Seenot auf dem Mittelmeer Mehr als 2100 Flüchtlinge gerettet
Flüchtlinge auf Boot der italienischen Küstenwache (nach der Rettungsaktion am Samstag): In Sicherheit gebracht
Foto: Francesco Malavolta/ AP/dpaRom - Rettungskräfte haben innerhalb eines Tages mehr als 2100 Migranten im Mittelmeer in Sicherheit gebracht. Die Menschen waren auf insgesamt zwölf Booten südlich der Insel Lampedusa vor der Küste Libyens in Seenot geraten, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Behörden berichtete. Die 2164 Flüchtlinge wurden an Bord von Schiffen der italienischen Küstenwache und der Marine genommen, um nach Italien gebracht zu werden. Auch das maltesische Militär war an der Rettungsaktion beteiligt.
Die Flüchtlinge hatten Notrufe abgesetzt, nachdem sie etwa 160 Kilometer südlich der Insel Lampedusa im Mittelmeer in Seenot gerieten. Vermutlich waren sie trotz des schlechten Wetters von Libyen aus gestartet.
Am Nachmittag ereignete sich nach Angaben des italienischen Verkehrsministeriums während des Einsatzes ein gefährlicher Zwischenfall: Als ein Schiff der italienischen Küstenwache einem der Flüchtlingsschiffe zu Hilfe kam, näherte sich ein Schnellboot. Darauf seien vier mit Kalaschnikows bewaffnete Männer gewesen, die die italienischen Beamten dazu gezwungen hätten, ihnen das leere Flüchtlingsschiff zu überlassen.
Bereits am Samstag hatte die italienische Küstenwache etwa 600 Flüchtlinge im Mittelmeer in Sicherheit gebracht, die in sechs Schlauchbooten vor der Küste Libyens in Not geraten waren. Ein isländisches Schiff der EU-Grenzschutzmission Triton nahm zudem 184 Migranten an Bord.
Vergangene Woche waren rund 330 afrikanische Flüchtlinge vor Italien beim Untergang ihrer Schlauchboote ertrunken oder bei eisigem Wetter und schwerer See erfroren. Nach dem neuen Flüchtlingsunglück wurden in Europa erneut Forderungen laut, die im Herbst eingestellte Rettungsaktion Mare Nostrum der italienischen Marine wieder aufzunehmen, mit der Tausende Flüchtlinge in Sicherheit gebracht wurden; im vergangenen Jahr wurde die Aktion jedoch von der EU-Grenzschutzmission "Triton" abgelöst.