Netzwelt Ticker Youtube verpasst Copyright-Deadline
Eigentlich hätte um Punkt Null Uhr in der Neujahrsnacht YouTubes neues System zum Urheberrechtsschutz in Betrieb gehen müssen - so sieht es der Vertrag zwischen YouTube und der Warner Music Group vom letzten September vor. Es geht um ein System, das Inhalte erkennen und im Lizenzfall Gebühren automatisch reklamieren kann, um so Copyright-Verstöße auf der Videoplattform einzuschränken. Doch zum 1. Januar war von so einem System nicht viel zu erkennen. Video-Uploads wurden nicht kontrolliert, einzig eine Nachricht wies die User darauf hin, dass sie ihre Videos auf eigenes Risiko auf die YouTube-Seiten laden.
Die Deadline zu verpassen, wäre ein großer Rückschlag für YouTube, so ein Analyst gegenüber dem Sydney Morning Herald. Noch habe das Unternehmen aber bis zu zwei Wochen Zeit, das Versäumnis nachzuholen.
Bessere Fotosuche könnte Privatsphäre beeinträchtigen
"Aus Schweden mit Liebe" prangt über der Website. Doch was das schwedische Unternehmen Polar Rose vorhat, sorgt im Moment neben Begeisterung vor allem bei einigen Datenschützern für Bedenken. Wie bereits berichtet, soll anhand einer von Usern gefütterten Datenbank mit Gesichtern eine Software Menschen auf Internetfotos automatisch erkennen. Ein Browser-Plugin sucht dann Websites automatisch nach Gesichtern ab und platziert dort ein Rosen-Logo. Auf Knopfdruck können Polar-Rose-User dann entweder existierende Informationen abrufen, oder bisher unbekannte Details zum Gesicht hinzufügen.
Noch ist alles andere als klar, wie gut das System funktionieren soll - die Polar-Rose-Betreiber gehen bei ihrer Testdatenbank von 10.000 Fotos von einer zu 95 Prozent sicheren Gesichtserkennung aus. Im Internet gibt es aber so viele Bilder von Personen, dass von einer so hohen Trefferquote wohl erst einmal kaum die Rede sein dürfte.
Und das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht. Zum Beispiel die Nachrichtenagentur AP sieht einen Privatsphären-GAU voraus, wenn "Polizei, Stalker und Ehegatten" mit Fotobeweis herausfinden können, wo Personen sich aufhielten, zum Beispiel bei Antikriegs-Demonstrationen - oder im Urlaub mit der Geliebten.
Windowsprogramme unter OSX
Wer Windows-Programme unter OSX ausführen wollte, kam bisher kaum an Virtualisierungs-Programmen wie VMWare oder Parallels Desktop for Mac vorbei. Doch Crossover, das jetzt in einer neuen Beta-Version auf der Codeweavers-Seite zum Download steht (Vollpreis 40 Dollar), hat einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Es kommt ohne Windows-Lizenz aus, kann Windows-Programme also praktisch ganz ohne Windows ausführen. Das hat jedoch seinen Preis: Nicht alle Programme laufen unter Crossover. Eine bereits recht lange Liste zeigt jedoch den aktuellen Stand der unterstützten Software an.
Irakische Blogosphäre zur Saddam-Hinrichtung
Die Veröffentlichung des vollständigen Handy-Videos von Saddam Husseins Hinrichtung in Bagdad zeigt auch, welche Macht im Internet veröffentlichte Darstellungen haben können. Die im Fernsehen verbreiteten Szenen zeigten ein beinahe schon banales Ende des ehemaligen Diktators, nur er und seine vermummten Henker. Doch das vollständige Video könnte aus einem Schlusspunkt hinter einer langen und traurigen Geschichte den Anfang einer Märtyrer-Geschichte machen: Das Hinrichtungsvideo als PR-Desaster, wie die ORF Futurezone kommentiert. Diese Spaltung zeigt sich auch in der irakischen Blogosphäre. Die Website Iraqslogger.com sammelt die Reaktionen von irakischen Bloggern - und zeichnet ein beeindruckendes Bild der inneren Zerrissenheit. "Ich wollte weinen, aber meine Tränen waren vermischt:
Gleichzeitig Tränen der Freude und der Trauer".
IT-Pläne der deutschen EU-Präsidentschaft
Neben Plänen zu mehr Sicherheit im Internet, einem EU-weiten E-Government, dem Kampf gegen Spam-E-Mails sind auch die Überwachung des Internets, der Kampf gegen den Terror und eine Reevaluation der EU-Richtlinie zum Datenschutz Teil des Programms, das für die deutsche Ratspräsidentschaft in der EU erstellt wurde.
Im Sektor "Informationsgesellschaft", so die ORF Futurezone, habe man sich einiges vorgenommen - doch neben ehrenwerten Projekten wie der Einschränkung von Spam dürften Datenschützer und Verbraucherschützer vor allem angesichts des angekündigten Kampfes gegen den Terror frösteln. Das, so die Futurezone, könne nur eine verstärkte Überwachung des Internets sowie EU-weiten Austausch von Daten bedeuten.