Erdbeben im Himalaya: Opferzahl steigt deutlich an - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Erdbeben im Himalaya Opferzahl steigt deutlich an

Nach dem starken Erdbeben in Asien ist die Opferzahl stark angestiegen. Die Behörden gehen inzwischen von mindestens 50 Toten aus. Rettungsarbeiten haben begonnen - doch Stromausfälle, starker Regen und Erdrutsche behindern die Helfer.
Eingestürztes Haus im Erdbebengebiet: Mindestens 50 Tote
Eingestürztes Haus im Erdbebengebiet: Mindestens 50 Tote

Eingestürztes Haus im Erdbebengebiet: Mindestens 50 Tote

Foto: Narendra Shrestha/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Neu Delhi - Bei einem Erdbeben im Himalaya sind mindestens 50 Menschen gestorben. Die meisten davon starben im indischen Bundesstaat Sikkim. Das Beben hatte eine Stärke von 6,8. Menschen in weiten Teilen Indiens, Nepals, Tibets, Bhutans und Bangladeschs hatten die Erdstöße am Sonntagabend gespürt. Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben der indischen Meteorologiebehörde im Himalaya-Gebirge 68 Kilometer nordwestlich von Sikkims Hauptstadt Gangtok.

"Die Leute sind immer noch panisch", sagte ein Einwohner von Gangtok der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir haben die ganze Nacht draußen verbracht." In Gangtok stürzten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur IANS mehrere Häuser ein, viele andere Gebäude wurden schwer beschädigt.

Zu den meisten Todesfällen kam es, als durch Monsunregen ohnehin beschädigte Gebäude einfielen. Der volle Umfang der Schäden ist noch nicht abzusehen, weil die betroffene Region abgelegen und dünn besiedelt ist. Noch in der Nacht begannen Armee, Polizei und Katastrophenschutz in Sikkim die Bergungs- und Rettungsarbeiten.

Teilweise benutzten Helfer Schaufeln und ihre bloßen Hände, um in den Trümmern nach Überlebenden und Opfern zu suchen. Regenfälle, Erdrutsche und Stromausfälle behinderten die Rettungsarbeiten. Dichte Wolken machten Aufklärungsflüge von Helikoptern im Erdbebengebiet unmöglich.

Nach Behördenangaben dürfte die Zahl der Opfer weiter steigen. "Es sieht nicht gut aus", sagte ein Uno-Mitarbeiter. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Toten und Verletzten deutlich ansteigen werde. Es werde einen großen Bedarf an Hilfsleistungen geben, insbesondere an Lebensmitteln und Notunterkünften für die Personen, deren Häuser zerstört worden seien.

Der Nachrichtensender NDTV meldete, viele Dörfer in unwegsamen Gegenden seien von den Helfern zunächst nicht erreicht worden. Von dem Beben ausgelöste Erdrutsche blockierten die Schnellstraße, die Sikkim mit anderen indischen Bundesstaaten verbindet, an mehreren Orten.

ulz/dpa/Reuters

Mehr lesen über

Verwandte Artikel