Heidelberg: Mit gefälschten Zeugnissen jahrelang unterrichtet – falsche Lehrerin verurteilt - DER SPIEGEL
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Vier Jahre und sechs Monate Haft Mit gefälschten Zeugnissen jahrelang unterrichtet – falsche Lehrerin verurteilt

Urkundenfälschung und Betrug: Eine 41-Jährige hat jahrelang ohne entsprechende Qualifikation an mehreren Schulen als Lehrerin gearbeitet. Zu Prozessbeginn zeigt sie Reue – trotzdem muss sie lange ins Gefängnis.
Angeklagte vor Gericht (am 23. März 2026): »Ich empfinde extreme Scham«
Angeklagte vor Gericht (am 23. März 2026): »Ich empfinde extreme Scham«

Angeklagte vor Gericht (am 23. März 2026): »Ich empfinde extreme Scham«

Foto: Stefanie Järkel-Bahat / dpa

Eine 41-jährige Frau, die jahrelang in mehreren Bundesländern ohne die entsprechende Qualifikation als Lehrerin gearbeitet hatte, ist zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Heidelberg sprach die 41-Jährige unter anderem des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig. Knapp 124.000 Euro an Schaden seien einzuziehen, sagte der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung hatten zuvor jeweils mehrjährige Gesamtfreiheitsstrafen gefordert. Die Frau hatte an Privatschulen in Heidelberg und im saarländischen Homburg Mathematik, Physik und Chemie unterrichtet. Doch die dafür notwendigen Hochschulzeugnisse besaß sie gar nicht – und fälschte daher die entsprechenden Unterlagen sowie ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge. Tatsächlich hatte sich bei den Ermittlungen herausgestellt, dass die jetzt Verurteilte im Bundeszentralregister laut Polizei  »erhebliche Voreintragungen« hatte.

Allein in Heidelberg hat sich die 41-Jährige laut Gericht von 2021 bis 2024 einen Bruttolohn in Höhe von fast 200.000 Euro erschlichen. In Homburg waren es von Januar bis April 2025 wiederum rund 11.000 Euro Gehalt. Wegen ähnlicher Taten war die Frau bereits 2021 in Rheinland-Pfalz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, Ende 2023 zudem in Heidelberg zu einer weiteren Bewährungsstrafe wegen Urkundenfälschung.

Zusätzlich hatte sie bei einer Bank ein Darlehen in Höhe von 25.000 Euro beantragt – mit wiederum gefälschten Gehaltsnachweisen. Bereits zu Prozessbeginn hatte ihr Anwalt im Namen seiner Mandantin alle Vorwürfe eingeräumt. Die 41-Jährige sagte: »Ich empfinde extreme Scham.« Sie sei »unfassbar ungläubig, wie ich das schaffen konnte, wie ich das überhaupt machen konnte.«

Ein Verkehrsunfall wurde ihr schließlich zum Verhängnis: Als sie die Sache im September 2025 bei der Polizei melden wollte, wurde die Betrügerin festgenommen. Gegen sie lag bereits ein Haftbefehl vor.

him/bbr/dpa