Meeressäuger in der Ostsee Buckelwal »Timmy« ist nicht mehr zu sehen
Buckelwal »Timmy« in der Wismarer Bucht 30. März
Foto: Stefan Sauer / dpaDer zuvor an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal ist abgetaucht und bislang nicht wieder gesichtet worden. Das sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Morgen. Ein Boot werde nun vorbereitet, damit die Einsatzkräfte bei Helligkeit nach dem Tier suchen und gegebenenfalls sehen könnten, ob es den Weg geschafft oder sich wieder festgesetzt habe.
Ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns sagte am Morgen ebenfalls, dass es noch nichts Neues gebe: Der Wal sei am späten Montagabend am Hafen von Wismar gesehen worden, dann aber später wieder seewärts Richtung Seebrücke unterwegs gewesen.
»Der Wal kämpft – aber er ist angeschlagen«
Am Montagabend hatte der Wal sich befreit und war losgeschwommen. »Der Wal kämpft – aber er ist angeschlagen«, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Abend. Jetzt müsse er sich selbst helfen. Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, sagte: »Wir haben uns mit internationalen Experten ausgetauscht, die uns geraten haben, den Wal mit Lärm zu aktivieren. Dafür haben wir die richtige Situation abgewartet.« Sandra Schöttner von der Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete die Aktion als »guten ersten Schritt auf dem Weg«, auch wenn der Weg des Wals noch weit sei.
Wie er in die Ostsee gelangte und warum er bislang nicht selbstständig den Weg wieder hinausfand, ist nicht geklärt. Ziel der Bemühungen ist es, dass der Meeressäuger den Weg zurück durch die Meerengen am Ausgang des Binnenmeeres findet. Von dort könnte er in die Nordsee und weiter in den Atlantik schwimmen.
Der Buckelwal lag seit mindestens Samstag in der Bucht vor Wismar in flachem Wasser. Am Montagnachmittag hatten Wissenschaftler, Umweltschützer und Umweltminister Backhaus bereits versucht, mit dem Tier in Kontakt zu kommen. Der Wal habe auf die Annäherung des Boots reagiert, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Auch habe das Tier agiler als zuvor gewirkt.
Zuvor bei Timmendorfer Strand gestrandet
Nach der Aktion am Nachmittag hatte unter anderem das Ministerium mitgeteilt: »Da wir in den nächsten Stunden mit weiter steigendem Wasserstand rechnen können, verbessert sich die Möglichkeit für den Wal, aus eigenem Antrieb seine Liegeposition zu verlassen.«
Der Buckelwal war zunächst in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand gestrandet. In der Nacht zum Freitag gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde es dann vor Wismar in flachem Wasser gesichtet.