Online-Pöbeleien Twitter-Nutzer können jetzt Blockier-Listen tauschen
Schon seit einigen Monaten bemühen sich die Twitter-Verantwortlichen, stärker gegen Online-Belästigungen vorzugehen. Am Mittwoch präsentierten sie nun ein neues Hilfsmittel, das es Nutzern erleichtern soll, sich vor lästigen Zeitgenossen zu schützen: den Austausch von Blockierlisten.
Schon bisher war es möglich, missliebige Twitterer stummzuschalten oder ganz zu blockieren. In beiden Fällen werden keine Nachrichten des blockierten Accounts mehr angezeigt. Mit der Zeit können auf diesem Weg umfangreiche Listen zusammenkommen.
Seit Mittwoch ist es möglich, diese Listen zu exportieren und anderen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Dazu wird die Liste in eine .csv-Datei umgewandelt, weil sie in diesem Format leicht anderen Nutzern zugesandt werden kann. Diese können die Liste dann importieren.
Keine automatischen Updates
"Wir wissen, dass manche Nutzer, die große Mengen von unerwünschten Interaktionen erleben, bessere Hilfsmittel benötigen", schreibt Xiaoyun Zhang im Twitter-Blog . Die Export-Funktion findet man in der Desktop-Version unter "Einstellungen" -) "Blockierte Accounts" -) "Erweiterte Optionen". Fehlt sie dort noch, wird sie vermutlich binnen der nächsten Tage freigeschaltet.
Mit der Einführung des Listentausches kommt Twitter einem Bedürfnis nach, das schon zuvor einige unabhängige Entwickler zum Umsetzen ähnlicher Lösungen veranlasst hat. Jacob Hoffman-Andrews, der Entwickler der Sperrfunktion BlockTogether , bemängelt am neuen Twitter-Angebot, dass die Listen nicht automatisch aktualisiert werden. Änderungen am Umfang und Inhalt importierter Listen könnten nur manuell vorgenommen werden . Automatische Änderungen seien zum Beispiel hilfreich, wenn etwa ein Twitter-Profil versehentlich im Sperrbereich gelandet sei.
Twitter hat seine Bemühungen zur Bekämpfung von Mobbing und Trollereien seit Anfang des Jahres deutlich gesteigert. Im Februar hatte Geschäftsführer Dick Costolo Nachholbedarf beim Bekämpfen von Trollen auf seiner Plattform eingestanden.