Die Waffe Zucker - DER SPIEGEL
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GLOBALISIERUNG Die Waffe Zucker

Ein globaler Kampf tobt um das Grundnahrungsmittel Zucker. In dieser Woche, beim WTO-Gipfel in Hongkong, geht er in die nächste Runde: Europa und tropische Länder wie Brasilien streiten um Marktanteile und Milliarden - und um die Existenz der Bauern in der Alten Welt. Von Ralf Hoppe
Von Ralf Hoppe
• aus DER SPIEGEL 50/2005
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Senhor Roberto Azevedo hat eine Frau. Sie ist schön und klug, aber in letzter Zeit sagt sie seltsame Dinge.

Roberto, sagt sie, du hast dich jahrelang aufgerieben, hast einen großen Sieg errungen, für dich, dein Land, eine halbe Milliarde hast du erkämpft - also entspann dich bitte endlich.

Senhor Roberto Azevedo hat auch zwei Töchter. Paula ist 22, Luisa 19.

Liebster Papa, sagt Paula, bei allem Respekt, aber weißt du, was du bist? Du bist ein Besessener, all diese Akten, die du nach Hause schleppst, die durchgearbeiteten Nächte, immer nur Zucker, Zucker, Zucker, warum entspannst du dich nicht - und sag mal, hörst du mir eigentlich zu?

Schon möglich, dass Roberto Azevedo, der brasilianische Diplomat, dann nur so tut, als ob er zuhört. Möglich, dass er zerstreut lächelt, doch in Gedanken bereits den nächsten Tag sortiert - morgen braucht er die Statistiken fürs laufende Jahr, dringend auch die Berichte aus Deutschland und Frankreich, und vor allem muss er mit Eduardo de Carvalho reden, dem obersten Zucker-Funktionär.

Azevedo trägt eine dunkelgraue Krawatte zum dunkelgrauen Anzug, manchmal auch eine dunkelblaue Krawatte zum dunkelblauen Anzug, er ist Berufsdiplomat, seit 22 Jahren im Dienste des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten. Alles lief gut, bis vor drei Jahren. Da wurde er befördert, zum »Generalkoordinator für internationale Handelsdispute«, was bedeutet: zum obersten Streithansel Brasiliens. Und das, obwohl er ein sympathischer Mensch ist; gern erzählt er von seiner Frau und den Töchtern, er spricht leise, hervorragendes Englisch.

Zufall, sagt er und fischt eine Büroklammer aus seiner Schreibtischschublade, es war Zufall. Einer musste es machen, sich mit den Mächtigen anlegen, und glauben Sie mir, es ist hart.

Er biegt die Büroklammer auseinander.

Die Mächtigen, mit denen sich Azevedo anlegen musste, sind 25 Staaten, 10 000 Kilometer entfernt, auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans: Europa.

Er versucht, die Büroklammer wieder in Form zu biegen, es gelingt nicht.

Haben Sie die EU besiegt, Senhor Azevedo?

Warten wir auf die Details, sagt er, der Krieg ist noch nicht vorbei, und man muss zumindest das Treffen der Welthandelsorganisation in Hongkong abwarten, es kommt auf Kleinigkeiten an. Er nimmt sich eine neue Büroklammer, schaut sie an.

Dieser Fall soll mein Meisterwerk werden, sagt er.

Vom 13. bis zum 18. Dezember treffen sich in Hongkong die Wirtschaftsminister aus 148 Staaten zum WTO-Gipfel, mit

ihrem Gefolge an Experten, Unterexperten, Verhandlungsführern. Das Programm ist ein gigantisches Knäuel.

Ein Knäuel aus Forderungen, Ablehnungen, Gegenforderungen, bei denen es um Lauchkäse geht, um Bohrmaschinen, Weizen, Zucker, um Importquoten, Zölle, Garantiepreise, Subventionen. Die Entwicklungs- und Schwellenländer wollen dringend Zugang zu den abgeriegelten Agrarmärkten der Industriestaaten, und die wollen das verhindern und verlangen Zollsenkungen für ihre Industriegüter, was aber, wenig überraschend, die Schwellenländer nicht wollen. Gäben alle nach, würden alle gewinnen: Die Weltbank schätzt in einer Studie zum Agrarhandel den globalen Wohlstandsgewinn einer gleichmäßigen Liberalisierung auf 250 Milliarden Euro bis 2015.

Beim Zucker haben Azevedo und seine Mitstreiter einen Sieg errungen, gegen die EU. Dies soll aber nur der Anfang sein. Zwar hüten sie sich, dies zuzugeben, doch in Wahrheit wollen Azevedo und Co. die Festung Europa stürmen. Und gleichzeitig fürchten sie, dass ihr Sieg zerrieben wird in Hongkong, durch verlängerte Fristen, Anhänge, das Kleingedruckte.

Die Geschichte des Zucker-Krieges ist prototypisch für das, was in der Welt der Wirtschaft geschieht. Und sie gibt einen Ausblick auf das, was wohl noch geschehen wird.

Von Azevedos Büro im fünften Stock eines Plattenbaus, Annex 1 genannt, im Regierungsviertel von Brasília, beträgt der Zeitunterschied nach Genf 3 Stunden, nach Bangkok 9, nach Canberra 13 Stunden. Es wird also manchmal sehr spät für Roberto Azevedo - und wenn er endlich sein letztes Telefonat beendet hat und nach Mitternacht heimfährt, durch eine milde Novembernacht, dann hat auf den Feldern zwischen Dornheim und Wallerstädten der neue Tag begonnen, kalt und klamm. Halb fünf Uhr morgens ist es mitten in Deutschland, in Hessen, und Hermann Schaaf sitzt auf seinem grünen John-Deere-Traktor, starrt in die Finsternis und kämpft um seine Existenz.

Er hat Zuckerrüben geladen, kutschiert sie auf einem schmalen, rutschigen Feldweg, auf den Äckern links und rechts liegt Rauhreif. Schaaf befördert 36 Tonnen Rüben, verteilt auf zwei hohe Hänger, in Kurven muss er aufpassen, sonst gerät das Gewicht, so viel wie 36 Kleinwagen, ins Schlingern. Ein Großteil seiner Last besteht aus Wasser; nur 17 Prozent davon sind Zucker, mit Glück sind es 19 Prozent, der Oktober war sonnig.

Aus den Gräben steigt der Nebel. Schaaf hat alle Luken in der Führerkanzel geschlossen, die Heizung aufgerissen, das Radio scheppert, Volksmusik. Rechts neben sich ein Korb: Brote, drei Äpfel, eine Flasche Wasser, eine Tüte Walnüsse. Den Walnussbaum hat sein Großvater gepflanzt, er steht auf dem Hof, der ein offenes Viereck bildet, mit einem wohlproportionierten Gutshaus aus dem Jahr 1721, dem Weizensilo, den Unterständen für die Maschinen.

Schaaf ist ein unauffälliger Mann, schütteres Grauhaar, arbeitsgewohnte Hände. Erst auf den zweiten Blick ahnt man die Professionalität und Hingabe, mit der er schuftet. Bis zu 14 Stunden am Tag, er macht die Buchführung selbst, er kennt sich aus bei allen möglichen Viren und Wurmschädlingen, und er kann in einer halben Stunde einen Vergaser aus einem sechsreihigen Rübenroder-Motor ausbauen, reinigen, einbauen.

Vor 22 Jahren übernahm Schaaf den Hof von seinem Vater, im selben Jahr heiratete er. Einem seiner beiden Söhne würde er später Land und Hof gern vererben. Wenn es dann noch etwas zu vererben gibt.

Hermann Schaaf, Herr über Gut Oberau und über hundert Hektar Land im hessischen Ried, ist verzweifelt. Er will aufgeben. Es könnte sein, dass Roberto Azevedo ihn besiegt hat.

Die beiden Männer, annähernd gleichaltrig, sind Kontrahenten in einem Wirtschaftskrieg,

so zäh und verwickelt, dass meist nur in verwirrenden Ausschnitten darüber berichtet wird, auf den hinteren Seiten der Zeitungen. Dabei ist dieser Konflikt ein Musterbeispiel für die neuen Schlachten der Globalisierung; mehr als 70 Staaten sind in die Auseinandersetzung verstrickt, es geht um Marktanteile, Milliardenbeträge, Existenzen. Und alles begann damit, dass die Regierungen dreier Staaten fanden, die Europäer würden mit verdeckten Subventionen in den Weltmarkt pfuschen. So griffen sie an, und der Krieg begann.

Die Waffe in diesem Krieg ist ein mehrkettiges Saccharid. Ein primitives Ding, zwei Moleküle, Fructose und Glucose, vage vertraut aus dem Chemieunterricht, die sich zu C12H22O11 verbinden, weltweit bekannt als Zucker. Es lässt sich im Organismus im Nu aufspalten, liefert sofort Energie, die Kinder dieser Welt sind geradezu süchtig danach, und auch die Erwachsenen konsumieren es ständig, es steckt in Cola-Getränken, es ist im Heringssalat - Treibstoff für den Alltag auf dieser Welt.

Schaaf biegt jetzt ab auf die Bundesstraße 44. Von dort auf den Nordring, die Umgehungsstraße von Groß-Gerau.

Noch bevor man sie sieht, riecht man bereits die Fabrik, ein klebriger Geruch nach Maische und Saccharose. Dann die Lichter: gelb und orangefarben blinkend, die hohen, dünnen Schornsteine, die Wolkenschwaden in die Nacht stoßen: eine von 45 Fabriken, die dem Südzucker-Konzern gehören, dem größten Zucker-Hersteller Europas, der wiederum zu einem winzigen Teil dem Rübenbauern und Kleinaktionär Hermann Schaaf gehört.

Schaaf nickt den Pförtnern zu, die Schranke hebt sich. Er fährt in den Fabrikhof, auf die in den Boden eingelassene Fahrzeugwaage. Eine Digitalanzeige, groß wie eine Reklametafel, glüht auf: 43,39 Tonnen Gesamtgewicht. Hinter der Waage eine Rampe, dann eine enorme Betonwanne. Schaaf klettert vom Traktor. Er geht zu den Hängern, zieht die Splinte, 36 Tonnen Zuckerrüben poltern in die Wanne, die Rüben werden gewaschen, auf den Lagerberg befördert, ein gelb angeleuchtetes Gebirge aus nass glänzenden Rüben.

Zehn-, zwölfmal wird Schaaf diese Tour an diesem Vormittag noch fahren. Die Bauern im Ried bilden, wie allerorts üblich, eine Abfuhrgemeinschaft, sie sorgen während der Ernte für eine gleichmäßige Auslastung der Fabrik - wann wessen Rüben von wem abgeholt werden, ist festgelegt und wird auf Kilometer und Kilogramm entgolten. Das Europa des Zuckers ist kompliziert und durchorganisiert: Schaaf ist Bauer, Lohnfahrer, Aktionär.

Es ist nicht seine eigene Rübenernte, die er heute einbringt. Nach einem Zehnstundeneinsatz auf dem Traktor wird er, abzüglich der Unkosten, etwa 200 Euro verdient haben. Am Nachmittag wird er sich in seinen roten Golf klemmen und seine eigenen Äcker abfahren, um Bodenproben zu entnehmen, so will es die Vorschrift, und am nächsten Morgen wird um vier Uhr der Wecker surren. Genau diese anspruchsvolle Knochenarbeit hat den Bauern Hermann Schaaf sein Leben lang zufrieden gestellt, vielleicht sogar glücklich gemacht.

Man hatte das Gefühl, sagt er, es gibt einen Sinn, all die Jahre.

Und jetzt, Herr Schaaf?

Er zögert.

Am 24. November 2005, 15.16 Uhr, vermeldet dpa unter der Textnummer wif 314 4 wi, dass die Europäische Union sich auf eine Reform des Zucker-Marktes geeinigt habe. Die Rübenbauern müssten sich von ihren hohen, von der EU garantierten Preisen verabschieden.

Der Vorsitzende des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes übt eineinhalb Stunden später scharf Kritik an dem Beschluss und kündigt eine Erklärung in den nächsten Tagen an, »wenn wir das mal durchgerechnet haben«. Überall in Europa beginnt nun das Rechnen, und im hessischen Ried überlegen sie, noch ein paar Mahnfeuer zu veranstalten, weil sie so wütend sind und enttäuscht. Schaaf fühlt sich auf solchen Veranstaltungen unwohl; doch er trabt pflichtschuldig hin und steht dann unglücklich herum.

Man hofft auf ein Wunder, sagt er.

Von seinen hundert Hektar darf Schaaf, dem Fruchtwechsel folgend, jedes Jahr etwa ein Viertel für den Rübenanbau benutzen - diese quotierte Garantiemenge bemisst sich nach seinen Anteilen am Südzucker-Konzern und ist unverrückbar. Pro Hektar ist ein Gewinn von 1700 Euro realistisch, macht insgesamt 42 500 Euro. Die in Brüssel beschlossenen Preissenkungen werden ihm in den nächsten vier Jahren steigende Einkommensverluste zwischen 3000 und 5500 Euro einbringen, trotz Kompensationen.

Das wäre hinnehmbar, wenn es eine Alternative gäbe, wenn Schaaf mit Weizen oder Gerste Gewinne machen würde. Doch mit einem Hektar Zuckerrüben nimmt er derzeit immer noch dreimal mehr ein als mit Getreide. Die Rübe erlaubte es Schaaf bisher, Weizen, Fenchel, Gerste anzubauen, obwohl er jämmerlich wenig daran verdiente. Im Wettbewerb mit der ganzen Welt wird er keine Chance mehr haben.

Es sieht aus, als würde Schaaf zu den Verlierern dieses Konflikts gehören und Roberto Azevedo, der brasilianische Diplomat, als Sieger aus ihm hervorgehen.

Sie kämpfen unter ungleichen Bedingungen. Die deutschen Fabriken verkaufen ihren Zucker zu einem Kilogrammpreis von rund 63 Cent, die Brasilianer aber für 28 Cent. Und doch hatte Brasilien fast 40 Jahre lang keine Chance gegen die EU; das lag daran, dass es eine Zucker-Marktordnung gibt, eine Art ökonomische Zauberwelt.

Die Architektur der Zucker-Marktordnung, gültig bis Juni 2006, besteht im Wesentlichen aus drei Elementen: Zöllen, Preisgarantien, Produktionsquoten. Die Grundidee ist die einer Festung.

Die Schutzzölle sind die Wallanlagen, sie sind unüberwindlich. Kein norddeutscher Keksfabrikant und kein italienischer Getränkehersteller wird sich den Zucker für sein Produkt auf dem Weltmarkt kaufen, die Schutzzölle sorgen dafür, dass der brasilianische Rohrzucker hierzulande teurer ist als Rübenzucker aus der EU.

Brasilien, Thailand, Australien - sie sind klassische

Zuckerrohrländer, vom Klima bevorzugt; eine Vielzahl von Entwicklungsländern ist darunter, ehemalige Kolonien in Afrika, der Karibik, am Pazifik, und aus so etwas wie schlechtem Gewissen hat Europa für diese AKP-Staaten einen Zugang eingebaut. Sie dürfen insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Rohzucker in die EU einführen, zum hohen EU-Preis. Das ist unnötiger Zucker, bei 25 Prozent Überschuss in der EU.

Das zweite Element, der Interventionspreis, ist der festgelegte Preis, zu dem in der EU eine Tonne Zucker gehandelt wird. 2005 lag er bei 631,90 Euro pro Tonne, fast dem Dreifachen des Weltmarktpreises.

Damit die Bauern sich nicht unnötig Konkurrenz machen, gibt es, drittens, die sogenannten Produktionsquoten. Den Mitgliedstaaten werden Mengen eingeräumt, die sie wiederum auf die nationalen Unternehmen verteilen, die sie den Bauern zuschieben. Für alles, was die Quote übersteigt, sinkt der Preis, und ab einer bestimmten Überschussmenge gibt es überhaupt keine garantierten Preise mehr.

Den hohen Preis garantiert die EU für jene knapp 15 Millionen Tonnen, die den Zucker-Bedarf innerhalb Europas decken.

Der Überschuss wird ausgeführt, und ein Gutteil davon, das ist das Problem für die Konkurrenz auf dem Weltmarkt, wird mit Exportsubventionen gestützt - von den rund sechs Millionen Tonnen Exportzucker pro Jahr ist das etwa die Hälfte.

Den Rest verkaufen die Hersteller zum ungestützten Preis, mit Verlust. Das tut natürlich weh. Aber immer noch lieber nahmen die Zucker-Konzerne bisher den Verlust hin, als dass sie an dem ganzen schönen System etwas geändert hätten.

Was sollten sie auch sonst tun, die europäischen Zucker-Hersteller? Ihre Bauern produzierten immer mehr, und der EU-Verbrauch stagnierte. Der Überschuss wurde entsorgt, die Zauberwelt blieb heil, lange Zeit.

Doch dann begann der Krieg.

Der Krieg nimmt seinen Anfang auf Feldern, über denen Moskitowolken schwirren, in denen es von Schlangen, kleinen braunen Skorpionen und Mähnenwölfen wimmelt - hier, in den Feldern des Staates São Paulo, hat alles begonnen, bei den Bóias Frias, den Kaltessern.

Bóias Frias heißen sie, weil sie ihr Mittagessen kalt hinunterschlingen. Sie sind die Niedriglohnarmee, und Luciana da Costa ist eine von ihnen.

Luciana Cristina da Costa Moreira, 28 Jahre alt, drittes von acht Geschwistern, aus dem Ort Mococa, im Bundesstaat São Paulo. Sie schneidet Zuckerrohr, seit sie elf Jahre alt ist. Um vier Uhr steht Luciana auf. Sie setzt Salzbohnen auf, versorgt ihre beiden Töchter, löffelt Frühstück und Mittagessen in zwei Blechdosen, eine für sich und eine für Luiz, ihren Mann, Reis, gepfefferte Bohnen, einen Esslöffel Maniokmehl. Sie füllt den roten Wasserkanister, fünf Liter, ihre Tagesration.

Die Häuser sind klein und stehen eng in der Rua Humberto Cunali, Lucianas Familie wohnt in Nummer 95, zwei Zimmer, eine finstere Küche, neu sind nur der riesige Ghettoblaster und der silberne Fernseher auf der Wohnzimmerkommode. Sie leben zur Miete, 200 Reais, 77 Euro.

Um halb sechs morgens kommt die Frau, die auf Bruna und Amanda aufpasst, solange Luciana auf dem Feld ist. Luiz hat zum Frühstück eine Selbstgedrehte gepafft und ist schon aus dem Haus. Um viertel vor sechs zieht auch Luciana die Tür hinter sich zu, der Bus fährt um sechs.

Schon Lucianas Eltern haben Zuckerrohr geschnitten, sieben von ihren neun Schwestern und Brüdern schneiden Zuckerrohr, und immer schon hier, auf den Feldern der Ipiranga-Plantage, im Süden Brasiliens.

Der Zucker-Gehalt bei Rohr und Rübe ist nahezu gleich. Aber das Zuckerrohr wächst rasend schnell in einem Land mit warmfeuchtem Klima, lässt sich kinderleicht pflanzen, ist bis zu acht Monate im Jahr erntefähig.

Der deutsche Bauer Schaaf hat 25 Hektar Rübenanbaufläche, und in einem Jahr kommt er insgesamt auf rund 1500 Tonnen Rüben. Die Ipiranga-Plantage, auf der Luciana arbeitet, ist eine der mittelgroßen in Brasilien, sie hat etwa 20 000 Hektar, das ist etwas mehr Zucker-Anbaufläche, als in ganz Hessen zu finden ist. Schätzungsweise 2,4 Millionen Tonnen Zuckerrohr bringt die Ernte auf Ipiranga jährlich ein. Was Schaaf, in Tonnen gerechnet, an Rüben in einem Jahr erntet, mit seinem Knowhow und seinen Hightech-Maschinen, das schlägt Luciana an Zuckerrohr in einem halben Jahr, mit ihrer Machete.

Es ist aussichtslos. Dabei produziert Hermann Schaaf keineswegs zu teuer. Er produziert lediglich zu teuer für den Weltmarkt, dieses unbarmherzige Gefüge, dem die Deutschen wiederum ihren Wohlstand verdanken, noch.

Während Luciana ihre Arbeitskleidung anlegt, Stulpen um die Schienbeine schnallt, Lederkappen um die Knie wickelt, zwei paar Handschuhe übereinander zieht, eine feste Jacke, Tücher um Hals und Kopf wickelt, eine Schutzbrille - während sie sich vermummt wie ein beduinischer Eishockeyspieler, falls es so was gibt, wird Feuer gelegt.

Männer mit Gasbrennern, ein halbes Dutzend, schreiten den Feldrand ab und legen kleine Brände. Im Nu prasseln die Flammen auf, puffend und knallend. Das Zuckerrohr ist strohtrocken, die Flammen schlagen nach wenigen Sekunden meterhoch und walzen durchs Feld.

Das Feuer tötet die zahllosen Skorpione, Kleininsekten oder Schlangen, die die Arbeiter sonst attackieren würden, und es

verscheucht die gelben Mähnenwölfe, die sich immer wieder in den Feldern verkriechen. Vor allem verbrennt auch ein Großteil der scharfrandigen Blätter, erst jetzt kann man das Rohr ernten. Trotz des Feuers muss Luciana höllisch aufpassen, wenn sie auf die Pflanze einhackt und der spröde Schaft plötzlich wegkracht, die Splitter spritzen.

Das Feld ist nach einer Viertelstunde schwarz gebrannt. Schwarz ist auch der Himmel. Luciana hat inzwischen gefrühstückt. Der Vorarbeiter weist ihr ein Feldstück zu. Es ist acht Uhr morgens und 24 Grad warm. Luciana packt ihre Machete.

Sie erntet elf Tonnen Rohr am Tag, für einen Dollar pro Tonne, Luiz und sie verdienen im Monat zusammen 800 Reais, 307 Euro. Davon sparen sie nach Kräften, für ihre Kinder.

Bewusst hat Luciana da Costa nur zwei Kinder geboren, nicht neun wie in der Generation ihrer Mutter üblich, oder wenigstens fünf, wie Luiz sich gewünscht hätte. Bruna geht zur Schule, jeden Tag hält ihre Mutter sie zum Lernen an, und oft versucht sie sich das künftige Leben ihrer Töchter auszumalen. Sie sollen die erste Generation sein, die sich aus Ungleichheit und Armut herausarbeitet. Das ist das Treibmittel der Globalisierung: Zukunft.

Und der Zucker ist die perfekte Waffe. Unverderblich, chemisch identisch, ob Rohr oder Rübe, der Weltbedarf steigend.

Nach Erhebungen des US-Landwirtschaftsministeriums wird die weltweite Produktion im Handelsjahr 2005/2006 bei 146,2 Millionen Tonnen liegen, der Welt-Zucker-Markt ist ein Geschäft von 63 Milliarden Euro. In dem Brasilien weit an der Spitze liegt. Mit unendlichen Reserven an Fläche und Arbeitskräften, so drückt Brasilien sich in den Weltmarkt, der Shootingstar.

Roberto Azevedo, der oberste Zucker-Diplomat, ist hoffnungsvoll. Er fischt eine neue Büroklammer aus seiner Schreibtischschublade.

Europäer und Amerikaner wollten uns nachweisen, sagt er, dass wir den Zucker versteckt subventionieren, das hätte unsere Klage scheitern lassen. Sie dachten: Wie sonst können die Brasilianer so billig produzieren? Die simple Antwort: Gerade weil wir nicht staatlich subventionieren, ist die Produktivität gestiegen.

Er legt die Büroklammer zurück, nickt befriedigt.

Während Brasilien seine Produktion hochschraubte, blieben die Europäer gelassen. Die Zuckerrübe war ja ein Kulturgut. Sie hatte Tradition, an ihr klebte Mutterboden, Heimaterde, die Rübe war politisch korrekt und tabu. Wer auch immer gerade an der Macht war in den vergangenen zwei Jahrhunderten und in den Ländern Europas, erkannte die Bedeutung der Rübe in Zeiten von Krieg und Hunger.

Aus Kriegs- und Notzeiten hat sie ihr Image als Nationalgewächs, auf das sich nach Zweitem Weltkrieg und Notjahren die Erfinder einer EWG-Zucker-Marktordnung beziehen. Der Vertrag wird am 18. Dezember 1967 unterschrieben - ein Provisorium, aber erkennbar ist schon die Blaupause eines genialen Subventionssystems.

Es muss mühsam gewesen sein, die unterschiedlichen Interessen und zänkischen Agrarminister unter einen Hut zu bringen. Die Franzosen, mit verhältnismäßig hohen Produktionszahlen, plädierten für eine Spezialisierung auf die günstigsten Anbaugebiete, Niederländer und Belgier sahen das ähnlich: Hier war Geld zu verdienen. Die ängstlichen Deutschen und Italiener, die damals vergleichsweise teuer produzierten, wünschten sich feste Quoten. Am Ende wurde ein Kompromiss gefunden: feste Quoten und hohe Preise für alle. Es zahlte der Verbraucher.

Und so entstand etwas Revolutionäres: eine Planwirtschaft, die Renditen ausschüttet, ein Meisterwerk der Verwaltungskunst, funktional, kompliziert, perfekt, mit einem Keim von Irrsinn. Wer sich durch die alten Verhandlungsprotokolle quält, lernt drei Regeln. Erste Regel: Es gibt immer einen Kompromiss, und sei er noch so weich. Zweitens: Einmal zugestanden, immer zugestanden. Drittens: Je größer die Mehrheit, der man Kosten aufbürdet, je unübersichtlicher das Ganze, desto besser. Und tatsächlich hat der Verbraucher sich an Wahn und Sinn der Subventionen gewöhnt und will es so genau auch nicht wissen.

So ist das Europa des Zuckers eine Art Zauberwelt, wie bei Alice im Wunderland, wo die Kaninchen goldene Uhren haben und die Gesetze von Angebot, Nachfrage, Preisbildung bei den Bewohnern ungläubiges Staunen hervorrufen.

Aber wie wurde diese Zauberwelt zum Einsturz gebracht? Geschah es in Genf, in der Rue de Lausanne 154, in einem grauen, viergeschossigen Haus, mit Blick auf den See und den Montblanc? Smart und weltläufig geht es hier zu, im Sekretariat der World Trade Organization, des höchsten Gerichts des Welthandels.

Drei Jahre hatte der brasilianische Diplomat Roberto Azevedo an einer Allianz geschmiedet, und als er sie zusammen hatte, traf er in Genf zwei Dutzend Anwälte, und sie setzten eine Klageschrift auf, spielten sie auf drei Disketten und adressierten sie an die Rue de Lausanne 154. Der Inhalt: Wenn die EU ihre Zucker-Produktion in einem unverständlichen System subventionieren will, bitte sehr, wir mischen uns nicht ein. Aber: Die Europäer sollen, verdammt noch mal, keinen subventionierten Zucker auf dem Weltmarkt verkaufen, denn das widerspricht dem Abkommen von Uruguay, nach dem Waffengleichheit herrschen soll auf dem Weltmarkt.

Und am 28. April 2005 wurde das letztinstanzliche Urteil verkündet - zugunsten der Regierungen Brasiliens, Thailands, Australiens. Die EU fiel durch.

War dies die entscheidende Station?

Die WTO, erzählt Azevedo, ist eine großartige Instanz, aber ohne Exekutivgewalt. Er wusste, dass er gleichzeitig eine Drohkulisse aufstellen musste, und er fand einen großartigen Verbündeten.

Der ehemalige Bankier und Wirtschaftsprofessor Eduardo de Carvalho ist ein kleiner Mann mit Schnurrbart und großen Vorräten an Charme. Vor allem ist er der wichtigste Zucker-Funktionär Brasiliens.

Während Azevedo auf Staatskosten nach Genf, Bangkok und Washington reiste,

Economy flog, in günstigen Hotels wohnte und mit dem Bus zu seinen Meetings fuhr, tourte der vergnügte Carvalho, ausgerüstet mit einer belastbaren Kreditkarte, zu den Wirtschaftskongressen und Messen - überall dorthin, wo europäische Politiker, hochrangige Bürokraten und Wirtschaftsbosse sich trafen.

Carvalho stieg im nobelsten Hotel der Stadt ab, im Koffer elegante Anzüge und Hemden mit Monogramm. Er besorgte sich Rednerlisten, Teilnehmerlisten, und dann arbeitete er seine Auswahl ab: Guten Tag, Sie wollen mehr deutsche Traktoren nach Brasilien exportieren? Oder französische Schrauben nach Thailand oder italienische Rennräder nach Australien? Wir können dabei helfen, aber dafür müssen auch Sie uns ein bisschen helfen. Wir haben nämlich ein Problem mit dem subventionierten Zucker, und gern maile ich Ihnen unser Exposé. Und sprechen Sie doch bei Gelegenheit mit Ihren Politikern, denn niemand will doch ernstlich, dass wir demnächst Strafzölle auf europäische Waren erheben, oder?

So läuft das, Senhor de Carvalho?

Er lacht. Ja, es ist nicht sehr kompliziert.

Und so kam die Entscheidung der WTO zur nächsten Station, nach Brüssel. Das Berlaymont-Gebäude sieht aus wie aus einer frühen »Star Wars«-Folge. Im zwölften Stock, wo die Teppiche hochflorig und tiefblau sind und wo die Agrarkommission ihre Büros hat, lagen die Pläne quasi bereit.

Die Brüsseler Beamten protestierten zwar offiziell gegen das Genfer WTO-Urteil, doch in Wahrheit, hört man deutlich heraus, waren sie glücklich. Endlich hatten sie einen Vorwand, das Zucker-Kartell zu knacken, ein System zu reformieren, das ihnen überfällig schien - die traurige Wahrheit ist, dass Europa den Angriff von außen braucht, um sich zu erneuern.

Natürlich gab es auch zuvor Kritiker.

Aber wer hörte schon auf sie?

Zum Beispiel auf den Wirtschaftsprofessor Erich Schmidt aus Hannover, einen Mann, der seit nahezu 35 Jahren gegen das Zucker-Kartell anschreibt, ein Partisan des gesunden Menschenverstandes. Hier ein Vortrag in Loccum, dort ein kritisches Fazit in einer Fachzeitschrift - na und? Die Zucker-Lobby kratzte das nicht. Oder den Europäischen Rechnungshof, der in dürren Worten befand, dass die Marktordnung »sowohl dem EU-Haushalt als auch dem Verbraucher erhebliche Kosten verursacht«, nämlich rund 6500 Millionen Euro - aber da kam Regel Nummer zwei zum Tragen: Einmal zugestanden, immer zugestanden.

Nun gibt es auch natürliche Gegner der Zucker-Lobby, die - eigentlich - viel mächtiger sind als ein Wirtschaftsprofessor und eine Hand voll Rechnungsprüfer. Zum Beispiel die Pharmaindustrie. Oder die Getränkehersteller. Oder die Süßwarenindustrie - große Konzerne, und sie alle würden ihren Rohstoff liebend gern auf dem Weltmarkt kaufen.

Normalerweise müssten deren Vertreter Sturm laufen, Barrikaden anzünden, sich vorm Gebäude der Brüsseler Commission Européenne anketten. Aber das haben sie nicht getan. Sie haben gelegentlich gemurrt, aber stillgehalten.

Warum?

Sie sind zu fünft, eine Dame im Business-Dress, vier Herren in dunklen Anzügen, alle Juristen, man hat promoviert. Der Tisch in einem Bonner Jugendstil-Konferenzraum ist weiß gedeckt, der Kaffee aromatisch, zum Knabbern stehen Pralinen, sechs Sorten Gebäck, Minz-Dragées, Schokolade, Bonbons auf dem Tisch - beim Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie und German Sweets/Süßwarenexportförderung. Die Stimmung ist schlecht.

Wir haben nichts gegen die deutschen Bauern! Um das ganz klar zu sagen. Sagt der erste der Herren.

Andererseits - wir möchten Zucker zu Weltmarktpreisen kaufen. Bedenken Sie, wie wichtig unsere Branche ist. 250 000 Arbeitsplätze in Deutschland. Viel mehr als in der Zucker-Industrie! Sagt der zweite Herr.

Wir müssen international bestehen. Wir kämpfen in einem Boxring, aber mit den

Füßen in einer Betonwanne, und die Politik tut nichts. Sagt der dritte.

So reden sie. Aber was taten sie?

Was sollen wir denn tun, sagt der erste Herr, etwa nach Brüssel ziehen und mit Plätzchen werfen? Bitteres Lachen.

Gegen das archaische Image des Bauern kommt man nicht an als Süßwarenlobbyist, sagt ein zweiter.

Und der dritte Herr sagt: Aber bitte, wir haben nichts gegen die deutschen Bauern.

Ist ja gut, man glaubt es ja: Mit den Landwirten wollten sie sich nicht anlegen. Und außerdem hatte man sich natürlich geeinigt, einen Kompromiss gefunden, unter der Hand und auf Kosten der Verbraucher, wieder eine europäische Lösung.

Der Grund, warum die machtvolle zuckerverarbeitende Industrie in Europa nicht meuterte oder Konkurs ging, liegt in einer Besonderheit der Zucker-Marktordnung. Die Regel heißt »Produktionsabgabe« und ist eines der seltsamsten Instrumente im Wunderland der Subventionen.

Die Produktionsabgabe ist eine Steuer, die zur Exportentschädigung verwendet wird. Das Prinzip: Wer in Europa Zucker verarbeitet und daraus Bonbons kocht und sie dann exportiert, kriegt aus Brüssel sein Geld zurück. Und zwar die Differenz zwischen Weltmarktpreis und EU-Preis. Aber ein Bonbonhersteller muss nun ein Jahr im Voraus überlegen, wie viele seiner Dragées er nach China verkaufen kann, und dann muss er eine Rückerstattung , Wiegeprotokolle führen, Exportbescheinigungen nachweisen, gelbe Formulare ausfüllen - und wenn es gut geht, kriegt er keinen Nervenzusammenbruch, sondern tatsächlich Geld. Allein der Verwaltungsaufwand für diesen Vorgang, berechnet der EU-Kritiker Schmidt aus Hannover, liegt bei 250 bis 300 Millionen Euro.

Schmidt ist ein verständiger Mann. Aber es gibt Momente, da er sich ereifert.

Und wer zahlte, sagt er, jahrzehntelang für diesen Quatsch? Der Verbraucher, nämlich Sie, ich, wir alle, über den Preis unserer Cola, unserer Bonbons, unseres Heringssalats - und warum? Einfache Antwort: wegen der Bauern. Die stellen zwar nur 0,5 Prozent der Bevölkerung, aber sie besitzen halb Deutschland. 47,5 Prozent der Fläche hierzulande werden landwirtschaftlich genutzt, ein europäischer Mittelwert. Vielleicht sind diese 47,5 Prozent nicht überall idyllisch, aber all das ist eine zivilisatorische Leistung und Kulturlandschaft, die Weinhänge an der Loire, die Olivenhaine in der Toskana, die Weizenfelder im hessischen Ried, der Heimat von Hermann Schaaf.

Die Selbstverständlichkeit dieser Welt gilt nicht mehr, wie das Beispiel des Zuckers zeigt. Europa könnte sich mit billigeren Lebensmitteln aus dem Weltmarkt versorgen. Doch wenn man Hermann Schaaf und seine 400 000 Kollegen nach Mallorca in den Ruhestand schickt, was wird aus den Äckern, Wiesen, Feldern, aus 47,5 Prozent von Deutschland? Man dürfe, sagen Experten, das Land nicht sich selbst überlassen, es würde verbuschen, erodieren, verwildern, und wer soll die Kosten für die Erhaltung tragen?

Darüber denken sie nach, in Brüssel, im Stab der Agrarkommission: Man müsste den Bauern abgewöhnen, Rüben und Getreide zu pflanzen. Man müsste sie allmählich umschulen, zu einer Art Landschaftspfleger, die Landschaft würde zu einem Freizeitpark, zu einer Bühne, auf der die Bauern sich selbst darstellen und wo der für den Export schuftende Deutsche am Wochenende Romantik tankt.

Für Hermann Schaaf klingt die Idee absurd, den Landschaftsgärtner zu spielen oder den Pseudo-Bauern, der ein paar Bioradieschen anbaut und den Großstädtern die Pferdeboxen vermietet und ausmistet.

Er hat seinen Lebenssinn bezogen aus der Arbeit. Zu wissen, dass er nur überlebte aufgrund von Subventionen, war ihm stets unangenehm. Er hat sie nicht gewollt und nicht verdient, die Globalisierung, die sein Leben zerlegt. Aber er beklagt sich nicht. Er hat sich seine Rente ausrechnen lassen, 400 Euro. Zum Glück arbeitet seine Frau, zum Glück wohnen sie mietfrei, in einem Haus, erbaut 1721, vielleicht wird eines Tages daraus ein Museum.

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