Anna Lindhs Ehemann: Kein Hass auf den Mörder - DER SPIEGEL
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Anna Lindhs Ehemann Kein Hass auf den Mörder

Bei der Suche nach dem Mörder von Anna Lindh konzentriert sich die schwedische Polizei nur noch auf den verhafteten 24-jährigen Verdächtigen. Der Ehemann der getöteten Außenministerin kritisierte unterdessen die Geheimpolizei.
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Stockholm - "Hätte Anna Leibwächter gehabt, wäre das nie passiert", warf Bo Helmberg, Lindhs Ehemann, der Geheimpolizei Säpo vor. Anna Lindh war am 10. September unbewacht gewesen, als sie in einem Stockholmer Nobel-Kaufhaus tödlich verletzt wurde. Für den Mörder seiner Frau empfinde er keinen Hass, sagte Helmberg, ein früherer Innenminister, in einem Interview mit der Zeitung "Dagens Nyheter": "Anna hat gesagt, wer hasst und Rache will, der ist kein guter Mensch. Ich muss solche Gefühle herunterschlucken."

Mit einer Schweigeminute gedachten die EU-Außenminister am Montag ihrer ermordeten schwedischen Kollegin. Es war das erste Treffen der Minister seit dem Tod Lindhs am 11. September. An Lindhs Platz im Sitzungssaal des Brüsseler Ratsgebäudes lag eine rote Rose.

Für die schwedische Polizei ist der Mord an Außenministerin Anna Lindh nach dem gegenwärtigen Stand der Fahndung offensichtlich gelöst. Stockholms Polizeichefin Carin Götblad sage "Dagens Nyheter", die Fahnder konzentrierten sich jetzt ausschließlich auf den seit Mittwoch inhaftierten 24-jährigen Schweden und verfolgten keine anderen Spuren mehr. "Gegen den Mann ist Untersuchungshaft wegen dringenden Tatverdachts angeordnet, und der ist aus unserer Sicht äußerst stark", sagte sie. Anonym äußerten sich Beteiligte an der Fahndung, dass der Inhaftierte als Täter eindeutig überführt sei.

Anfang der Woche soll aus einem britischen Speziallabor in Birmingham die Analyse von DNS-Spuren an dem Messer vorliegen, mit dem Lindh erstochen worden ist. Nach offiziell nicht bestätigten Medienangaben ist der "genetische Fingerabdruck" des Hauptverdächtigen auch auf einer Baseballkappe zusammen mit DNS von Lindh gefunden worden. Die Kappe war in der Nähe des Tatorts im Stockholmer Kaufhaus gefunden worden.