würge-Werbung ab
Microsoft distanziert sich von einem Werbeclip für den Internet Explorer 8. In ihm erbricht sich eine Frau mehrmals, nachdem sie ihren Partner beim Surfen auf ungenannten Websites ertappte. In diesem Augenblick tritt Dean Cain, bekannt als Superman-Darsteller, ins Bild und warnt: Mit Internet Explorer 8 wäre das nicht passiert.
"Wir haben das Video als ironischen Hinweis auf das InPrivate-Browsing-Feature des IE8 entwickelt," kommentiert ein Microsoft-Sprecher bei Cnet das Ekel-Video: "Das Feedback war vorwiegend positiv, aber einige unserer Kunden fanden es anstößig, also haben wir es entfernt." Das Video war in einem YouTube-Kanal abrufbar, der zur Vermarktung des IE8 eingerichtet wurde und in dem noch etliche andere Microsoft-Clips lagern .
Karriere machte das Video daraufhin natürlich erst recht - als "schlechteste Werbung aller Zeiten". Eine Erfahrung, die für Microsoft nicht neu ist. Das Unternehmen aus Redmond kann auf eine bunte Vergangenheit peinlicher Fremdschäm-Clips zurückschauen: Die 300-Millionen-Dollar-Kampagne für Windows Vista zog Hohn und Spott nach sich, ein ohrenbetäubender Clip für ein Musik-Programm hinterließ eine Spur des verwunderten Ohrensausens und schon lange davor hieß es "Fremdschämen mit Microsoft".
Ende der SMS-Blockade im Iran
Drei Wochen nach der umstrittenen Wahl im Iran, die zu heftigen Straßenprotesten mit vielen Toten führte, dürfen die Iraner wieder SMS-Kurztexte verschicken . Laut BBC News war das Versenden von Textnachrichten mit dem Handy seit dem 11. Juni nicht mehr möglich, dem Tag vor den Wahlen. Am Mittwoch rief der geschlagene Kandidat Mussawi die Regierung Ahmadinedschad dazu auf, nicht länger das Telefon- und Datennetz zu blockieren.
Kritische SMS-Lücke im iPhone
Apple will bis Ende des Monats eine gefährliche Sicherheitslücke im iPhone stopfen. Über die könnte ein Angreifer Kontrolle über das Apple-Handy erlangen, sagte ein Sicherheitsexperte am Donnerstag . Mit Hilfe einer manipulierten SMS könnte er das GPS-System und das Mikrofon anzapfen, so die genaue Position des Telefons erfahren und Gespräche belauschen oder gleich die Rechenkraft des iPhone einem Botnetz zur Verfügung stellen.
Richter kippt Urteil im MySpace-Mobbing-Prozess
Ein Bezirksrichter hat am Donnerstag ein Jury-Urteil gegen die Angeklagte Lori Drew gekippt und die Angeklagte in allen Anklagepunkten freigesprochen . Drew, 50, wurde vorgeworfen, sich an einer Mobbing-Kampagne gegen ein 13-jähriges Mädchen beteiligt zu haben. Die damals 49-Jährige soll der 13-Jährigen zuvor einen Internet-Freund vorgegaukelt, später eine Trennung des vermeintlichen Web-Freundes vorgetäuscht haben. Das Mädchen brachte sich schließlich um.
Da das Mobbing auch im sozialen Netzwerk MySpace stattfand, wurde Drew eine Umgehung der Nutzungsbedingungen von MySpace vorgeworfen - in der Argumentation der Anklage das rechtliche Äquivalent eines Computerhacks. Bezirksrichter George Wu wollte sich im Gegensatz zur Jury dieser Argumentation nicht anschließen: "Damit kann der Websitebesitzer quasi selbst bestimmen, was ein Verbrechen ist". Genau so argumentierten Kritiker des Urteils seit Monaten. "Das kriminalisierte, was eigentlich nur ein Vertragsbruch ist."
Universal plant "Asteroids"-Spielfilm
Das Filmstudio Universal ist erfolgreich aus einem Bieterkampf um die Filmrechte am Spielhallenklassiker "Asteroids" hervorgegangen. Ja, richtig gelesen: Universal will einen Film drehen über ein Spiel, in dem sich ein weißes Dreieck dreht und weiße Punkte auf weiße Vielecke schießt, die daraufhin in kleinere Vielecke zerfallen. Am Script soll sich Matthew Lopez versuchen. Dem sei gut angeraten, sich einmal "The King of Kong" anzuschauen, eine liebevolle Dokumentation über Spielhallenhelden .