Wii U: Nintendo bespielt zweiten Bildschirm
Netzwelt-Ticker Wii U mit Regionalsperre, Gerüchte um Facebook, Google-Updates
Die Spielkonsole Wii U wird mit einer so genannten Regionalsperre ausgestattet . Das hat der Konsolen-Hersteller Nintendo dem Fachmagazin "Computer And Video Games" ("CVG") mitgeteilt. Die Konsole ist für den Winter angekündigt. Ist die Wii U in Europa gekauft, kann man nur diejenigen Spiele spielen, die auch in Europa gekauft wurden. Wer sich gern im Urlaub Originalfassungen, Spiele vor dem lokalen Veröffentlichungstermin oder einfach Schnäppchen aus Übersee kauft, wird mit einer unveränderten (also ungeknackten) Wii U nicht glücklich werden.
Das ist für Nintendo-Spielkonsolen nicht ungewöhnlich - aber vielleicht trotzdem ein riskanter Zug: Immerhin lassen es Microsoft mit der Xbox und Sony mit der Playstation den Spieleherstellern offen, ob sie den Verkauf ihrer Spiele mit so einer Regionalsperre beschränken wollen (die meisten tun es nicht). In Sonys Wii-U-Konkurrentin PS Vita ist so eine Sperre nicht einmal vorgesehen.
Viel Aufregung um ein paar Pinnwand-Einträge
Das soziale Netzwerk Facebook hat alte Pinnwand-Einträge als neue Timeline-Posts wiederveröffentlicht - einige Mitglieder jedoch hielten diese fälschlicherweise für Privatnachrichten, die nun in der Timeline gelandet und damit potentiell für die ganze Internet-Öffentlichkeit einsehbar gewesen waren. Die Angst war so groß, dass Frankreichs oberster Datenschützer bereits Facebook-Verantwortliche einbestellt und zur Aufklärung aufgefordert hatte. Zwei von der Presse aufgeschreckte französische Minister hatten ihn zuvor auf das angebliche Datenleck aufmerksam gemacht.
Jetzt gab es Entwarnung : Es handelt sich nur um alte Pinnwand-Einträge, die als Timeline-Eintrag neuveröffentlicht wurden. Für unerfahrene Facebook-Nutzer mag das so ausgesehen haben, als ob Privatnachrichten veröffentlicht wurden - glaubt Facebook - weil sie sich nicht mehr daran erinnern konnten, wie Facebook vor Timeline einmal funktioniert und ausgehen habe.
Ein paar App-Aktualisierungen von Google
Google hat an iOS- und Android-Apps für Books, Chrome und YouTube gearbeitet: Google Books für Android ist ein wenig schlauer geworden und kann nun Ortsnamen und -marken in E-Büchern erkennen und auf Anfrage mit Informationen anreichern, Textfragmente automatisch übersetzen und Anmerkungen speichern. Und die Blätter-Animation wurde überarbeitet .
Die Chrome-App für iOS hingegen wurde geringfügig an iPhone 5 und iOS 6 angepasst und YouTube endlich als App für iOS veröffentlicht - für all jene, die lieber mit einer App als via Browser Videos anschauen wollen.
Was am Dienstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war
- Ubuntu-Kunden gehen auf die Barrikaden, weil Distributor Canonical einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sei - und künftig in Datei-Suchanfragen auf dem Ubuntu-Desktop Werbeanzeigen für das Kaufportal Amazon anzeigen wird. Das neue Feature, das Canonical mehr Geld "zur Investition in das Projekt" bringen soll, wurde prompt als Bug, also als Software-Fehler gemeldet. "The Register" hat die folgende Diskussion zwischen Canonical-Chefs und Nutzern mitgeschrieben.
- Megaupload-Gründer Kim Dotcom wurde deshalb vom neuseeländischen Geheimdienst überwacht, weil dieser dachte, Dotcom als nicht ansässigen Ausländer überwachen zu dürfen . Allein: Dotcom (und seine mitüberwachten Angestellten) ist regulärer Einwohner Neuseelands .
- Die Schweizer Verkehrsbetriebe SBB werden sich mit Apple treffen, um über den möglichen Design-Klau der Schweizer Bahnhofsuhren zu reden. Der SBB wolle dabei allerdings "Apple nicht verärgern, indem wir nach Geld fragen" , sagte ein SBB-Sprecher.
- MySpace hat endlich das neue Design vorgestellt, mit dem das etwas unter die Räder geratene Musik-Netzwerk eine Wiederauferstehung feiern will. Um es kurz zu machen: Sieht gut aus - wie ein Mashup aller derzeit angesagten sozialen Internetdienste.