Neue Top-Level-Domains Microsoft sichert sich Office.porn
Domain-Endung .porn: Manche Adressen haben sich Tech-Firmen schon gesichert
Unter Adressen wie Office.porn und Office.adult könnte man bald Angebote von Microsoft finden. Wie andere Konzerne auch hat sich das Unternehmen einige Domains gesichert, die sonst auch für Kritiker, Satiriker oder die Konkurrenz interessant wären.
Bestimmte Unternehmen und Prominente haben in der sogenannten Sunrise-Phase bis zum 1. April die Option, bevorzugt Internetadressen mit den neuen Endungen .porn und .adult zu registrieren . Ab 1. Juni können sich dann auch andere Firmen und Personen um die jeweiligen Adressen bemühen.
Viele Markeninhaber haben ihre Chance zur Vorabregistrierung genutzt: Microsoft sicherte sich zum Beispiel Microsoft.adult und Office.porn, während Apple jetzt unter anderem Apple.porn gehört. US-Superstar Taylor Swift registrierte TaylorSwift.porn, die Automarken BMW und Volkswagen besitzen nun die Adressen BMW.porn und Volkswagen.adult. Porsche hat sich Porsche.sexy reservieren lassen, nicht aber Porsche.porn und Porsche.adult.
An der Sunrise-Phase kann jeder teilnehmen, der beim Trademark Clearinghouse als Markeninhaber geführt wird. Ob man dafür berechtigt ist und welche Top-Level-Domain gerade in der Vorregistrierung ist, lässt sich mit einem Web-Tool herausfinden .
Hilfe für Kinderschutzfilter
Damit es nicht wie in der Anfangszeit des Internets zu einer endlosen Schlacht um Besitzrechte an Domain-Namen kommt, werden also Menschen und Firmen mit einem berechtigten Interesse bevorzugt. Für Firmen und Prominente stellt diese Regelung einen willkommenen Kompromiss dar.
Die Internet-Verwaltungsgesellschaft ICANN hatte 2011 entschieden, dass es Zeit für eine Erweiterung des Adressraums im Internet ist. Die bis dahin verfügbaren Top-Level-Domains waren nicht genug, um der Vielfalt der Internet-Angebote und der Nachfrage nach Identifikationsmerkmalen gerecht zu werden.
Die Top-Level-Domains .porn und .adult sollen es Kinderschutzfiltern leichter machen, generell nicht kindergerechte Inhalte zu blockieren und zwei in unterschiedlichen Feldern aktive, aber namensgleiche Institutionen voneinander zu trennen. Jeder Internet-Teilnehmer kann eine eigene, neue Top-Level-Domains vorschlagen. Von 1930 Einreichungen wurden bislang 547 von der ICANN akzeptiert .
Doch das neue System hat auch Probleme: So ist zum Beispiel Streit um die Top-Level-Domain .sucks entbrannt. Kritiker werfen der zuständigen Registrierungsstelle vor, mit der Angst vor Beleidigungen Geschäfte zu machen. "Sucks" heißt so viel wie "ist scheiße" - und könnte also für Websites nach dem Muster FirmaXY.sucks verwendet werden.
Wer selbst herausfinden will, welche Firma und welcher Prominente sich bereits neue Internetadressen gesichert hat, kann das im Domain-Checker des Registrators ICM Registry tun . Einfach die Websites der gesuchten Firma oder Person ohne Top-Level-Domain unter "Edit Domain List" Zeile für Zeile eintragen. Interessant sind alle Felder, die mit einem roten X markiert sind: Dort wurde bereits eine Adresse registriert, sehr wahrscheinlich vom gesuchten Markeninhaber.