Ende einer Sex-Affäre: Ex-Botschafter Borer scheitert mit Millionenklage - DER SPIEGEL
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Ende einer Sex-Affäre Ex-Botschafter Borer scheitert mit Millionenklage

In die Gesellschaft ist der Ex-Botschafter Thomas Borer nach seiner Sex-Affäre wieder voll integriert. Mit seiner Millionen-Klage gegen deutsche Verlage in den USA hingegen scheiterte er jetzt. Das Gericht fühlt sich für die vermeintliche Persönlichkeitsverletzung schlicht nicht zuständig.
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Berlin/Dallas - Erst knapp eine Woche ist es her, da hatte der Schweizer Ex-Botschafter Thomas Borer noch gut lachen. Gemeinsam mit Dutzenden anderen Promis feierte er am vergangenen Sonntag in Aachen den neuen Träger eines Karnevals-Ordens. Vergessen schien die Sex-Affäre mit dem selbst ernannten Berliner Model Djamila Rowe, die Borer im Jahr 2002 als Botschafter und Pflichtgast des Berliner Jet-Sets kräftig ins Straucheln brachte.

Spätestens seit Mittwoch dem 11. Februar jedoch hat Borer die Affäre um das "Botschafts-Luder"" ("Bild") wieder eingeholt. In einer 17seitigen Begründung, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, lehnte es der "District Court" in Dallas eine millionenschwere Klage von Borer im Zusammenhang mit der Affäre ab. Detailliert schildert US-Richter Ed Kinkeade in seinem Schreiben, dass sich die Kammer für Borers Klage gegen mehrere deutsche Verlage schlicht nicht zuständig fühlt. Weder habe Borer ein Recht auf ein Verfahren in den USA, noch seien die angeblichen Verletzungen seiner Persönlichkeit in den USA verübt worden.

Mit dem Beschluss vom Mittwoch sind Borers Träume von einem millionenschweren Schmerzensgeld wegen des vermeintlich durch die Berichterstattung über seine Affäre erlittenen Leids erstmal vom Tisch. Noch im letzten Jahr hatte er immer wieder angedeutet, dass er es den Journalisten und ihren Chefs mit der Klage noch einmal richtig zeigen wolle.

Kampf hinter den Society-Kulissen

Die Nachricht aus Dallas ist ein schwerer Rückschlag. Parallel zu seiner Rückkehr auf das Society-Parkett nämlich hatte der heute nach eigenen Angaben als Unternehmensberater tätige Schweizer versucht, aus dem Sex-Skandal reichlich Kapital zu schlagen. Aus diesem Grund hatte er in der Heimat seiner Frau Shawne, die einer reichen Öl-Familie aus Texas entstammt, Klage gegen all diejenigen Verlage eingereicht, die über die Schmuddel-Geschichte berichtet hatten. Durch einen emotionalen Auftritt und mehreren anderen kruden Argumenten wie dem angeblichen Anti-Amerikanismus der Deutschen wollte er vor einem US-Geschworenen-Gericht Millionen erstreiten.

Die virtuelle Anklagebank war prominent besetzt - schließlich hatten fast alle deutschen Medien über Borers angeblichen Fehltritt berichtet. Folglich sollten der Münchner Burda-Verlag, Medien-Riese Bertelsmann, Gruner und Jahr und die Berliner Programm-Zeitung "Tip" Millionen Dollar zahlen, da sie laut Borers Anwälten mit den Berichten die Persönlichkeitsrechte und den fürs Geschäft so wichtigen Ruf der Borers verletzt hatten. Selbst die Fehlgeburt seiner Frau Shawne wurde indirekt auf die Berichterstattung zurückgeführt.

Der Aufstieg der vermeintlichen Geliebten

Rein theoretisch hätte Borers Plan auch funktionieren können, denn einige Tage nach den ersten Schlagzeilen widerrief Borers vermeintliche Geliebte Rowe ihr zuvor abgelegtes Sex-Geständnis. Plötzlich wollte die Berliner Kosmetikerin von den zuvor dargebotenen Details aus Borers Schlafzimmer und anderen Unappetitlichkeiten nichts mehr wissen. Von da an tat Rowe so, als ob nie etwas gewesen wäre und verfügte plötzlich über reichlich Bargeld nebst Cabrio und Luxus-Appartement und wurde teils gar von einem Bodyguard begleitet. Borer seinerseits stellte sich als Opfer einer Medien-Intrige dar.

Für die Verlage muss der Dienstag ein guter Tag gewesen sein. Die Juristen der Zeitungen fürchteten nichts mehr, als dass ein US-Gericht die krude Klage nur zur Verhandlung zulassen könnte. Wäre dies geschehen, hätten die Verlage vermutlich einem außergerichtlichen Vergleich zugestimmt und gezahlt. Schon kurz nach der Affäre hatte der Schweizer Ringier-Verlag eine Millionen-Summe gezahlt, nachdem Borer nur mit einer Klage gedroht hatte.

Wie Thomas Borer auf die Abweisung seiner Millionen-Klage reagierte, blieb am Samstag unklar. Weder auf seinem Handy noch in seinem Potsdamer Büro war der Ex-Diplomat für eine Stellungnahme zu erreichen. Allein an den Kosten für seine US-Anwälte allerdings dürfte der Ex-Diplomat schwer zu kauen haben.