Erste Bilder aus der Kursk: "Sie werden die Hölle sehen" - DER SPIEGEL
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Erste Bilder aus der Kursk "Sie werden die Hölle sehen"

Die Opfer der Kursk-Katastrophe können schon in den nächsten Tagen beerdigt werden. Rettungsteams bergen die Toten im raschen Tempo. Im Inneren des Wracks hat die Staatsanwaltschaft derweil erste Video-Aufnahmen gemacht.
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Murmansk/Moskau - Ein Teil der Bilder solle bereits am Samstagabend im russischen Fernsehen ausgestrahlt werden, kündigte Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow an. "Sie werden die Hölle sehen, die im Boot ausgebrochen ist", sagte er. "Sie werden die Folgen der schrecklichen Explosion und des Brandes sehen, aber auch die Stärke der Schutzwände, die um den Reaktorabschnitt und die Marschflugkörper errichtet wurden."

Aus dem Wrack des Atom-U-Boots Kursk, das im Schwimmdock des Marinehafens Rosljakowo bei Murmansk liegt, sind bis zum Samstagnachmittag unterdessen bereits 17 Leichen von Besatzungsmitgliedern geborgen worden. Sie alle seien in den hinteren Abschnitten des Bootes entdeckt worden, berichtete die Agentur Interfax.

Gerichtsmediziner stellten nach Angaben von Ustinows fest, dass alle Opfer an einer Vergiftung durch Kohlenoxyd-Vergiftung starben. Sie ist wahrscheinlich auf den Brand zurückzuführen, der nach mehreren Explosionen im U-Boot ausgebrochen war. Im Inneren der Kursk hätten sich Temperaturen von fast 8000 Grad gebildet, teilte Ustinow mit. Der Brand habe fast das gesamte Boot erfasst.

Sieben der verunglückten Seeleute seien bereits identifiziert worden, heißt es, darunter auch Bordarzt Alexej Stankewitsch. Inzwischen seien in anderen Abschnitten der Kursk noch weitere Leichen entdeckt worden. Die Überreste der identifizierten Opfer sollen in den nächsten Tagen an ihre Familien überstellt werden.

Die Kursk war im Sommer vergangenen Jahres bei einem Flottenmanöver in der Barentssee nach mehreren Explosionen im Inneren gesunken. Alle 118 Besatzungsmitglieder waren ums Leben gekommen. Spezialtaucher bargen bereits im Herbst des Vorjahres zwölf Leichen aus dem Unglücksboot.

Die Kursk war in einer mehrwöchigen Aktion vom Grund der Barentssee gehoben und Mitte dieses Monats nach Rosljakowo gebracht worden. Unter anderem erhoffen sich die Ermittler von der Untersuchung des Bootes weitere Aufschlüsse über die Unglücksursache. Inoffiziell gilt weiterhin die Explosion eines schadhaften Torpedos bei einem Übungsschießen als wahrscheinlichste Ursache.