Sex.com Teures Nachspiel
San Jose - Stephen Michael Cohen könnte der jahrelange Rechtsstreit um die Domain Sex.com teuer zu stehen kommen. Cohen hatte sich die wohl gewinnträchtigste Adresse im Internet 1995 mit einer Betrügerei gesichert.
Als Ausgleich für den Schaden, der dadurch dem rechtmäßigen Eigentümer entstanden ist, könnte Cohen nun die Einnahmen verlieren, die er mit anderen unter seinem Namen registrierten Domains erzielt. Zur größtenteils pornografischen Adressen-Kollektion Cohens gehören etwa Sex.net, Kinkymate.com sowie mehr als 80 andere Domains.
Wie der Internet-Newsdienst "Wired News" berichtete, beauftragte ein US-Gericht im kalifornischen San Jose am Freitag einen Rechtsberater, die Einnahmen aus den Internet-Geschäften Cohens einzufrieren. Das Geld soll auf ein vom Gericht kontrolliertes Konto eingezahlt werden, bis eine endgültige Entscheidung über eine mögliche Schadenersatzzahlung getroffen ist.
Im November vergangenen Jahres hatte das Gericht die Domain dem Geschäftsmann Gary Kremen zugesprochen, der Sex.com 1994 registriert hatte. Cohen hatte ihm die Webadresse mit einem gefälschten Brief an Network Solutions abgejagt: Die Firma, bei der man Domains registrieren lassen kann, übertrug Sex.com an Cohen.
Das Gericht hatte Cohen aufgefordert, die Einnahmen aus dem Betrieb von Sex.com seit 1995 offen zu legen. Schätzungen zufolge bringt die unmissverständliche Adresse seinem Betreiber jährlich Millionen an Dollar für Bannerwerbung. Zudem sollte Cohen 25 Millionen Dollar für mögliche Schadenersatzzahlungen an Kremen bereitstellen. Bislang hat Cohen das Geld allerdings noch nicht eingezahlt.