Brennende Achterbahn: Schreckensfahrt im Freizeitpark - DER SPIEGEL
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Brennende Achterbahn Schreckensfahrt im Freizeitpark

Die rund 150 Passagiere einer vollbesetzten Achterbahn im Vergnügungspark "Phantasialand" bei Köln sind nur knapp dem Tod entronnen. Beim Brand des hölzernen Gefährts spielten sich dramatische Szenen ab.
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Brühl - Bei einem Feuer in der Achterbahn des Freizeitparks "Phantasialand" in Brühl sind am Maifeiertag wahrscheinlich 54 Besucher leicht verletzt worden. Zunächst waren auch Tote befürchtet worden, doch sei dies "nach menschlichem Ermessen auszuschließen", berichtete ein Einsatzleiter der Kölner Polizei am Nachmittag. "Wir sind haarscharf an einer Katastrophe vorbei geschrammt", so NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) am Unglücksort.

Nach Angaben des Kölner Regierungspräsidenten Jürgen Roters waren mehr als 600 Feuerwehrleute mit 95 Feuerwehrwagen sowie 80 Rettungsfahrzeuge im Einsatz. Die Autobahn 553 war wegen der Einsätze bei Brühl gesperrt.

Das Feuer war kurz nach 13.30 Uhr in der 20 Jahre alten "Grand Canyon"-Bahn ausgebrochen und von einem Mitarbeiter im Führerstand auf dem Überwachungsbildschirm entdeckt worden. Fünf Minuten später waren die ersten Feuerwehrleute am Unglücksort. Zur Unglücksursache gab es am frühen Abend noch keine genauen Erkenntnisse, doch gingen die Experten von einem technischen Defekt aus.

Die Flammen breiteten sich in der überwiegend aus Holz bestehenden Anlage rasend schnell von unten nach oben aus und griffen auch auf eine benachbarte "Western-Stadt" über. Brennende Plastikteile flogen Hunderte Meter weit. Dichte Rauchwolken lagen über dem Gelände. Auf der Achterbahn spielten sich dramatische Szenen ab. Die Passagiere kletterten nach der Notbremsung an 18 Meter hohen Leitern, die für solche Notfälle bereit stehen, nach unten.

Zum Zeitpunkt des Brandes waren fast 20.000 Gäste im Freizeitpark. Eine Panik brach jedoch nicht aus, die Gäste verließen das Gelände auf dem Weg zu den Parkplätzen. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers ergaben Luftmessungen keine Gefahr für die Bevölkerung, doch wurden die Anwohner vorsichtshalber aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Insgesamt vier Gebäude des Vergnügungsparks waren von den Flammen betroffen, es entstand ein Sachschaden von etwa 20 bis 30 Millionen Mark.

Der Gründer des Parks, Gottlieb Löffelhardt, sagte: "Das ist einer der schlimmsten Tage in den 35 Jahren seit der Gründung." Die Anlage sei erst im vergangenen Jahr für 300.000 Mark neu verkabelt worden. Bereits 1996 hatte eine andere Achterbahn des "Phantasialandes" nach Schweißarbeiten gebrannt. Damals wurden fünf Menschen verletzt. Löffelhardt vermutet, dass jetzt ein Kabelbrand bei einem der Bobs eine Notbremsung der gesamten Anlage ausgelöst hat. Eine Brandstiftung könne ausgeschlossen werden.

Das "Phantasialand" bleibt nach dem neuerlichen Unglück vorerst geschlossen.