Nach Pisa-Desaster Für Friedrich Merz sind Lehrkräfte die »wichtigste Berufsgruppe« des Landes
Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf wird mit dem diesjährigen Deutschen Schulpreis ausgezeichnet
Foto: Fabian Sommer / dpaBundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin die Arbeit von Lehrkräften gewürdigt. »Lehrerinnen und Lehrer sind die wichtigste Berufsgruppe unseres Landes«, sagte der CDU-Politiker. Er spreche als Vater und Großvater: »Wir vertrauen Ihnen das Wertvollste an, was wir haben. Das sind unsere Kinder.«
Nach der Veröffentlichung der für Deutschland schwachen Pisa-Ergebnisse betonte Merz die Wichtigkeit von Bildung. Für die Bundesregierung und ihn als Bundeskanzler sei es »eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Aufgabe unserer Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass Kinder, Jugendliche, junge Menschen in diesem Land eine gute Ausbildung bekommen und vorbereitet werden für den Weg ihres Lebens«.
Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf südwestlich von Frankfurt am Main erhält den diesjährigen Deutschen Schulpreis. Für ihren Sieg bekommt die hessische integrierte Gesamtschule ein Preisgeld von 100.000 Euro. Sechs weitere Schulen in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Thüringen wurden bei der Preisverleihung am Dienstagvormittag in Berlin mit jeweils 30.000 Euro ausgezeichnet. Die Ehrung fand in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überreichte den Hauptpreis an die hessische Gesamtschule.
Die Jury begründet ihre Entscheidung für den Wettbewerbssieger aus Hessen damit, dass die Schule mit mehr als 2000 Schülerinnen und Schülern sowie 250 Lehrkräften eindrucksvoll zeige, wie eine große Schulgemeinschaft gemeinsame pädagogische Ziele konsequent und mit viel Ausdauer verfolge. »Die Bertha-von-Suttner-Schule beweist, wie gut ein durchdachtes Konzept und eine persönliche Begleitung zusammenwirken«, sagt Thorsten Bohl, Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises und Direktor der Tübingen School of Education.
Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg ebenfalls ausgezeichnet
Die Bertha-von-Suttner-Schule nimmt am Startchancen-Programm teil, das gezielt Schulen in sozial herausfordernden Lagen unterstützt. Obwohl nur 15 Prozent der Kinder eine Gymnasialempfehlung mitbringen, erreichen zwei Drittel der Jugendlichen das Abitur, heißt es in der Pressemitteilung des Deutschen Schulpreises.
Ebenfalls ausgezeichnet wurden fünf weitere Schulen: die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen, die Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth, das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel, die Oberschule Berenbostel in Garbsen und die Staatliche Grundschule Tannroda. Ein zusätzlicher Preis der Jury für gesellschaftlichen Zusammenhalt in Höhe von ebenfalls 30.000 Euro geht an die Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Die Jury würdigt damit den vorbildlichen Umgang der Schule mit Diversität, ihre konsequente Öffnung in den Sozialraum sowie ihr erfolgreiches Engagement für mehr Bildungsgerechtigkeit. Die übrigen Finalisten erhalten einen Anerkennungspreis in Höhe von je 5000 Euro.
Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 für eine besonders gute Schulqualität vergeben. Ausrichter sind die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung. Eine Jury aus Bildungsexperten und Schulpraktikern vergleicht bei den Bewerberschulen sechs Bereiche: »Unterrichtsqualität«, »Leistung«, »Umgang mit Vielfalt«, »Verantwortung«, »Schulleben und Netzwerke« sowie »Lernende Schule«. Diese Merkmale seien als Kennzeichen guter Schulqualität allgemein anerkannt.