SpaceX will satellitengestütztes Internet erproben - DER SPIEGEL
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Satelliten-Netzwerk SpaceX will Internetzugänge aus dem All ermöglichen

Der Milliardär Elon Musk möchte vom All aus die Erde mit Internetzugängen versorgen. Er könnte weiter kommen als Facebook oder Google mit ähnlichen Vorhaben - immerhin besitzt er ein Raumfahrtunternehmen.
Elon Musk: Großes Projekt für die Zukunft
Elon Musk: Großes Projekt für die Zukunft

Elon Musk: Großes Projekt für die Zukunft

Foto: Patrick T. Fallon / REUTERS
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Elon Musk will die Welt mit schnellem Internet versorgen - und zwar aus dem Weltall. Wie die "Washington Post" berichtet, hat Musks privates Raumfahrtunternehmen SpaceX bei der amerikanischen Regulierungsbehörde FCC um die Genehmigung gebeten, ein Projekt für satellitengestützte WLAN-Versorgung zu erproben. Falls die FCC das Gesuch akzeptiert, sollen erste Testläufe Anfang 2016 beginnen. Im Einzelnen sehen die Pläne vor, ein Netz aus 4000 kleinen und preiswerten Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Sie sollen den Zugang zum Internet auf dem gesamten Planeten ermöglichen, selbst in den entlegensten Regionen. Mit diesem Projekt werde das Internet gleichsam im All erneut aufgebaut , so Musk.

Wenn der Unternehmer mit seinem Vorhaben erfolgreich sei, würde SpaceX aus einer Raketenfirma zum Internetprovider, so die Einschätzung der "Washington Post". Damit greife das Unternehmen nicht nur die Branchenriesen in den Industriestaaten an, sondern könne auch Milliarden Neukunden gewinnen, die bislang ohne Netzzugang seien. Anders als bei vorherigen Versuchen für ein Weltraum-Internet habe Musks Projekt einige Aussicht auf Erfolg. Er verfüge über die benötigte Raketentechnologie und sein Konzept vieler kleiner, dabei billiger Satelliten verspreche mehr Effizienz, als sich auf wenige und schwer zu ersetzende Komponenten zu verlassen.

Investitionsbedarf von mindestens einer Milliarde Dollar

An dieser Hürde seien etwa Dish Network und DirecTV gescheitert. Sie hätten ihr Angebot auf wenige und ältere Satelliten gestützt, mit denen immer nur begrenzte Regionen hätten abgedeckt werden können. Dagegen biete Musks Idee eines Satellitenschwarms in einer niedrigen Umlaufbahn volle Abdeckung. Ob Musk tatsächlich grünes Licht von der FCC erhält, ist nicht sicher. Als sich der 4G-Netzanbieter LightSquared vor drei Jahren mit einem ähnlichen Konzept um eine FCC-Zulassung bewarb, zeigte sich die Behörde anfangs interessiert. Doch dann intervenierte das Militär und führte die Gefährdung des von Flugzeugen genutzten Radarsystems an, das Projekt wurde eingestellt. Nachdem auch Pläne für die Errichtung eines USA-weiten LTE-Breitbandnetzes wegen möglicher Gefährdung des GPS-Systems gescheitert waren, meldete das Unternehmen schließlich Konkurs an .

Mögliche Probleme bei der Einrichtung des Weltraum-Internets haben einen anderen potenziellen Wettbewerber bereits zurückschrecken lassen. "The Register" meldet, Facebook habe das Vorhaben aufgegeben, für sein Projekt zum weltweiten Netzzugang Internet.org auch auf Satelliten zu setzen. Neben der Kritik etwa aus Indien, damit würden die Regeln der Netzneutralität verletzt, seien vor allem finanzielle Gründe ausschlaggebend gewesen. Zur Errichtung eines global aktiven Satellitennetzes sei ein Investitionsbedarf von mindestens einer Milliarde Dollar veranschlagt worden. Das sei selbst für einen solventes Unternehmen wie Facebook zu viel, zumal nicht klar sei, wie mit dem Projekt auch nur ein einziger Dollar verdient werden könne .

Ähnliche Beweggründe haben offensichtlich auch bei Google zur Entscheidung geführt, Planungen für ein Satelliten-Internet zu beenden .

meu