Kostenloskultur Von Stromberg bis Rammstein - das gibt es gerade gratis im Netz
1. Zwei Stunden Fremdscham: "Stromberg - Der Film"
"Lass das mal den Papa machen": Christoph Maria Herbst als Stromberg
Foto: Myspass.de"Mir grinst die Sonne aus jeder Ritze!", sagt Bernd Stromberg. Der Protagonist der gleichnamigen Büroserie arbeitet jetzt nicht mehr bei der Versicherung, sondern im Willy-Brandt-Haus. Mit dieser Überraschung beginnt "Stromberg - Der Film", das zweistündige Finale der Serie über den meistens unausstehlichen Chef.
Auch wer die fünf Serienstaffeln nicht gesehen hat, wird den Egomanen Stromberg (Christoph Maria Herbst) schnell hassen und lieben lernen. Stromberg, die Fremdscham in Person, sagt Dinge wie: "Probleme sind für mich wie Brüste: Wenn du sie anfasst, macht es am meisten Spaß!" - und bewegt sich dabei traumwandlerisch auf den größten Karrieresprung seines Lebens zu.
Der Kinofilm ist kostenlos auf Myspass.de zu sehen , dort gibt es auch alle fünf Staffeln der Serie und ein Videoblog der Macher .
2. Der Leinwandflüsterer: Bob Ross auf Twitch
Bob Ross malt Baumstämme: Achteinhalb Tage "The Joy of Painting"
Foto: twitch.tvMan muss kein Hobbymaler sein, um sich von Bob Ross verzaubern zu lassen. Seine Fernsehshow "The Joy of Painting" ist mehr als ein Malkurs für kitschige Landschaftsgemälde: Es ist die pure Entspannung. Auf Twitch gibt es zurzeit alle 403 Folgen der Kultserie aus den Achtziger- und Neunzigerjahren zu sehen - und zwar hintereinander.
Mehr zu der Aktion lesen Sie hier.
3. Zum Verzweifeln: "That Level Again"
App zum Verzweifeln: Screenshot von "That Level Again"
Foto: Nurkhametov TagirNicht schon wieder! Wer sich auf die Spiele-App "That Level Again" einlässt, wird früher oder später verzweifelt den Kopf schütteln. 64 Mal muss der Spieler das gleiche Level bewältigen - und doch ist die Lösung jedes Mal eine andere. Mal muss der Nutzer versteckte Schalter finden, mal spielt die Steuerung des Jump'n'Run-Spiels verrückt.
"That Level Again" ist zugleich eine Studie darüber, wie trickreich sich eine kleine 2D-Welt auf dem Touchscreen variieren lässt. Zum Beispiel friert im Level mit dem Titel "I am fainting" ("Ich werde ohnmächtig") immer wieder das Bild ein. Weiter geht es nur, wenn der Spieler sein Smartphone schüttelt - ganz so, als würde er das Gerät aus einer Ohnmacht aufwecken.
Wer nicht weiterweiß, kann sich im Spielmenü für jedes Level einen Hinweis geben lassen, muss sich dafür aber einen Werbeclip anschauen. Die Gratis-App gibt es für iOS und Android . Ein grafisch aufgehübschter Teil zwei ist bislang nur für Android verfügbar.
4. Die Pyro-Rocker: "Rammstein in Amerika"
Szene aus "Rammstein in Amerika": Live-Konzert der Band
Foto: arteDie Rocker von Rammstein inszenieren ihre Bühnenshows als Gesamtkunstwerk. Obwohl die Texte auf Deutsch sind, ist die Band auch in den USA beliebt. Regisseur David Lynch hat sogar Rammstein-Lieder für den Soundtrack seines Kinofilms "Lost Highway" verwendet.
Die Dokumentation "Rammstein in Amerika" von Hannes Rossacher versucht den Erfolg der Kostümrocker in den Staaten zu erklären, dabei kommen Weggefährten wie Iggy Pop und Marilyn Manson zu Wort. Rammstein, so heißt es in der Doku, spielen mit dem Klischee des hünenhaften Deutschen, das die US-Amerikaner aus den Filmen über den Zweiten Weltkrieg kennen.
In den Interviews wirken die Musiker dagegen verblüffend brav. So erzählt Keyboarder Christian Lorenz alias "Flake" nostalgisch: "Man sehnt sich doch manchmal danach zurück, wie wir alle zusammen im kleinen Bus gefahren sind und einen Teller mit Brötchen hatten."
5. Freunderlwirtschaft: ORF-Serie "Braunschlag"
Kaffee mit Mutter und Pfarrer: Bürgermeister Tschach (Robert Palfrader, r.)
Foto: 3satWas tun, wenn ein Dorf pleitegeht? Bürgermeister Gerri Tschach (Robert Palfrader) aus der ORF-Serie "Braunschlag" hat eine unorthodoxe Idee. Weil der "Landeplatz für unbekannte Flugobjekte" keine Touristen mehr anlockt, soll eine vorgetäuschte Marienerscheinung das Dorf berühmt machen.
Für den österreichischen Autor und Regisseur David Schalko ist die Serie mehr als eine Provinzposse. Es gehe um "Freunderlwirtschaft, Gier und Korruption", schreibt er in einem Beitrag für "Zeit Online" . Zugleich hatte Schalko beim Entwurf der Serie den Ort seiner Kindheit vor Augen: "Ein Jahr Schreibarbeit und fünf Monate Dreh sollten mir diesen Ort wieder fühlbar machen."
Das Ergebnis ist eine groteske Mini-Serie mit Lokalkolorit aus dem Waldviertel in Niederösterreich. Die Handlung ist verworren - und wer den Dialekt nicht gewohnt ist, muss genau hinhören.
Achtung: Die acht Folgen sind nur bis zum 2. November in der 3sat-Mediathek verfügbar . Der Sender "ABC" plant zurzeit ein Remake fürs US-Fernsehen .
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