Flugzeugkatastrophe: Bei Skyguide war die Telefonleitung gestört - DER SPIEGEL
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Flugzeugkatastrophe Bei Skyguide war die Telefonleitung gestört

Immer neue Enthüllungen lassen das Management des Schweizer Flugüberwachungsunternehmens Skyguide in schlechtem Licht erscheinen. Nun wurde bekannt, dass die Zürcher Flugsicherung vor dem Absturz zweier Flugzeuge nahe dem Bodensee Probleme mit dem Telefonnetz hatte.
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Braunschweig - Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig teilte am Freitag mit, die Hauptleitung sei Skyguide wegen Arbeiten am Netz nicht zur Verfügung gestanden. Damit wurde bei der Schweizer Flugsicherung in der Unglücksnacht nicht nur das Computersystem zur Verarbeitung der Radardaten überholt, sondern es wurde auch am Telefonnetz gearbeitet. Dem Dienst habenden Lotsen habe lediglich eine Reserveleitung zur Verfügung gestanden.

Laut BFU musste der Fluglotse zwei Radarschirme und zwei Frequenzen mit insgesamt fünf Flugzeugen gleichzeitig kontrollieren. Auch musste er die Landung einer Maschine koordinieren, die sich im Landeanflug auf Friedrichshafen befand. Als er mit Friedrichshafen telefonisch Kontakt habe aufnehmen wollen, sei ihm das minutenlang nicht gelungen.

Die vergeblichen Anrufversuche fanden den Angaben zufolge just in dem kritischen Zeitraum statt, als die beiden Unglücksmaschinen auf Kollisionskurs waren, zwischen 23:25:43 Uhr und 23:33:11 Uhr. Um 23:34:49 Uhr - 44 Sekunden vor dem Crash - habe er dann die erste von zwei Sinkfluganweisungen an die Tupolew erteilt.

Skyguide kommt damit erneut in die Kritik, nachdem die Züricher mehrmals falsche Informationen über den möglichen Hergang des Unglücks veröffentlicht hatten. Mehrfach mussten sie Zeitangaben über die Kommunikation mit den Maschinen und der Kontrollstelle korrigieren. Ein zweiter Fluglotse hatte zum Unglückszeitpunkt eine Pause gemacht. Das Radarsystem war offenbar nicht auf dem allerbesten Stand.

Zwei Leichen noch nicht gefunden

Im Absturzgebiet bei Überlingen am Bodensee wurden inzwischen 69 von 71 Toten geborgen. Die Einsatzkräfte verstärkten am Freitag noch einmal die Suche nach den zwei fehlenden Leichen. Fünf der Toten wurde bisher identifiziert. Am Mittag waren die Bergungsarbeiten der Wrackteile der Boeing in vollem Gange. Für die Bergung des Tupolew-Hecks wurde ein Kranwagen angefordert. Die Arbeiten sollten voraussichtlich bis zum Samstagabend dauern.

Am Sonntag wird Bundespräsident Johannes Rau an den Bodensee reisen und dort mit Rettungskräften und Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden sprechen.