20 Grad Temperatursturz: Deutschland - ein Schauermärchen - DER SPIEGEL
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20 Grad Temperatursturz Deutschland - ein Schauermärchen

Neuschnee auf dem Feldberg, Schneeschieber im Einsatz gegen Hagelschlag: Im Südwesten sind die Temperaturen um bis zu zwanzig Grad gefallen. Fast in ganz Deutschland soll es weiterhin regnen. Stellenweise besteht Überflutungsgefahr.
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Feldberg - Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes lagen heute Morgen auf dem Feldberg im Schwarzwald vier Zentimeter Neuschnee. In der Nacht hatte es angefangen zu schneien, die Temperatur fiel auf unter Null Grad. Ein Sprecher des Wetterdienstes schloss nicht aus, dass auch in den Höhenlagen der Schwäbischen Alb Schnee fallen könnte. Im Süden sinke die Schneefallgrenze allmählich bis auf 1200 Meter.

Während das Thermometer in den vergangenen Tagen mancherorts noch mehr als 30 Grad anzeigte, erreichen die Werte heute in ganz Baden-Württemberg oft nur knapp zehn Grad.

Für die gesamte Republik ist auch für heute Regen vorausgesagt. Verschont davon bleibt nur das Küstengebiet von Nordfriesland bis Usedom. Auf den Inseln soll sogar recht häufig die Sonne scheinen, die Schauerneigung sei gering. Im restlichen Deutschland soll der Regen im Tagesverlauf immer häufiger und kräftiger werden. Stellenweise besteht Überflutungsgefahr.

Der starke Regen an den Pfingstfeiertagen hat zu überdurchschnittlich hohen Niederschlagsmengen im Mai beigetragen. Weil in den kommenden Tagen weitere Niederschläge erwartet werden, rechnet der Wetterdienst damit, dass die Regenmenge im Mai letztlich doppelt so hoch ausfällt wie im langjährigen Mittel. In Hannover und in Potsdam sei diese Verdoppelung der Niederschlagsmenge bereits erzielt worden.

Hagelkörner türmten sich zu Eismassen auf

Mit Schlammlawinen und kräftigem Hagel haben bereits gestern Abend und gestern Nacht Unwetter den Verkehr in Teilen Sachsens und Thüringens auf vielen Straßen ins Stocken gebracht. Im Erzgebirge hätten sich die Hagelkörner auf den Straßen zu Eismassen von bis zu einem halben Meter Höhe aufgetürmt, sagte ein Sprecher der Polizei in Chemnitz. "Da denkt man, man ist im Winter." Im Altenburger Land in Thüringen spülte der Starkregen an mehreren Orten Schlammlawinen auf die Straßen. Die Bundesstraße 93 bei Saara musste für drei Stunden gesperrt werden.

Der Hagel sei in einem schmalen Streifen über das Land gezogen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr im sächsischen Freiberg. "Zum Teil waren die Hagelkörner so groß wie Taubeneier." Zahlreiche Autos seien dadurch beschädigt worden. Menschen kamen nicht zu Schaden. Betroffen waren der Mittlere Erzgebirgskreis und der Kreis Freiberg.

Auf den Straßen mussten die Einsatzkräfte Hagelmassen, die nicht allein wegtauten oder weggespült wurden, mit Schneeschiebern und Schaufeln räumen. Einige Straßen wurden unterspült, manche sackten ab oder wurden stärker beschädigt. Zum Teil mussten Straßen länger gesperrt bleiben. Auch in Dippoldiswalde im Weißeritzkreis wütete das Unwetter. "Hier sind einige Straßen verschüttgegangen", sagte ein Polizeisprecher. Besonders Ortsteile in Tälern seien betroffen gewesen.

Die schweren Pfingst-Unwetter haben vielen Menschen das Leben gekostet: In Brandenburg wurden drei Bauarbeiter vom Blitz erschlagen. In der Türkei kamen mindestens zehn Menschen durch die Unwetter ums Leben. Auf der Halbinsel Peloponnes im Süden Griechenlands sind bei starken Regenfällen sechs Wanderer aus Athen fortgespült worden.

In Dresden rückte die Feuerwehr in kurzer Zeit zu 25 Einsätzen aus. Dort hatten die Wassermassen Keller überflutet. Mehrfach lösten Blitze Brandmelder aus. Größere Schäden waren dort jedoch nicht zu verzeichnen.

Heftiger Regen hat auch in Hamburg zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt. Insgesamt rückten Helfer zu 58 Einsätzen hauptsächlich in Wandsbek und den Walddörfern aus, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bereits in den Vortagen war es in Hamburg und Schleswig-Holstein immer wieder zu kurzen, heftigen Gewittern und Regenfällen gekommen.

Auch morgen soll es häufig regnerisch bleiben. Im Nordosten wird es immer noch gewitteranfällig mit sonnigen Auflockerungen zwischendurch sein. In den Alpen oberhalb von 1500 Metern und auch in den Schwarzwaldhochlagen gibt es Neuschnee. Die Temperaturen ändern sich nur wenig, sie erreichen 10 Grad am Alpenrand, 15 bis 20 Grad im größten Teil Deutschlands und in Vorpommern sind örtlich bis zu 25 Grad möglich.

Von Süden her ziehen kräftige Regenschauer und Gewitter auf, und die Sonne scheint nur ab und zu. Vereinzelt sind mit den Gewittern Sturmböen möglich.

jjc/dpa

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