Eröffnungsgala: "Willkommen, Bienvenue, Welcome" - DER SPIEGEL
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Eröffnungsgala "Willkommen, Bienvenue, Welcome"

Auf der Eröffnungsfeier der Expo in Hannover versammelte sich am Mittwochabend das "Who is Who" der deutschen Prominenz. Im Zentrum des Medieninteresses standen neben erlesenen Speisen und gefühlvoller Musik vor allem Caroline von Monaco und ihr Ehemann Ernst August.
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Hannover - Das Adelspaar, das den Medienrummel erklärtermaßen nicht schätzt, zog mehr als jeder Star oder Staatspräsident die Kameras auf sich. Dagegen schob sich manch anderer der massenhaft erschienenen Prominenten den Fotografen und Kameraleuten im wohl bestbewachten Saal der Republik schon fast in den Weg, um ins Bild zu kommen.

Tapferer Ritter an der Seite Carolines war Staatsminister Michael Naumann. Er war neben der Prinzessin platziert und blockte im Blitzlichtgewitter auch schon mal Interview-Wünsche ab. Er sei "erschrocken" über den Rummel um die monegassische Hoheit, ließ er wissen. "Sowas habe ich noch nie erlebt", sagte der Staatsminister für Kultur und bat, Caroline doch endlich einmal in Ruhe zu lassen.

Das "Who is Who" der deutschen Prominenz traf sich in dem festlich geschmückten Saal auf der Expo: Veronica Ferres erschien in rotem Samt und Jürgen Möllemann klassisch im Anzug. Mutter Beimer aus der Lindenstraße war ebenso da wie Hans-Dietrich Genscher, IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, Vicky Leandros, DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp und Steffi Graf.

"Willkommen, Bienvenue, Welcome" - mit dieser klassisch-internationalen Einleitung begrüßte Moderator Max Raabe die rund 3.000 Gala-Gäste. Gewandhaus-Musiker aus Leipzig spielten als Salon-Orchester auf, Kanzler Gerhard Schröder, Expo-Chefin Birgit Breuel sowie Brasiliens Staatspräsident Henrique Cardoso sprachen und 34 Spitzenköche erfreuten die Gäste mit feinstem Fisch, Spargel und Kalb sowie Variationen von frischen Erdbeeren.

"Wir haben es tatsächlich geschafft", freute sich Birgit Breuel unter dem Beifall des Publikums. "Schön, spannend, vielfältig und voller Leben" wünsche sie sich nun die Expo. Schröder forderte die Deutschen auf, internationaler zu werden und in globalen Kategorien zu planen, zu denken und zu handeln und Ängste vor Fremdheit abzubauen.

So ähnlich sah das auch Veronica Ferres. Der Expo wünsche sie, dass "die Neugier die Menschen dorthin finden lässt". Für die Deutschen hoffe sie, "dass sie mehr Mut zu sich selbst und mehr Mut zur Fremdheit" fänden. Und insgesamt sieht die Schauspielerin in dieser Weltausstellung "eine unglaubliche Chance für junge Leute".

Mit guten Wünschen für die Expo sparte auch Minister Naumann nicht. "Die Millionen Besucher, die sie verdient", solle die Weltausstellung haben. "All diejenigen, die gemosert haben", sollten zu Besuch kommen. Und allen gemeinsam wünsche er für die Expo "einen Mikrofrieden", also möglichst wenig Ärger.

Während der Kanzler hier und da parlierte, Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel seiner Tischnachbarin, Sachsens First Lady Ingrid Biedenkopf, noch einen Nachtisch anbot, jedoch einen Korb bekam, spielten auf der Bühne die Musiker auf.

Weltstar Ute Lemper konnte das Publikum mit einigen kraft- und gefühlvoll vorgetragenen Stücken ganz in ihren Bann ziehen. Eigens für den Auftritt der Rockgruppe Scorpions samt Kinderchor und per Video eingespielten Berliner Philharmonikern wurde der Text der Expo-Hymne "Moments of Glory" an den Tischen verteilt. Doch das Mitsingen scheiterte zum einen an dem Din-A-5-großen Blatt mit eher kleiner Schrift, vor allem aber, weil rechtzeitig zum Scorpions-Auftritt die Lichter im Saal gelöscht wurden und nurmehr kleine Teelichter auf den Tischen flackerten.

Etwas unvorbereitet wirkte auch die Moderation von Max Raabe und Hannelore Elsner: Raabe stolperte über protokollarische Fallstricke und begrüßte zwar Caroline, ihren Mann Ernst August jedoch nicht. Das holte er dann Minuten später nach. Wenig Glück hatte er zudem bei einem kurzen Gespräch mit einem der 34 Spitzenköche, die auf die Bühne gebeten worden waren. Angesichts von 170 Sternen, die die Küchenmeister auf sich vereinigten, fragte er einen Koch: "Wie viel Sterne haben Sie?" Die - peinliche - Antwort: "Keinen."

Antje Schwarz

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