Südafrika Rettungskräfte bringen Minenarbeiter in Sicherheit
Rettungseinsatz am Mineneingang: Mehr als 200 Arbeiter sollen gefangen sein
Foto: Str/ dpaJohannesburg - Von womöglich mehr als 200 Verschütteten in einer illegalen Goldmine in Südafrika sind die ersten elf Menschen gerettet worden. Die Arbeiter konnten sich über eine hinabgelassene Leiter retten, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Ein Mitarbeiter der vor Ort eingesetzten Rettungskräfte teilte mit, die Männer wiesen keine sichtbaren Verletzungen auf, würden aber untersucht.
Einige von ihnen würden sich allerdings weigern, nach oben zu kommen, da sie befürchten, strafrechtlich belangt zu werden. Denn sie waren in der Hoffnung auf Edelmetallfunde illegal in die verlassene Goldmine eingestiegen.
Die Rettungsdienste hatten zuvor mitgeteilt, es gebe Kontakt zu etwa 30 Verschütteten, die in der Mine östlich von Johannesburg eingeschlossen seien. Diese wiederum hätten angegeben, dass sich tiefer in der Erde200 weitere Menschen aufhielten. Über die Zahl herrscht nun jedoch Unklarheit, möglicherweise war diese Angabe nicht korrekt. "Wir bezweifeln momentan, dass dort noch mehr sind", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte.
Die Arbeiter waren am Samstagmorgen in die hinter einem Cricketstadion im Bezirk Benoni gelegene Mine gestiegen. Der Schacht gehört dem Unternehmen Gold One. Die Arbeiter hätten einen Tunnel gegraben, um zu einem Ventilationsschacht zu gelangen, sagte ein Sprecher der Firma. Der Tunnel sei hinter ihnen eingestürzt, möglicherweise habe heftiger Regen das Unglück ausgelöst. Laut einem Reporter der südafrikanischen "Eyewitness News" gibt es jedoch noch eine andere Möglichkeit: Er habe vor Ort von Arbeitern erfahren, dass möglicherweise eine rivalisierende Gruppe den Zugang versperrt habe.
In vielen verlassenen Minenschächten in Südafrika findet illegaler Abbau statt. Häufig sind die Arbeitsbedingungen dort prekär und die Sicherheitsvorkehrungen sehr begrenzt. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen, auch gab es bereits Berichte über Gefechte unter Tage zwischen rivalisierenden Gruppen. Im Jahr 2009 kamen mindestens 82 Menschen bei einem Feuer in einer aktiven Goldmine ums Leben, die dort illegal gearbeitet haben sollen. Anfang Februar starben neun Menschen bei einem Brand in der Doornkop-Goldmine westlich von Johannesburg.