Ein Toter und ein Verletzter Flüchtlingsboot im Kanal von Sizilien beschossen
Schlauchboot mit Flüchtlingen vor Lampedusa (Archivaufnahme)
Foto: DPA/ MOAS/ Darrin Zammit LupiAm Montag gaben die EU-Außenminister den Startschuss für ihren umstrittenen Militäreinsatz gegen Schlepperbanden im Mittelmeer - Phase eins der Militäroperation EUNAVFOR Med hat damit begonnen.
Noch ist man damit beschäftigt, militärische Aufklärung zu betreiben und Informationen über Schleusernetzwerke zu sammeln. Für die avisierte Zerstörung von Schlepperschiffe in libyschen Hoheitsgewässern fehlen weiter ein Uno-Mandat oder die Zustimmung der libyschen Regierung.
Währenddessen geht das Sterben im Mittelmeer weiter. Wie italienische Zeitungen berichten, ist es im Kanal von Sizilien zu einem Überfall mit Schusswaffengebrauch auf Flüchtlinge gekommen.
Augenzeugen berichteten, Angehörige einer libyschen Miliz hätten sich mit einem Boot genähert und Geld von den Flüchtlingen gefordert. Als diese sich geweigert hätten zu zahlen, hätten die Kämpfer einige Schüsse abgegeben, durch die ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden seien.
Demnach brach einer der Bootsinsassen von einer oder mehreren Kugeln getroffen zusammen, fiel über Bord und ertrank. Ein 32-Jähriger aus Gambia wurde an der linken Wade verletzt und mit einem Hubschrauber der italienischen Marine in ein Krankenhaus auf Lampedusa und später zur Weiterbehandlung nach Palermo gebracht.
Die libysche Küstenwache dementierte alle Berichte über eine mutmaßliche Verwicklung in den Vorfall. "Die libysche Küstenwache schießt niemals auf Flüchtlingsboote und auch die libysche Marine hat nicht geschossen", zitiert die römische Zeitung "Repubblica" den libyschen Oberst Reda Issa. Jetzt sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt angelaufen - wegen Mordes und versuchten Mordes.