Blankenburg im Harz Tödliche Explosion - Kripo übernimmt Ermittlungen
Die Kriminalpolizei hat nach der Explosion mit einem Toten und vielen Verletzten in Blankenburg im Harz die Ermittlungen an sich gezogen. Es sei ein Verfahren wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion eingeleitet worden, teilte die Polizei mit. Neben Kriminalisten aus Magdeburg seien auch die Experten der Tatortgruppe des Landeskriminalamts in die Ermittlungen eingebunden.
Am Freitagmorgen war es in einer Wohnung eines fünfgeschossigen Mehrfamilienhauses zu einer Explosion und einem anschließenden Brand gekommen. Ein Mann kam ums Leben, mehrere Bewohner und einige Einsatzkräfte wurden verletzt.
Die Ursache für die Explosion muss noch ermittelt werden. Der Polizei zufolge wurden in der Wohnung mehrere Gasflaschen sowie Geräte zum Heizen gefunden. Ob das Unglück dadurch ausgelöst wurde, ist offen. Den Ermittlern zufolge ist es möglich, dass ein Mieter durch eigene Gasgeräte Heizkosten sparen wollte.
Die Ermittlungen vor Ort wurden dadurch erschwert, dass nach der Explosion der Zustand der Brandwohnung unklar war. Am Nachmittag prüfte das Technische Hilfswerk die Statik und stützte das Gebäude mit Holzbalken ab. Im Anschluss sollten die Ermittler in die Wohnung zurückkehren, um sie weiter zu untersuchen.
Die betroffenen Wohnblocks seien vermutlich für mehrere Wochen unbewohnbar, sagte der Geschäftsführer der Blankenburger Wohnungsgesellschaft, Thomas Kempf. Die Fernwärmeleitung müsse überprüft und instandgesetzt werden, das könne mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Derzeit sind demzufolge auch Wasser und Strom abgeklemmt.
Das von der Explosion direkt betroffene Haus sowie ein direkt angrenzender Block bleiben bis auf Weiteres gesperrt, wie Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt sagte. Geplant sei, dass die Mieter spätestens in der Nacht unter enger Aufsicht von Feuerwehr und Polizei kurz zurückkehren könnten, um das Nötigste aus ihren Wohnungen zu holen.
Mehr als 200 Einsatzkräfte vor Ort
Den Einsatzkräften bot sich nach den Worten von Bürgermeister Breithaupt "ein Bild der Verwüstung". Seit dem Morgen waren demzufolge mehr als 200 Einsatzkräfte vor Ort, um das Feuer zu löschen, Menschen zu retten und Betroffene zu betreuen. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte lagen drei Menschen augenscheinlich bewusstlos vor dem Haus, wie Einsatzleiter Alexander Beck von der freiwilligen Feuerwehr sagte.
Zunächst war die Polizei von mindestens 25 Verletzten ausgegangen. Später korrigierten die Ermittler diese Angaben nach unten: Zwei Bewohner seien mit Brandverletzungen in ein Spezialkrankenhaus nach Halle an der Saale geflogen worden. Zudem erlitten demnach drei Bewohner schwere und zehn Menschen leichte Verletzungen. Vier Polizisten zogen sich beim Rettungseinsatz Rauchvergiftungen zu.
Die Polizei korrigierte auch eigene Angaben, wonach sich in der Wohnung auch Weltkriegsmunition befunden habe. Dies habe sich nicht bestätigt.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff zeigte sich bestürzt über das Unglück. "Meine Gedanken sind bei den Opfern und bei ihren Angehörigen, ich spreche ihnen mein Mitgefühl aus", erklärte der CDU-Politiker. Er sprach allen Rettungskräften für ihren professionellen Einsatz seinen Dank aus.